Knoerig bekommt keine Fragen gestellt 

Bundestagsabgeordnete erhalten Zeugnisse

Landkreis Diepholz - Welcher Bürger möchte nicht auch mal seinen Politikern ein Zeugnis ausstellen? Das Internetportal abgeordnetenwatch.de tut seit Jahren genau das und hat zum Abschluss des Schuljahres alle Bundestagsabgeordneten benotet. Grundlage dafür ist die Anzahl der beantworteten Fragen, die Bürger den Abgeordneten auf der Homepage des Portals stellen können.

Nachdem der im Landkreis gewählte CDU-Abgeordnete Axel Knoerig 2015 und 2016 (2017 gab es keine Zeugnisse) ein „sehr gut“ erhalten hat, findet er sich in diesem Jahr am Ende der Liste wieder. Der Grund: Ihm sind keine Fragen gestellt worden. Diese werden noch kommen, ist er sich sicher, betont aber, dass es nur ein Weg sei, mit ihm in Kontakt zu treten: „Ich erhalte auch viele E-Mails sowie Nachrichten über soziale Medien. Daneben teilen zahlreiche Bürger ihre Anfragen per Briefpost und am Telefon mit. Es steht den Wählern offen, welchen dieser Kommunikationswege sie nutzen möchten.“

Wenige Fragen erhielt auch Maik Beermann (CDU), der für den Wahlkreis Nienburg II – Schaumburg im Bundestag sitzt. Zwei aktuell gestellte Fragen, wurden mit einem Textbaustein beantwortet, der auf Kontaktmöglichkeiten verweist, Abgeordnetenwatch bewertet das negativ und stellt dem CDU-Mann ein „ungenügend“ aus.

Kommunikation auf Augenhöhe

Beermann macht sich daraus wenig, die Plattform sei mittlerweile obsolet: „Man kann mich als Abgeordneten persönlich auch ohne Vermittler auf zahlreichen Kanälen (E-Mail, Facebook, Telefon, Post, WhatsApp) direkt und persönlich erreichen. Während ich hunderte Anfragen übers Jahr gewissenhaft beantworte, bekomme ich für einige wenige auf einer externen Plattform eines Unternehmens negative Presse“, schreibt er auf Anfrage unserer Zeitung.

Da es von solchen Plattformen mittlerweile viele gebe, so Beermann, hat er sich von allen verabschiedet. „Ein großer Anteil meiner Anfragen sind persönliche Belange der Menschen, die in der Öffentlichkeit für alle lesbar ohnehin nichts verloren haben.“ Dieses Persönliche sei auf Online-Plattformen wie abgeordnetenwatch nicht zu finden. Ganz im Gegenteil, sie erlauben keine Kommunikation auf Augenhöhe, da die Fragensteller dem Abgeordneten über anonym bleiben.

Für Beermann ist klar: Dem wertvollen Kontakt von Abgeordnetem zu Wähler steht mit abgeordnetenwatch „ein reiner Online-Pranger“ gegenüber. 

ml

Rubriklistenbild: © dpa

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