Klinikverbund will ausbilden

Zentralklinik in Twistringen soll akademisches Lehrkrankenhaus werden

Lernen, Arzt zu sein: Nach dem Willen der Geschäftsführung der Kliniken Landkreis Diepholz, soll die geplante Zentralklinik in Twistringen-Borwede dabei helfen, Studentinnen und Studenten auszubilden.
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Lernen, Arzt zu sein: Nach dem Willen der Geschäftsführung der Kliniken Landkreis Diepholz, soll die geplante Zentralklinik in Twistringen-Borwede dabei helfen, Studentinnen und Studenten auszubilden.

Für den ärztlichen Nachwuchs soll die Zentralklinik in Borwede eine besondere Bedeutung haben – als akademisches Lehrkrankenhaus. Dieses Ziel strebt der Klinikverbund des Landkreises Diepholz an und will es Schritt für Schritt realisieren – so wie die Zentralklinik selbst. Nicht nur Pflegekräfte, sondern auch Mediziner sollen also in der Zukunft in Borwede ihre praktische Ausbildung erhalten.

Landkreis  Diepholz – Die Kliniken in Bassum, Diepholz und Sulingen erfüllen die Voraussetzungen für eine solche medizinische Ausbildungsstätte nicht. „Die Tiefe des Leistungsspektrums ist dort nicht gegeben“, erläutert es Uwe Lorenz als Geschäftsführer des Klinikverbunds.

Akademische Lehrkrankenhäuser sind Schnittstelle zwischen Universität und Praxis

Genau die ist erforderlich, weil ein akademisches Lehrkrankenhaus die Schnittstelle zwischen der Universität – also dem theoretischen Wissen – und der praktischen Arbeit eines Arztes ist. Basis für eine solche Partnerschaft zwischen einer Universität und einer Klinik: ein Vertrag.

Wer diese praktische Wissensvermittlung übernehmen will, muss hohe Anforderungen erfüllen. So liegt die Mindestzahl der Betten in einer medizinischen Abteilung bei 60. Außerdem müssen die Studenten jederzeit Zugang zu medizinischer Literatur haben. Also: Als akademisches Lehrkrankenhaus muss die Zentralklinik über eine Bibliothek verfügen.

Geschäftsführer Uwe Lorenz ist optimistisch, genug Fachkräfte zu finden

Vor allem aber über umfassend qualifizierte Ausbilder: Ärzte, die aufgrund ihrer Qualifikation und Erfahrung als Lehrbeauftragte an einer Hochschule habilitiert sind, dürfen auch als Prüfer in den entscheidenden medizinischen Abschlussprüfungen der Studenten wirken. „Das sind in der Regel die Chefärzte“, so erläutert Uwe Lorenz eine wichtige Funktion der Professoren an Kliniken. Er ist zuversichtlich, im Laufe der kommenden Jahre genügend ausreichend qualifizierte Funktionsträger für die neue Zentralklinik gewinnen zu können. Denn durch ihr breit aufgestelltes Aufgabenspektrum durch die Bündelung der bisherigen medizinischen Sparten in Bassum, Diepholz und Sulingen in einem Krankenhaus entsteht ein neues Portfolio.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

In allen relevanten Fachabteilungen müssen Mindestfallzahlen erreicht sein, um als Ausbildungsstandort für junge Ärzte anerkannt zu werden. Die Medizinstudenten verbringen in der Regel ihr praktisches Jahr (PJ) im Lehrkrankenhaus. Genau dieser Status könnte auch eine effektive Ergänzung des Stipendiaten-Programms sein, das der Landkreis bereits seit Jahren anbietet – mit dem Ziel, zukünftige Ärzte in den Landkreis Diepholz zu holen. Der Status eines akademischen Lehrkrankenhauses hätte also eine zusätzliche Magnet-Funktion.

Akademische Partner der Zentralklinik wären die Unis Oldenburg und Hannover

Akademische Partner der Zentralklinik wären dabei die Universitäten Oldenburg und Hannover, so der aktuelle Stand der Überlegungen im Klinikverbund. Aber nicht nur den ärztlichen Nachwuchs hat der Klinikverbund im Blick. Genauso wichtig sind ihm möglichst schnell mehr Pflegekräfte. Uwe Lorenz: „Wir wollen die Zahl der Kursteilnehmer verdoppeln.“

Im Pflegekompetenzzentrum sollen deshalb nicht mehr 25 Teilnehmer in einem Kurs der generalisierten Grundausbildung teilnehmen, sondern 50 in zwei Kursen. Die Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann dauert drei Jahre. „Mit diesem Berufsabschluss können die Absolventen in der gesamten EU arbeiten“, betont Uwe Lorenz. Er verweist außerdem auf den Pflege-Ausbildungsverbund im Landkreis Diepholz, in dem Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste sowie der Klinikverbund und die BBS Europaschule mitwirken.

Landkreis erhofft sich Inbetriebnahme der Zentralklinik Ende 2027

Zurück zur Zentralklinik: Das Ziel ist es, die Generalplanung bis Ende 2022 abgeschlossen zu haben. Baustart ist dann jedoch noch lange nicht: 2023 müsste der Landkreis auf Grundlage der Generalplanung noch einen detaillierten Förderantrag an das Land stellen – auch wenn es bereits grundsätzlich grünes Licht für das Zentralklinikum gegeben hat.

Aber erst nach dem detaillierten Förderantrag kann ermittelt werden, welche Kosten das Land für die Zentralklinik trägt. Ziel ist es, das neue Krankenhaus Ende 2027 in Betrieb nehmen zu können. Gebaut wird auf einem etwa neun Hektar großen Gelände im Twistringer Ortsteil Borwede. Fachplaner hatten ermittelt, dass die meisten Einwohner des Landkreises Diepholz diese Klinik innerhalb einer Fahrtzeit von längstens 30 Minuten erreichen können.

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