15 Jahre Übernachtungsstelle / Offene Tischgemeinschaft in der Nicolai-Kirche

Diepholzer RastHaus bietet mehr als einen Schlafplatz

Rüdiger Fäth (stehend) hieß zur offenen Tischgemeinschaft vor dem Altar der Nicolai-Kirche anlässlich des 15-jährigen Bestehens des RastHauses (ehrenamtliche) Helfer willkommen. Rechts Superintendent Klaus Priesmeier. ·
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Rüdiger Fäth (stehend) hieß zur offenen Tischgemeinschaft vor dem Altar der Nicolai-Kirche anlässlich des 15-jährigen Bestehens des RastHauses (ehrenamtliche) Helfer willkommen. Rechts Superintendent Klaus Priesmeier. ·

Diepholz - „Das Diepholzer RastHaus bietet mehr als einen Schlafplatz, nämlich alles, was mit Kultur und Würde zu tun hat“, stellte am Donnerstagabend in der Nicolai-Kirche Superintendent Klaus Priesmeier fest.

Anlass war das 15-jährige Bestehen der Übernachtungsstelle in Diepholz, das, darauf wies Rüdiger Fäth, Kirchenkreissozialarbeiter und gleichzeitig Leiter der Einrichtung hin, ja kein Jubiläum sei, denn zu feiern gebe es bei Wohnungslosigkeit ja nichts. Bei ihm komme vielmehr Skepsis auf, wenn er daran denke, dass es Menschen gibt, die wohnungslos seien oder auch sein wollten. Diese Wohnungslosigkeit stelle eine besondere Herausforderung dar und deshalb wolle man nicht feiern, sondern dankbar sein, dass es seit 15 Jahren diese Einrichtung in Diepholz gibt mit einer offenen Tischgemeinschaft in der Kirche. „Wir wollen hier eine Gemeinschaft anbieten, die Gäste aufnimmt“, so Fäths Wunsch. Dabei sei es nicht immer ganz einfach, speziell für die „Ehrenamtlichen“ diese Menschen bei uns als Gäste wahrzunehmen. Diesen freiwilligen Helferinnen und Helfern galt der ganz besondere Dank, denn ohne sie würde es dieses RastHaus nicht mehr geben.

Die Idee dazu entstand in einer Zeit, erinnerte Rüdiger Fäth, als Wohnungslose hier unversorgt waren und schnell bildete sich die Meinung, dass es Sinn mache, hier etwas Entsprechendes für Mitmenschen anzubieten. So entstand das Rasthaus an der Hinterstraße 10.

Fäth erinnerte an viele freiwillige Helfer und an „Zivis“. Erster war Philipp Bitter, es folgte Henning Braselmann, „von dem viele lernten, was Verlässlichkeit bedeutet“, einem anderen fehlte die Beziehung zu den Menschen und wieder andere stellten sich als unverzichtbare Säulen der Arbeit heraus. Einer von ihnen, Lothar, war laut Fäth nicht nur richtig gut, sondern betätigte sich weiter im RastHaus, nachdem die Verpflichtung beendet war.

Zum guten Team zählten laut dem Leiter der Einrichtung aber weitere Menschen, so Christina Paul, die als „Tina“ für die Gäste ein fester Begriff sei oder Erich Fähser, der immer zur Stelle sei, wenn er gebraucht werde oder Werner Radziej und viele Gönner und Sympathisanten.

Dank sagte Rüdiger Fäth Luise Schild, die gemeinsam mit Steven Paul im Gemeindehaus das Essen für diesen Tag zubereitet hatte: Himmel und Erde, ein traditionelles rheinisches, westfälisches, niedersächsisches und schlesisches Gericht aus Stampfkartoffeln und Apfelmus.

Wie Superintendent Klaus Priesmeier meinte, sei es auch für ihn selbst ungewöhnlich, hier vor dem Altar so viele Menschen an der langen Tafel zu finden. Das sei ein sichtbares Zeichen für das RastHaus, das in Diepholz mehr biete als nur einen Schlafplatz. Möglich sei dies durch die gute Unterstützung durch die Stadt und den Landkreis und durch den Einsatz des Diakons Rüdiger Fäth.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte Ulrich Preuss mit nachdenklich stimmenden Liedern.

Im Laufe der vergangenen Jahre gab es im RastHaus pro Jahr durchschnittlich 450 Übernachtungen von jeweils fast 100 unterschiedlichen Personen.

Im Verlauf der 15 Jahre haben sich über 120 Menschen ehrenamtlich, verantwortlich im Rasthaus mitgearbeitet und damit ermöglicht, dass die Einrichtung an sieben Nächten jeder Woche genutzt werden kann. · up

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