WOCHE DER DIAKONIE Jugendberufshilfe „Razz Fazz“

Wurzeln und Flügel geben

Bodo von Bodelschwingh, Landwirt von Diplom-Sozialpädagoge, ist seit 1998 in der Jugendberufshilfe des Diakonischen Werks tätig. Er gehört zu den Mitinitiatoren und -organisatoren der Berufsmesse Diepholz und ist seit 2013 Chef der kirchlichen Lebensmittelausgabe „Diepholzer Platte Plus“, Projekt der Jugendberufshilfe und des Jugendmigrationsdienstes.
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Bodo von Bodelschwingh, Landwirt von Diplom-Sozialpädagoge, ist seit 1998 in der Jugendberufshilfe des Diakonischen Werks tätig. Er gehört zu den Mitinitiatoren und -organisatoren der Berufsmesse Diepholz und ist seit 2013 Chef der kirchlichen Lebensmittelausgabe „Diepholzer Platte Plus“, Projekt der Jugendberufshilfe und des Jugendmigrationsdienstes.

Diepholz – „Mein Leben lief total schief. Ich hatte keinen Plan, wie es mit mir weitergehen sollte. Und ich hatte auch keine Lust“, erinnert sich David S. aus Diepholz. Das Jobcenter vermittelte dem damals 25-Jährigen den Kontakt zur Jugendberufshilfe „Razz Fazz“ des Diakonischen Werks. „Um nicht noch mehr Stress zu bekommen“, wie er sagt, löste er hier seinen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein ein – „ohne Hoffnungen und Erwartungen“.

„Bei uns landen Jugendliche und junge Erwachsene, die aus unterschiedlichen Gründen im bisherigen (Berufs)Leben gescheitert sind“, erklärt Bodo von Bodelschwingh, Leiter der Jugendberufshilfe. Ihnen Wurzeln und Flügel zu geben, ist für den gelernten Landwirt und Diplom-Sozialpädagogen seit 1998 gleichsam Beruf und Berufung.

Anders als die klassische Berufsberatung, die eine Zielrichtung voraussetzt, um entsprechende Angebote herausfiltern zu können, beginnt die Jugendberufshilfe bei „Null“. Bodo von Bodelschwingh: „Die Vermittlung in Arbeit ist erst einmal nachrangig. Ich versuche, im Gespräch mit den Jugendlichen herauszufinden, was sie wirklich wollen; wir überlegen zusammen, in welchen Hafen es gehen soll und machen dann das Schiff klar. Der Klient ist Kapitän. Und ich bin allenfalls der Navigationsoffizier.“

Im Rahmen von „Razz Fazz Go!“ arbeitet Bodo von Bodelschwingh mit seinen Klienten drei Monate intensiv an der Suche nach Perspektiven. Im Einzelcoaching erfolgen Potentialanalysen, Berufszielfindungen und später die Begleitung in der Praxisphase. Die Jugendberufshilfe verfügt über ein gut funktionierendes Netzwerk mit Behörden, Einrichtungen und örtlichen Unternehmen. Bodo von Bodelschwingh wird stundenweise von Mitarbeiter Lothar Bode unterstützt. Und von zwölf ehrenamtlichen „Jobmentoren“, die die Klienten bei Bedarf individuell auf ihrem Weg begleiten.

Der ganzheitliche Ansatz ist der Grundstein des Erfolgs: Auch die Hilfe bei der Wohnungssuche oder die Schaffung eines finanziellen Rahmens etwa für eine Ausbildung gehört zum Gesamtpaket von „Razz Fazz“. Bei der Bewältigung von persönlichen Problemen unterstützen weitere Dienste des Diakonischen Werks wie die Sucht- oder Schuldnerberatung.

Die Jugendberufshilfe ist gemäß der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung „Arbeitsförderung“ (AZAV) zertifiziert, Träger ist der Kirchenkreisverband Diepholz-Syke-Hoya. In der Regel werden die Klienten durch das Jobcenter vermittelt, das die Maßnahmen zu 90 Prozent finanziert; es gibt aber auch „Selbstmelder“.

„Jede Biografie ist einzigartig“, sagt Bodo von Bodelschwingh: „Die Reise der jungen Menschen ein Stück zu begleiten, ist superspannend.“

Viele haben durch das Engagement des Sozialpädagogen und seines Teams eine berufliche Perspektive gefunden. Auch wenn der Navigationsoffizier irgendwann von Bord geht: Der „Funkkontakt“ bleibt. Einträge im Logbuch wie „Ihr habt mir das Gefühl gegeben, dass ich euch wichtig bin – auch nach Ende der Maßnahme. Dank euch habe ich mein Leben heute im Griff“ zeigen, dass die Klienten genau das schätzen.

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