Begleitung durch Fachunternehmen 

Zentralklinik Landkreis Diepholz: Suche nach Standort startet

Rund 50 verschiedene Karten gehören zurzeit zum Handwerkszeug von (v.l.) Klinikverbund-Geschäftsführer Uwe Lorenz, dem Ersten Kreisrat Wolfram van Lessen als Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Cord Bockhop. Foto: Anke Seidel

Ihr Bau ist beschlossen, jetzt startet die Suche nach dem Standort für die neue Zentralklinik im Landkreis Diepholz.

  • Die Weichen für eine Zentralklinik für den Kreis Diepholz sind gestellt 
  • Der Kreistag stimmt mit großer Mehrheit für den Bau 
  • 187 Millionen Euro sind beantragt
  • Die Standortsuche beginnt jetzt


Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Der Standort für den Bau der Zentralklinik im Landkreis Diepholz soll nach objektiven, systematischen und fachlich nachvollziehbaren Kriterien erfolgen. Auf diesem Weg lässt sich der Landkreis von einem professionellen Unternehmen begleiten. Nach einem für alle Beteiligten nachvollziehbaren Punktesystem soll der bestmögliche Standort für die Zentralklinik im Landkreis Diepholz ermittelt werden – im Konsens mit dem Kreistag und den Städten und Gemeinden.

Deshalb hat es, so berichtet Landrat Cord Bockhop, bereits eine erste Gesprächsrunde mit den Bürgermeistern der Städte und Gemeinden im Landkreis Diepholz gegeben. Am Freitag hat sich nun der Kreisausschuss mit der vorbereitenden Arbeit der Fachfirma, den sachgerechten Kriterien und einer Prioritätenliste befasst. „Es hat viele Fragen gegeben“, berichtet der Landrat über die – grundsätzlich nichtöffentliche – Sitzung des Kreisausschusses. Den Beschluss der Kriterien beschreibt Cord Bockhop als „sehr konsensual“. Das Ziel ist eine breite Basis.

Grundstück für Zentralklinik gesucht

„Wir brauchen die Gemeinden“, fordert Landrat Cord Bockhop die Kommunen auf, sich mit Vorschlägen für ein geeignetes Grundstück an der Standortsuche zu beteiligen. Mindestes sechs Hektar groß muss es ein, außerdem über drei weitere Hektar für mögliche Erweiterungen oder Einrichtungen in der Zukunft verfügen, stellt Uwe Lorenz als Geschäftsführer der Kliniken im Landkreis Diepholz klar, der gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden, Erster Kreisrat Wolfram van Lessen, am Tisch sitzt. Außerdem muss die Fläche so zugeschnitten sein, dass darauf ein kompakter und wirtschaftlicher Baukörper entstehen kann.

Das Grundstück muss nicht nur bauplanungsrechtlichen Kriterien entsprechen (wie zum Beispiel Abstand zu Windkraftanlagen, Hochspannungsleitungen und industriellen Betrieben), sondern auch über die notwendige Infrastruktur verfügen (wie Ver- und Entsorgungsleitungen) und verkehrlich angebunden sein (wie Bundesstraßen, Bahnanschluss, Wegenetz). Genauso wichtig ist die Beschaffenheit (beispielsweise Baugrund, archäologische Funde, Kampfmittelfreiheit). Verfügbarkeit und Beschaffungskosten spielen ebenso eine Rolle. Insgesamt gibt es sieben Eignungskriterien (siehe Infokasten).

Zentralklinik: „Es kommt am Ende auf die Summe der Faktoren an.“

Mit im Blick haben die Verantwortlichen das Zentrum für seelische Gesundheit in Bassum, dessen Patienten auf Beratung und somatische Behandlungsmöglichkeiten angewiesen sind – wie in einer erreichbaren Klinik. „Aber es ist ein Faktor von vielen“, sagt Landrat Cord Bockhop –und rechnet vor, dass bei der Bewertung per Punktesystem diese Erreichbarkeit nur 1,5 Prozent betragen könnte: „Es kommt am Ende auf die Summe der Faktoren an.“

Zum Handwerkszeug für die Standortsuche der Zentralklinik gehören rund 50 Karten und konkrete Berechnungen, die Antworten auf elementare Fragen geben sollen: „Mit welchem Standort erreichen wir die meisten Menschen?“ Das werde für den gesamten Landkreis ausgerechnet – ebenso die Erfüllung des Sicherstellungsauftrags für den gesamten Landkreis Diepholz. Schließlich sind auch die Standorte der Mitbewerber – sprich die Kliniken außerhalb des Landkreises Diepholz – ein Aspekt.

