Platz für 76. 000 Artikel

Auf dem Fliegerhorst werden neue Hallen gebaut

In einer der neuen Hallen, in denen unter anderem Ersatzteile für die Kampfjets Eurofighter und Tornado, den Hubschrauber CH53 und Rettungs- und Sicherheitsmaterial gelagert wird: Hauptmann Guido Mauel, Betriebsführungs-Leiter des Materiallagers auf dem Fliegerhorst Diepholz. - Foto: Jansen

Diepholz - Von Eberhard Jansen. 76 000 verschiedene Artikel – von der Unterlegscheibe für einen Schleudersitz bis zum Ersatzteil eines Kampfjet-Leitwerks, von einer Seenot-Rettungsinsel bis zur kleinen Spezialschraube und Hubschrauber-Getrieben – sind das Ziel: Auf dem Diepholzer Fliegerhorst wird das Materiallager der Bundeswehr massiv erweitert und auf die Zukunft ausgerichtet.

Wenn sich nach aktuellen Plänen im Jahr 2023 die Luftwaffe mit dem Objektschutzbataillon und dem Waffensystem-Unterstützungszentrum aus Diepholz verabschiedet, bleibt das Materiallager auf dem Fliegerhorst erhalten. Somit bleibt Diepholz auf jeden Fall Bundeswehrstandort. Derzeit werden neue Lagerhallen gebaut, wird Material zur Lagerung in Diepholz aus anderen Standorten zusammengezogen.

Sieben neue Hallen sind auf dem Fliegerhorst entstanden beziehungsweise werden in Kürze fertig. Weitere sind in Planung „Insgesamt wird die Lagerfläche in den Hallen 54000 Quadratmeter betragen“, erklärt Hauptmann Guido Mauel, Betriebsführungs-Leiter des Diepholzer Materiallagers, das dem Bundeswehr-Depot West in Mechernich (Eifel) untersteht. Vertreter des Bundesfinanzministeriums und des Verteidigungsministeriums hätten laut Mauel nach einem Besuch in Diepholz Ende 2016 beschlossen, dass das Diepholzer Materiallager eine komplett neue Infrastruktur bekommt. Das „Vorwerk“ – die Außenstelle am Kielweg – werde auf Dauer aufgegeben. Die alten Gebäude seien in einem zu schlechten Zustand. Dafür werden für das Materiallager auf dem Fliegerhorst neue Gebäude geschaffen – modern ausgestattete Hallen mit jeweils integriertem Bürobereich. Die jetzt schon gebauten sind auf bisherigen Freiflächen entstanden. Platz gibt es auf dem Fliegerhorst genug. „Auch wenn die aktuelle Planung geändert werden sollte und die Luftwaffe in Diepholz bleibt, wäre das für das Materiallager kein Problem“, sagt Hauptmann Mauel. Inwieweit Teile des jetzigen militärischen Geländes zu zivilem umgewidmet werden können („Konversion“), ist offen.

Das Lager in Diepholz hält hauptsächlich Teile für die Jets Eurofighter und Tornado sowie für den Transporthubschrauber CH 53 vor, der in der Werft des Waffensystem-Unterstützungszentrums nur wenige hundert Meter entfernt auf dem Fliegerhorst gewartet wird. Zudem ist in Diepholz in einer der neuen Hallen „Rettungs- und Sicherheitsmaterial“ eingelagert – zum Beispiel Helme und Schwimmwesten.

Das Bundeswehr-Depot und damit das Diepholzer Materiallager gehören zur Streitkräftebasis, in der Soldaten und Zivilangestellte von Heer, Luftwaffe und Marine zusammenarbeiten. In Diepholz werden schwerpunktmäßig Artikel der Luftwaffe vorgehalten und auf Abruf zu den Verbänden oder in Einsatzgebiete transportiert. Derzeit wird das Material aus dem Lager im bayerischen Erding, das Ende 2018 geschlossen wird, nach Diepholz gebracht.

Die Zahl der Dienstposten im Diepholzer Materiallager wurde von 85 auf 158 aufgestockt. Die weitaus meisten Posten sind für zivile Mitarbeiter vorgesehen – Fachkräfte für Lagerlogistik beispielsweise, aber auch Techniker, die Geräte prüfen, wenn sie in Diepholz von der Industrie in das Eigentum des Bundes überführt werden. In den vergangenen Wochen hat das Materiallager 27 neue Mitarbeiter eingestellt. Auf dem Schreibtisch von Hauptmann Mauel liegen zudem noch Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz auf dem Fliegerhorst: Drei junge Menschen will die Bundeswehr zu Fachkräften für Lagerlogistik zivil ausbilden. Im Materiallager geht es auch international zu. Da der Eurofighter ein Gemeinschaftsprodukt von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien ist, haben Verbindungsoffiziere dieser Länder Büros auf dem Diepholzer Fliegerhorst und arbeiten an der Ersatzteilversorgung mit – im „quadronationalen Transitzentrum“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Thomas Delaney: Seine Karriere in Bildern

Thomas Delaney: Seine Karriere in Bildern

Erinnerung an den Krieg: Sarajevos "Tunnel des Lebens"

Erinnerung an den Krieg: Sarajevos "Tunnel des Lebens"

Pebble Beach: Autoneuheiten beim Oldtimergipfel

Pebble Beach: Autoneuheiten beim Oldtimergipfel

Rasende Raubkatze - 25 Jahre Jaguar XJ220

Rasende Raubkatze - 25 Jahre Jaguar XJ220

Meistgelesene Artikel

Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festival: Happy End am Himmelszelt

Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festival: Happy End am Himmelszelt

Wetterexperte zum Ballon-Fahrer-Festival: „Wind ist unser Hauptfeind“

Wetterexperte zum Ballon-Fahrer-Festival: „Wind ist unser Hauptfeind“

Rettungshubschrauber im Einsatz: Radfahrer von Auto erfasst

Rettungshubschrauber im Einsatz: Radfahrer von Auto erfasst

Steinkamp nach Unterspülung gesperrt

Steinkamp nach Unterspülung gesperrt

Kommentare