Frauen aus dem Kirchenkreis „weben am Leben“ in der Kirche

Zukunft der Kirche in Frauenhand

Die Diepholzer Delegation zum 75-jährigen Jubiläum des Frauenwerks der Hannoverschen Landeskirche mit ihren Kreisfrauenbeauftragten (v.r.) Ingrid Rüter-Pfeil und Christa Funck. - Foto: Bredemeyer

Diepholz - „Am Leben weben“ hieß das Motto des 75-jährigen Jubiläums der kirchlichen Frauenwerks in der Hannoverschen Landeskirche. Unter den mehr als 300 Teilnehmerinnen in der hannoverschen Stadt- und Hofkirche waren 16 Vertreterinnen aus dem Kirchenkreis Grafschaft Diepholz. „Ein musterhaftes Programm aus Frauenhand“, stellten die Diepholzerinnen mit ihren Beauftragten der Frauenarbeit im Kirchenkreis, Christa Funck aus Sulingen und Ingrid Rüter-Pfeil aus Lembruch, fest.

Weben, knüpfen, bündeln und zusammenfügen, das liegt Frauen. Im übertragenen Sinne schaffen sie damit einen tragfähigen Zusammenhalt auf unterschiedlichen Bahnen. Vor 75 Jahren unterband das das Naziregime und verbot Gruppierungen und Verbände.

Die christlich orientierten Frauengruppen gliederten sich darum 1941 bewusst als Christinnen in die Gemeinden der Landeskirche Hannovers ein und konnten hier als „Landeskirchliche Frauenarbeit“ überleben. Das war der Geburtstag des Frauenwerks.

Nach dem Krieg entfalteten sie von neuem ihr sozialdiakonisches Profil. Dazu gehörten Mütter-Kind-Kuren, Familienbildungsstätten, Heime für obdachlose Mädchen, Sorge für Rückkehrerinnen aus russischer Kriegsgefangenschaft und manches mehr.

Auch in Diepholz gab es dementsprechende Frauenkreise, die sich der Zeit anpassten. Einer trägt heute bezeichnenderweise den Titel „Lebendige Gemeinde“. Ehrenamtliche Leiterin ist Pastorin Friederike Müller.

Zum großen Tagesprogramm mit Eröffnungsgottesdienst und Festakt zählten thematische Gesprächsrunden. Der Rückblick in die Entwicklung der Frauenarbeit nahm einen besonderen Platz ein. Erinnert wurde dabei an ein turbulentes Forum von 1989 in Hannover mit über 600 Frauen, mit dabei waren etliche Diepholzerinnen.

Die dort formulierten Forderungen behandelte anschließend die Synode. Der Ball um die Anerkennung der wertzuschätzenden Stellung haupt- und ehrenamtlicher Frauen in der Kirche kam ins Rollen. Sehr deutlich ging es dabei um die gleichberechtigte Stellung von Frauen bis in die hohen Kirchenämter hinein. Vor Ort sollte es Frauenbeauftragte in den Kirchenkreisen geben, die feministische Theologie sollte gefördert und eine Stelle zur Wahrnehmung der Aufgaben einer „Erneuerten Gemeinschaft von Frauen und Männern in der Kirche“ eingerichtet werden. Ergebnisse wie den Amtsantritt einer Landesbischöfin, einer Landespastorin, einer Oberkirchenrätin und einer Landesbeauftragten stellten sich ein.

„Und wie geht es weiter?, wurde im Podiumsgespräch mit Landesbischof Ralf Meister gefragt. Ganz eindeutig wird sich weiter zur Stärke der Frauen bekannt, die es auch gerade im Dialog mit den Männern schafft, auf ihre Art kreativ am Leben in der Kirche „zu weben“. Der Bischof vertraut auf ihr„geistreiches Schaffen“.

Und am Ende kaum es zur Aussage von Oberkirchenrätin Heike Köhler, die den über 300 Teilnehmerinnen als Merksatz im Gedächtnis bleiben wird: „Wer eine Zukunft der Kirche will, muss in Frauen investieren.“

hb

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