Sandortsuche im ganzen Landkreis Diepholz

Die Standortsuche umfasst den gesamten Landkreis: „Das ist ein offenes Rennen“, betont der Landrat. Die Bürgermeister der 15 Städte, Gemeinden und Samtgemeinden haben ein 15 Seiten starkes „Pflichtenheft Grundstück“ erhalten. Die Standardvoraussetzungen sollen sie bis zum 6. März abgearbeitet haben. Aufwändigere, aber ebenso notwendige Unterlagen können sie bis zum 23. März nachreichen. Sind Bauentwicklungsplanungen erforderlich oder ist die Abwicklung von Grundstücksankäufen noch nicht abgeschlossen, so können die Kommunen das bis Ende Mai nachholen, stellt Cord Bockhop klar.

Aber schon Ende März, also nach dem zweiten Abgabetermin, soll die Fachfirma mit der Auswertung der Grundstücksvorschläge nach besagten Kriterien und dem Punktesystem beginnen.

„Es wird eine objektive und neutrale Bewertung der vorgeschlagenen Grundstücke vorgenommen und so das am besten geeignete Grundstück ausgewählt“, heißt es in einer Pressemitteilung dazu. Das Fachunternehmen soll seine Arbeit am 29. Mai beenden.

Dann soll eine Beschlussvorlage für den Kreistag erarbeitet werden. „Wenn alles gut läuft“, so sind sich Landrat Cord Bockhop, Erster Kreisrat Wolfram van Lessen und Geschäftsführer Uwe Lorenz einig, könne der Kreistag schon am 22. Juni – noch vor der Sommerpause – über den Standort entscheiden: „Nach einer Matrix.“

Derweil haben sich schon mehrere Städte beworben: 

Twistringens Bürgermeister Jens Bley rollt für die geplante Zentralklinik im Landkreis Diepholz den roten Teppich aus. In Bassum werden mögliche Flächen ausgelotet und auch die Stadt Sulingen bewirbt sich.

Für die Auswahl des bestmöglichen Klinikstandorts gelten sieben Eignungskriterien: 

+ Grundstücksgröße und Zuschnitt 

+ Bauplanungsrechtliche Eckdaten 

+ Grundstücksbeschaffenheit 

+Regionalität, Wohnortnähe, Anbindung 

+Einzugsgebiet, Patienten- wanderung, Abdeckung im Landkreis 

+Öffentliche Erschließung: Anbindung an das Ver- und Ent- sorgungsnetz sowie an den Öffentlichen Personennahverkehr sowie an das Straßen- und Wegenetz im Landkreis 

+Beschaffungskosten 

Weitere Infos im Internet: www.kliniken-lkd.de/zentralklinikum

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Biathlon-WM 2020: Die besten Bilder aus Antholz

Biathlon-WM 2020: Die besten Bilder aus Antholz

Mit diesen Kartoffeltricks kochen Sie die Knolle noch leckerer

Mit diesen Kartoffeltricks kochen Sie die Knolle noch leckerer

BIB Syke 2020 - der Donnerstag auf der Berufsinformationsmesse

BIB Syke 2020 - der Donnerstag auf der Berufsinformationsmesse

Karneval gestartet - Gedenken an die Opfer von Hanau

Karneval gestartet - Gedenken an die Opfer von Hanau

Meistgelesene Artikel

DSDS-Kandidatin flasht Dieter Bohlen - doch das reicht nicht

DSDS-Kandidatin flasht Dieter Bohlen - doch das reicht nicht

Feuerwehr eilt zu einem Gasleck - Energieversorger findet schnell den Fehler

Feuerwehr eilt zu einem Gasleck - Energieversorger findet schnell den Fehler

Decathlon kann kommen, doch Stadt Delmenhorst klagt dagegen

Decathlon kann kommen, doch Stadt Delmenhorst klagt dagegen

Niels Thomsen überreicht Rathaus-Schlüssel an Stephan Korte

Niels Thomsen überreicht Rathaus-Schlüssel an Stephan Korte

Kommentare