Abschied für 89 Jugendliche an der Twistringer Haupt- und Realschule

„Dieser Weg wird kein leichter“

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Gänsehaus-Feeling: Adeles „Someone like You“ von Kristin Kison am Klavier.

Twistringen - Von Theo WilkeEin feierlicher Rahmen, Musik, die sogar für Gänsehaut-Feeling sorgte und noch einige gute Tipps für die Zukunft: Insgesamt 89 Jugendliche wurden gestern Morgen im Twistringer Schulzentrum offiziell verabschiedet.

Schulleiter Theodor Engelmann in seiner kurzweiligen Ansprache: „Noch nie waren die Möglichkeiten für die Schulabgänger so groß, in den Arbeitsprozess einzusteigen und auf eigenen Füßen zu stehen – und das Hotel Mama zu verlassen.“

Die Schere zwischen den Erfordernissen der Wirtschaft, die händeringend nach qualifizierten Auszubildenden suche, und den Jugendlichen, die zur Verfügung stünden, klaffe immer weiter auseinander, so Engelmann.

Nach dem musikalischen Auftakt durch den Musik-Wahlpflichtkurs 9 mit dem Stück „Ain't no sunshine“ bedankte sich Engelmann bei allen Beteiligten für die Vorbereitungen, begrüßte unter anderem Vertreter der weiteren Twistringer Schulen und Bürgermeister Karl Meyer. Aus den neunten Hauptschulklassen wurden 29 Jugendliche entlassen, darunter 25 mit Hauptschulabschluss. Zwölf Prozent starten in die Ausbildung, 29 Prozent besuchen die Berufsschule und fast 60 Prozent werden die H10 beginnen. Von 19 entlassenen Zehntklässlern der Hauptschule erreichten elf den Realschulabschluss, sieben den Hauptschulabschluss nach der 10. Klasse. 17 Prozent beginnen eine Ausbildung, alle anderen gehen auf die weiterführende Schule.

Aus der Realschule haben es 41 Schüler geschafft, davon 20 den erweiterten und 21 den Realschulabschluss. Fast 40 Prozent haben sich für eine Betriebsausbildung entschieden, 61 Prozent wechseln zum Gymnasium, zu Berufsfach- oder auch zu Fachoberschulen. Schulleiter Engelmann stellte fest, dass Schüler immer später in eine zielgerichtete Ausbildung einsteigen und sich erst weiter qualifizieren möchten. Der Schulleiter betonte die Leistungsfähigkeit der Entlassenen: In den mündlichen Prüfungen hätten zum Beispiel 15 Prozent der Hauptschüler sehr gut, 21 Prozent gut und 32 Prozent befriedigend abgeschnitten. In der Realschule: 30 Prozent sehr gut, 45 gut und 17,5 Prozent befriedigend.

Als Theodor Engelmann alphabetisch Schule über einige nicht ganz so ernstgemeinte Begriffe definierte, hatte er oft die Lacher auf seiner Seite. Beispielhaft: „Abschlussfeier: rührendes Glaube-Liebe-Hoffnung-Festival, bei dem man sich fragt, warum all die netten Lehrerinnen und Lehrer, die einem für die Zukunft soviel Gutes wünschen, in den in den vergangenen Jahren immer solche Schwierigkeiten gemacht haben.“ Oder: „Fehler: führen zum erhöhten Rotstiftverbrauch einiger engagierter Lehrkräfte und sind der hoffnungslose Versuch, Schüler zu Erkenntnissen zu bringen.“

Bürgermeister Meyer gab den Abgangsschülern mit auf dem Weg: „Ihr habt euer Ziel erreicht, ein Etappenziel, egal mit welchen Noten. Ich gratuliere.“ In Anlehnung an die EM: Die Jugendlichen hätten gute Trainer gehabt, nun stünden sie allein auf dem Spielfeld und müssten selbstverantwortlich handeln. Meyer zitierte Sänger Xavier Naidoo: „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer...“

Schulsprecherin Cindy Horstmann legte allen einen Satz von Albert Einstein ans Herz: „Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistungen.“

Vor der Zeugnisübergabe mit überraschenden und auch lustigen Kindheitsbildern an der Leinwand beeindruckte der Musik-Wahlpflichtkurs mit dem Song „Rehab“.

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