Vorsicht, Gefahr im Brunnen

Zu viel Aluminium im Wasser

Zu sauer oder in Ordnung? Harald Gülzow wertet eine Probe mit Brunnenwasser aus.
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Zu sauer oder in Ordnung? Harald Gülzow wertet eine Probe mit Brunnenwasser aus.

Landkreis Diepholz. Der VSR Gewässerschutz schlägt Alarm: Hohe Aluminiumwerte in privat genutzten Brunnen im Kreis Diepholz stellten Harald Gülzow und seine Mitarbeiter fest. Die Umweltschutzorganisation erläutert in einer Mitteilung: „Bei den Untersuchungen wurde der Grenzwert der Trinkwasserverordnung für Aluminium von 0,2 Milligramm pro Liter wiederholt überschritten.

Die höchste festgestellte Aluminiumkonzentration lag im Wasser eines Brunnens in Lahausen mit 0,85 Milligramm pro Liter.“

Darüber hinaus meldet der VSR hohe Aluminiumwerte aus Stuhr-Bürstel (0,6 mg/l), Groß Lessen (0,55 mg/l), Varrel (0,45 mg/l) und Rathlosen (0,40 mg/l). Ausgewertet hatte der VSR Proben aus Brunnen, die ihre Besitzer oder Nutzer aus eigenem Interesse zur Untersuchung gebracht hatten. Der VSR bietet diese Dienstleistung in verschiedenen Orten regelmäßig an.

2019/2020 waren nach Auskunft von Harald Gülzow 322 Proben ausgewertet worden. Im Auftrag der Kunden untersuchten er und seine Kollegen die Wasserproben nach verschiedenen Parametern: „Salz, Säure, Nitrat, Eisengehalt und Kolibakterien“, nennt Harald Gülzow die wichtigsten. Wenn ein besonders hoher Säuregehalt festgestellt werde, würden die Wasserproben weiter untersucht.

Besonders sauer waren 180 der 322 Proben, sie hatten einen pH-Wert unter 6. Bei 86 Proben lag er laut VSR sogar unter 5,5. Diese Proben waren Basis der jetzt vorgelegten Auswertung. „Bei solch niedrigen Werten lösen sich schädliche Stoffe wie Aluminium im Grundwasser. Ursache sind die hohen Ammoniakverluste in der Massentierhaltung, die zu einer Versauerung des Grundwassers führen“, sagt Harald Gülzow.

Zuständig für den Gewässerschutz sind zum einen der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) sowie die Untere Wasserbehörde des Landkreises Diepholz. „Die Auswertungen der nächstgelegenen NLWKN-Gütemessstellen lassen keinen Rückschluss auf erhöhte beziehungsweise steigende Aluminiumkonzentrationen zu“, berichtet Mareike Rein als Pressesprecherin des Landkreises – und weiter: „Es ist in den letzten Jahren sogar eher eine gegenteilige Entwicklung bei den betrachteten Messstellen zu verzeichnen.“

In sämtlichen großen öffentlichen Trinkwasserversorgungsunternehmen im Landkreis Diepholz gebe es keine Probleme hinsichtlich erhöhter Aluminiumkonzentrationen im Trinkwasser.

Private Garten- oder Trinkwasserbrunnen sind anzeigepflichtig. Letztere müssen auch dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Zurzeit seien dem Landkreis 70 private Eigenversorgungsbrunnen bekannt, so Mareike Rein.

Das Gesundheitsamt überprüfe die Trinkwasserbrunnen regelmäßig. Beim Parameter Aluminium handele es sich um einen geschmacklichen und damit sensorischen Grenzwert, erhöhte Konzentrationen könnten zur Trübung des Wassers führen. Die Pressesprecherin betont: „Sollten bei Trinkwasserbrunnen erhöhte Werte im Rahmen der behördlichen Überwachung festgestellt werden, können diese durchaus mit Ausnahmegenehmigung weiterbetrieben werden, wenn keine gesundheitliche Gefährdung zu befürchten ist.“

Heißt: Die Menge macht’s. „Zu viel Aluminium im Gießwasser verursacht massive Schädigungen der Pflanzen im Garten“, sagt Gülzow. „In Teichen wirken bereits geringe Konzentrationen auf Fische giftig.“ Auch Menschen, die das Wasser trinken, könnten auf Dauer krank werden.

Von Anke Seidel

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