Ausbildungsprogramm für syrische Flüchtlinge

Im zweiten Modul Einblicke in Handwerksberufe

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Auch den Umgang mit einer Kettensäge lernen die syrischen Flüchtlinge bei dem Projekt auf dem Fliegerhorst Diepholz – hier Nadia Radie aus Damaskus, eine von zwei teilnehmenden Frauen.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Der Stützpfahl für einen jungen Baum muss gekürzt werden. Da greift Nadia Radie zur Kettensäge. Mitarbeiter des Bundeswehr-Dienstleitungszentrums Oldenburg haben die Syrerin vorher in den Umgang mit dem Werkzeug eingewiesen.

Die 52-Jährige ist eine von zwei Frauen, die beim Ausbildungsprogramm für syrische Flüchtlinge auf dem Diepholzer Fliegerhorst mitmachen. Im zweiten Modul des drei Monate dauernden Projektes sind die beiden Frauen zu der zunächst reinen Männergruppe dazu gestoßen. Nach dem vierwöchigen Ausbildungsanschnitt „Bau“ (wir berichteten) läuft derzeit das Modul „Handwerk“. Hier hat sich Nadia Radie für den Bereich „Geländebetreuung/Garten- und Landschaftsbau“ gemeldet.

Die jeweiligen Jobcenter hatten aus 60 Bewerbern knapp 30 für das „Ausbildungsverbund Nordwest“ mit den Modulen Bau, Handwerk und Technik ausgesucht. Nach den beiden Modulen Bau und Handwerk in Diepholz endet es am 9. Juni nach dem Modul Technik bei der Wehrtechnischen Dienststelle 91 in Meppen.

Das derzeit laufende Handwerk-Modul betreibt das Bundeswehrdienstleistungszentrum Oldenburg auf dem Diepholzer Fliegerhorst. Um das Modul Bau hatte sich (wie berichtet) das Objektschutzregiment der Luftwaffe gekümmert.

Hilfreich bei der Arbeitsvermittlung

Die beruflichen Grundlagen, die die 30 Flüchtlinge aus Syrien bei dem Projekt bekommen, sind hilfreich bei der Vermittlung in Arbeitsverhältnisse - oder auch beim Wiederaufbau ihres durch Bürgerkrieg zerstörten Landes. Die Bundeswehr will mit dem Programm ihren Anteil an der Flüchtlingsarbeit leisten.

Im Modul Handwerk gibt es neben dem Landschafts- und Gartenbau noch die Bereiche Installateur, Maler, Schlosser und Tischler. Beispielsweise bauen Teilnehmer in einer Halle auf dem Fliegerhorst zwei Container zu einem mobilen Aufenthaltsraum beziehungsweise zu einer Sanitäranlage aus. Die beiden Container bleiben auf dem Fliegerhorst und können von der Truppe genutzt werden.

Ausbilder sind Mitarbeiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums (früher Standortverwaltung) Oldenburg. Dessen Leiter Axel Zallmanzig zeigte sich sehr angetan vom Engagement der Flüchtlinge, die das Ausbildungs-Angebot mit großem Einsatz annehmen.

Oberstleutnant Carsten Wilfert, stellvertretender Kommandeur des II. Objektschutzbataillons der Luftwaffe und Projektverantwortlicher, bestätigt das: „Wir haben weder Zwischenfälle, noch unerlaubte Abwesenheiten.“

In der nächsten Woche kommen auf Einladung des Jobcenters Oldenburg und der Handwerkskammer potenzielle Arbeitgeber auf den Diepholzer Fliegerhorst, um mit den 30 Flüchtlingen des Projekts in Kontakt zu kommen.

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