300 Autos und 500 Teilnehmer angemeldet

Zukunft von ZF: Aktion auf dem Diepholzer Marktplatz

Auf dem Diepholzer Marktplatz veranstaltet die IG Metall – wie bereits Ende Juni (Archivfoto) – am Freitag eine Kundgebung mit Autokorso gegen den Stellenabbau bei ZF und den möglichen Verkauf des Diepholzer Werkes EI (Schaltungssysteme).
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Auf dem Diepholzer Marktplatz veranstaltet die IG Metall – wie bereits Ende Juni (Archivfoto) – am Freitag eine Kundgebung mit Autokorso gegen den Stellenabbau bei ZF und den möglichen Verkauf des Diepholzer Werkes EI (Schaltungssysteme).

Diepholz – Der Diepholzer Marktplatz dürfte voll werden: 500 Teilnehmer und 300 Autos hat die Industriegewerkschaft (IG) Metall für ihre Kundgebung am Freitagnachmittag, 14. Mai, in der Kreisstadt angemeldet. Titel der Veranstaltung: „Eine Region steht auf!“ Beginn der Kundgebung gegen den Stellenabbau in den Werken von ZF und gegen den möglichen Verkauf des Diepholzer Werkes Electronic Interfaces (EI, Schaltungssysteme) ist um 15 Uhr – unter Corona-Bedingungen.

Zahlreiche Betriebsratsvertreter und Politiker stehen auf der Rednerliste. Zum Abschluss der Kundgebung gegen 17 Uhr startet ein Autokorso vom Marktplatz (Auf dem Esch) aus.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ZF Friedrichshafen AG Werke ,Rund um den Dümmer’ sind entsetzt über die weitere Nachricht, die sie zu einem möglicherweise geplanten Verkauf des Werkes in Diepholz erhielten“, so eine Pressemitteilung der IG Metall: „Schon im letzten Jahr ereilte sie die verheerende Nachricht, dass das älteste Werk in Damme Ende 2023 geschlossen wird.“ Zurzeit gelte noch der Tarifvertrag zur Stärkung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit und Beschäftigung am Multidivisionsstandort Lemförde. Dieser wurde im Jahr 2016 abgeschlossen. „Sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ,Rund um den Dümmer’ verzichteten zum Erhalt der Arbeitsplätze auf eine zweiprozentige Entgelterhöhung dauerhaft. Die dort vereinbarte Beschäftigungssicherung, das heißt Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen, läuft zum 31. Dezember 2022 aus“, so die IG Metall weiter. Es stelle sich die Frage, wie es ab dem 1. Januar 2023 „Rund um den Dümmer“ mit den 3 500 Beschäftigten des Automobilzulieferers ZF weitergehe. „Wird es betriebsbedingte Kündigungen geben?“, fragt die Gewerkschaft.

Betriebsrat befürchtet Abbau von 1.000 Arbeitsplätzen

Laut Darstellungen des Standortbetriebsrates plant ZF, in den nächsten Jahren etwa 1 000 Mitarbeiterstellen rund um den Dümmer abzubauen, also etwa ein Drittel aller Beschäftigten in den fünf heimischen Werken des Unternehmens.

Vor diesem Hintergrund erhofft sich Friedrich Hartmann, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nienburg-Stadthagen, Unterstützung aus der Politik. Auf der Rednerliste stehen – neben Betriebsratsvertretern verschiedener ZF-Standorte – die Bundestagsabgeordneten Katja Keul (Bündnis 90/Die Grünen) und Amira Mohamed Ali (Oldenburg, Co-Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag und frühere ZF-Mitarbeiterin) sowie die SPD-Bundestagskandidatin Peggy Schierenbeck. Hartmann geht davon aus, dass auch Abgeordnete der CDU bei der Kundgebung in Diepholz sprechen werden. Eine Absage habe er von Landrat Cord Bockhop bekommen. Und vom Diepholzer Bürgermeister Florian Marré habe er bislang keine Zusage erhalten, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung

Bühne mit Livemusik

Die Forderung der IG Metall: „Die Einhaltung der abgeschlossenen Tarifverträge, Zukunftssicherung der Standorte ,Rund um den Dümmer’, insbesondere den Erhalt der Produktion um den Dümmer mit zukunftsfähigen Projekten, und eine Beschäftigungssicherung aller Kolleginnen und Kollegen über 2022 hinaus.“

Für die Kundgebung wird auf dem Diepholzer Marktplatz eine Bühne auf einem Tieflader aufgebaut – nicht nur für die vielen Redner. Es gibt auch Livemusik von Frank Wesemann aus Nienburg.

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