Anforderungen nur mit Überstunden erfüllbar 

Ziel: Mehr Geld für Fachpersonal in Kinder- und Jugendhilfe

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Gemeinsam für bessere Bedingungen: Vertreter des VPK begrüßte Bernhard Schubert (l.) auf dem Rittergut Ovelgönne in Bücken, an der Spitze den Landesvorsitzenden Uwe Juraschek(v.r.) 

Bücken - Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtungen, die einen staatlichen Auftrag erfüllen, müssen vom Bund finanziell besser ausgestattet werden. Das fordern die Vertreter des Landesverbands Privater Träger der freien Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe in Niedersachsen (VPK). Geschäftsführer und Leiter großer Einrichtungen in diesem Verband befassten sich während der Landestagung auf dem Rittergut Ovelgönne in Bücken mit aktuellen Herausforderungen – wie den akuten Fachkräftemangel.

„Dieses Thema ist der Politik seit Jahren bekannt, doch leider wird nicht mit der gebotenen Entschlossenheit dagegen gesteuert. Damit dieses zunehmende Problem nicht zu einer Katastrophe wird, müsste umgehend Vorgabe sein, dass die sozialpädagogische Ausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin mit einer angemessenen Ausbildungsvergütung honoriert wird“, betont der VPK in einer Pressemitteilung über die Tagung mit Uwe Juraschek als Vorstand des VPK Niedersachsen an der Spitze.

„Die Mitgliedseinrichtungen entwickeln immer wieder neue Konzepte für Kinder und Jugendliche in der stationären und ambulanten Kinder- und Jugendhilfe“, heißt es in der Pressemitteilung mit Hinweis auf die Einrichtung „Kleine Strolche“ in Asendorf. Ziel sei es, einerseits den sich veränderten und immer wieder neuen gesetzlichen Rahmenbedingen und Vorgaben – wie zum Beispiel die EU-Datenschutzgrundverordnung – zu entsprechen, und andererseits auf die Veränderungen in der Gesellschaft zu reagieren.

Kleinkinder bedienen Handys

„Manche Kinder können heutzutage früher mit einem Handy umgehen als Sprechen lernen. Dies hat natürlich weitreichende, meist negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern“, weiß Bernhard Schubert als Leiter der Asendorfer Einrichtung „Kleine Strolche“.

Die Umsetzung von immer neuen und umfangreichen Gesetzesvorgaben raube den Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtungen sehr viel Zeit. Ohne Überstunden seien die Anforderungen nicht mehr zu bewältigen: „Hier fordert der VPK, dass allen Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtungen anteilmäßig finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, um diesen Auftrag auch erfüllen zu können.“ Im Juni habe der Bundestag eine Aufstockung der staatlichen Parteienfinanzierung in Höhe von 25 Millionen Euro jährlich gebilligt, nennt der VPK ein Beispiel. 

Begründet worden sei die Aufstockung unter anderem mit der Kommunikation im Internet, die Parteien fast rund um die Uhr fordere, und den neuen Datenschutzanforderungen im Netz. „Eine finanzielle Anpassung muss umgehend auch den Kinder- und Jugendhilfe- Einrichtungen, welche einen staatlichen Auftrag erfüllen, zugestanden werden“, lautete die Schlussfolgerung bei der Tagung des VPK.

Während ihrer Zusammenkunft in Bücken setzten sich die Teilnehmer ebenso mit dem Thema Personalmanagement in sozialen Einrichtungen auseinander. Außerdem diskutierten sie die Auswirkungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung auf ihre Arbeit und thematisierten das Arbeitszeitrecht.

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