Kreistagssitzung am Montag, 18. Juni

Landkreis Diepholz: Zivilcourage soll mit neuem Preis belohnt werden

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Wer in brenzligen Situationen anderen hilft, zeigt Zivilcourage: Das soll jetzt ausgezeichnet werden.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Menschen, die in schicksalhaften Situationen anderen Menschen helfen, sollen belohnt werden.

Im Landkreis Diepholz soll künftig ein Zivilcourage-Preis verliehen und pro Jahr mit 1000 Euro ausgestattet werden. Der entscheidende Beschluss dafür steht auf der Tagesordnung des Kreistags, der am Montag, 18. Juni, um 15.30 Uhr im Neubruchhauser Hotel Zur Post tagt – öffentlich.

Der Zivilcourage-Preis soll Bürgern verliehen werden, die beispielhaften Mut bewiesen haben – sei es bei Hilfeleistungen nach Unfällen oder bei der Aufklärung von Kriminalität. 

„Gemeint ist der Mut von Bürgern, sich im alltäglichen Zusammenleben durch eine nicht selbstverständliche oder rechtlich vorgeschriebene Handlung für andere einzusetzen. Dabei gilt es, sich nicht selber in Gefahr zu bringen“, heißt es zu den Kriterien der Preisverleihung.

Der Vorschlag für die Ehrung kam vom Polizeiinspektionsleiter

Wie von Landrat Cord Bockhop zu erfahren war, hatte der bisherige Polizeiinspektions-Leiter Bernd Kittelmann in der Lenkungsgruppe Prävention im Blick die Vergabe eines solchen Preises vorgeschlagen.

„In unregelmäßigen Abständen“, so formuliert es Bernd Kittelmann, habe die Polizei in den vergangenen Jahren Menschen für besonderes Handeln gewürdigt – wie eine 18-jährige Studentin, die während einer Zugfahrt ein äußerst verdächtiges Telefonat mithörte. 

Eine Sitzreihe hinter ihr prahlte ein Mann am Handy, er habe gerade einen Einbruch in Diepholz begangen und wolle nun seine Beute „verticken“. Die junge Frau machte unbemerkt Fotos von dem Mann  und zeigte sie am Bremer Hauptbahnhof Polizeibeamten. Sie ermittelten sehr schnell, dass es sich bei dem Mann um einen gesuchten mutmaßlichen Einbrecher handelte.

Hilfe bei Aufklärung oder in Notsituationen soll prämiert werden

Eine Auszeichnung hatten auch ein Jäger und seine Frau erhalten, die der Polizei ein verdächtiges Fahrzeug in der Feldmark meldeten. Es war der entscheidende Tipp: Die Polizei stellte danach Diebesgut im Wert von mehr als 15.000 Euro sicher und konnte einer organisierten Gruppe sieben Einbrüche zuordnen.

Eine Auszeichnung hatten ebenso vier Menschen erhalten, die einen Sechsjährigen vor dem Ertrinken gerettet hatten.

Jährlich soll der neue Zivilcourage-Preis künftig verliehen werden. „Dabei sollen nicht nur spektakuläre Taten, sondern auch alltägliche Hilfeleistungen für Mitmenschen im Fokus stehen“, heißt es dazu. Kandidaten dafür vorschlagen können Polizei, Kommunen, kommunale Präventionsräte sowie alle Bürger. „Die Fälle müssen objektiv nachprüfbar sein“, lautet ein wichtiges Kriterium dafür.

Anfang 2019 soll der erste Preis vergeben werden

Aus allen Vorschlägen soll die Lenkungsgruppe Prävention im Blick in ihrer letzten Sitzung eines Jahres bis zu drei preiswürdige Zivilcourage-Fälle auswählen. Die endgültige Entscheidung darüber soll dann der Kreistag treffen – und den Preis in der ersten Sitzung des neuen Jahres vergeben.

„Der Preis soll dazu ermuntern, häufiger Zivilcourage zu zeigen, da dies das subjektive Sicherheitsgefühl der Gemeinschaft fördert“, heißt es zu den Grundsätzen. Mithilfe einfordern, genau beobachten, sich um das Opfer kümmern und als Zeuge am Tatort bleiben: Das gehöre zu den Grundregeln zivilcouragierten Handelns.

Menschen helfen Menschen

Drei beispielhafte Fälle von Zivilcourage:

Barrien, 9. Mai 2012: Eine Taxi-Fahrerin wird ohnmächtig – während der Fahrt zur B 6 in Barrien und mit einem Dialyse-Patienten im Fahrzeug. Der Mann greift beherzt ins Steuer und lenkt den Wagen nach rechts auf den Grünstreifen. So verhindert er einen Unfall auf der B 6.

Drentwede, 9. Juli 2013: In den frühen Morgenstunden verunglückt ein Autofahrer auf der B 51. Sein Wagen prallt gegen einen Baum, das Auto fängt Feuer. Der Fahrer eines Linienbusses sieht das Unglück, hält an und kann den Mann in letzter Sekunde aus dem Wrack retten.

Bassum, 10. Januar 2018: Eine 16-Jährige entdeckt während der Zugfahrt einen leblosen Mann in einem Abteil. Sie ist die einzige, die sich kümmert, und ruft die Schaffnerin. Der umgehend alarmierte Notarzt kann nur noch den Tod des Mannes feststellen. - sdl

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