W.I.N.-Gemeinden werben für Jobticket

Zahl der Pendler steigt

Landkreis  Diepholz - Von Katharina Schmidt. Die Kommunen der W.I.N.-Region (Wir im Norden) wollen Menschen im Landkreis Diepholz dazu bewegen, mit Bus oder Bahn zur Arbeit zu fahren. Seit Kurzem bewerben sie das sogenannte Jobticket, indem sie Unternehmen anschreiben und auf die Vorteile aufmerksam machen.

Das Ticket an sich ist nicht neu – der älteste Kunde hat sich bereits im Jahr 1996 registriert. Dass Bassum, Stuhr, Syke, Twistringen und Weyhe gemeinsam darauf aufmerksam machen, aber schon.

Ursprung der Aktion war, dass ein Mitarbeiter der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) das Prinzip des Jobtickets der W.I.N.-Arbeitsgruppe „Mobilität“ vorgestellt hat. Mindestens 50 Mitarbeiter eines Unternehmens können das Ticket für wenigstens zwölf Monate beziehen. Es können sich auch bis zu drei Unternehmen zusammenschließen – das kommt kleineren Betrieben zugute. Der Vertragsabschluss mit dem zuständigen Verkehrsunternehmen, die Abwicklung und die Abrechnung muss von einem Unternehmen übernommen werden. Der Vorteil bei all dem: Jobtickets sind günstiger als herkömmliche Fahrkarten.

In Bremen gibt es einige Firmen, deren Mitarbeiter das Ticket nutzen. Im Landkreis Diepholz bietet nur der Landkreis selbst seinen Mitarbeitern den Fahrschein an.

„Das Jobticket wird in unserer Region noch nicht aktiv genutzt“, weiß auch W.I.N.-Regionalmanager Michael Wenzel. „Entweder kennt das niemand“, sagt er. „Oder die strukturellen Voraussetzungen sind nicht da“ – also zum Beispiel die nötige Anzahl an Mitarbeitern, die ein solches Ticket nutzen würden.

Ob Unkenntnis der Grund ist, wird der Aufruf der W.I.N.-Region zeigen. Jetzt, wo die Mitgliedskommunen bei „ihren“ Betrieben für die Firmen-Fahrkarte werben, hat laut der BSAG immerhin bereits der ein oder andere Betrieb aus dem Landkreis Diepholz Interesse bekundet.

Wenn die Pendlerströme etwas abebben würden, könnten Mitarbeiter gelassener und ohne vorher im Stau zu stehen ankommen, vermutet Wenzel – das käme auch Arbeitgebern zugute.

Bahnstrecken ab Bremen viel genutzt

Im Landkreis Diepholz pendeln unter der Woche durchschnittlich täglich 6 800 Fahrgäste mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwecks Arbeit oder Ausbildung in den Landkreis Diepholz ein oder aus. Dies berichtet Eckhard Spliethoff, Pressesprecher des Verkehrsbundes Niedersachsen/Bremen (VBN), auf Anfrage. Die Daten stammen aus den Jahren 2012 bis 2015. In dem vorhergehenden Erhebungszyklus (2007 bis 2010) waren es etwa 400 Personen weniger. Zu beachten ist, dass es sich bei den Werten um Fahrgäste in den Fahrzeugen handelt. Pendler werden in der Regel zweimal im Fahrzeug angetroffen.

Von den 6 800 Fahrgästen haben die Buslinien, die in Bremen enden beziehungsweise starten, einen Anteil von 17,5 Prozent. Mehr als die Hälfte der ein- und auspendelnden Fahrgäste (56 Prozent) sind auf den Bahnstrecken RE9 (Bremen – Osnabrück) und RS2 (Bremen – Twistringen) unterwegs.

Zu denjenigen, die auf ihrem Arbeitsweg Kreisgrenzen überschreiten, kommen etwa 1 600 Fahrgäste hinzu, die für ihren Job ausschließlich innerhalb des Landkreises mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Dieser Wert ist in den vergangenen Jahren konstant geblieben.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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