Festliches in Corona-Zeiten

Weihnachtsmarkt-Betreiber fordern praktikable Vorschriften

Endlich wieder Weihnachtsmärkte? Einige Veranstalter haben schon mit den Vorbereitungen begonnen, aber noch gelten Einzäunungen, Eingangskontrollen und „Bändchenregelung“. Vielleicht bleibt es mancherorts bei einer Süßwarenbude, wie in Sulingen im Advent 2020.
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Endlich wieder Weihnachtsmärkte? Einige Veranstalter haben schon mit den Vorbereitungen begonnen, aber noch gelten Einzäunungen, Eingangskontrollen und „Bändchenregelung“. Vielleicht bleibt es mancherorts bei einer Süßwarenbude, wie in Sulingen im Advent 2020.

Wenn die heimelige und kuschelig-nahe Stimmung beim Weihnachtsmarkt auf die strengen, abstandsorientierten Corona-Vorschriften trifft, ist Frust unvermeidbar. Denn nach aktueller Regelung des Landes müssen die Veranstalter das Weihnachtsmarktgelände nicht nur einzäunen, sondern auch für eine Eingangskontrolle sorgen – und für eine unverwechselbare, nicht übertragbare Kennzeichnung (zum Beispiel „Bändchenregelung“), bevor sie Glühwein oder anderes an ihre Kunden ausschenken oder austeilen.

Von der Einhaltung der Abstandsregeln sowie der Steuerung von Personenströmen und der Vermeidung von Warteschlangen ganz zu schweigen.

Für Landrat Cord Bockhop und Kreisrätin Ulrike Tammen sind solche Bedingungen für Weihnachtsmärkte völlig lebensfremd. Doch zurzeit gibt es dazu keine Alternative. Auch wenn der Landrat einen praktikablen Vorschlag hat: Die Kommunen könnten eine öffentliche Fläche für ihren Weihnachtsmarkt ausweisen und dort mit der 2-oder 3 G-Regel Besucher bewirten – im traditionellen Weihnachtsmarktrahmen. Mit stichprobenartigen Kontrollen könne die Regel-Einhaltung überprüft werden: „Wer dagegen verstößt, muss ein Bußgeld zahlen!“, beschreibt der Landrat das Szenario. Doch Einfluss darauf hat der Landkreis nicht: Er muss sich nach geltenden Landesregeln richten.

Cord Bockhop und Ulrike Tammen haben die Hoffnung, dass die unpraktikablen Vorschriften demnächst doch noch durch lebensnahe Regelungen ersetzt werden können – so schnell, dass die Veranstalter noch rechtzeitig reagieren und planen können.

Impfquote wichtiges Kriterium für Lockerungen und Weihnachtsmärkte

Ein wichtiges Kriterium für Lockerungen: die Impfquote. Unklar ist, wie hoch sie im Landkreis Diepholz ist. Das Impfzentrum sei aufgelöst und die Ärzte würden ihre Corona-Impfungen direkt an das RKI melden, so Kreisrätin Ulrike Tammen. In Niedersachsen liege die aktuelle Impfquote bei 68 Prozent.

Im Landkreis Diepholz jedoch kann die Zahl der Geimpften schon in Kürze spürbar steigen: Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) startet der Landkreis am 1. November an seinen 23 Schulen eine mobile Impfaktion. Alle zwölf- bis 18-jährigen Schüler können sich impfen lassen – vorausgesetzt, ihre Eltern haben schriftlich ihre Einwilligung bekundet. Das gilt für alle Schüler bis 15 Jahre. 16-Jährige brauchen diese Einverständniserklärung ihrer Eltern nicht.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Im engen Schulterschluss haben Gesundheitsamt, DRK und die Schulen diese flächendeckende Impfaktion vorbereitet. Besagte Einverständniserklärung, Anamnese- und Aufklärungsbogen können von den Internetseiten des Landkreises oder der Schulen ausgedruckt werden und müssen zur Impfaktion an der Schule mitgebracht werden – zwingend.

Das stellt Landrat Cord Bockhop unmissverständlich klar. Denn weder Nachreichungen noch Terminverschiebungen sind möglich, weil vom 1. November bis zum 17. Dezember mindestens 8300 Schülerinnen und Schüler geimpft werden könnten, so haben Schätzungen ergeben. Wie viele der knapp 13.000 Schüler in der relevanten Altersgruppe bereits geimpft sind, weiß der Landkreis nicht – Datenschutz.

Die Partnerschaft ist besiegelt: Landrat Cord Bockhop und DRK-Geschäftsführerin Ulrike Hirth-Schiller (vorn) unterzeichnen die Verträge – sehr zur Freude von Kreisrätin Ulrike Tammen und Frank Diephaus (DRK).

DRK: Vier mobile Teams

„Die große Blackbox ist: Wie viele werden kommen?“, formuliert Ulrike Tammen die entscheidende Frage. Mit vier mobilen Teams ist das DRK im Einsatz. Geimpft wird mit Biontech stellt DRK-Einsatzleiter Frank Diephaus klar. Für die Betreuung der Schüler sorgen das DRK mit medizinisch geschultem und die Schulen mit pädagogischem Personal. „Ganz wichtig ist, dass die Dokumente vollständig sind und der Personalausweis dabei ist“, beschreibt DRK-Geschäftsführerin Ulrike Hirth-Schiller eine unverzichtbare Voraussetzung. Aus organisatorischen Gründen könnten die Eltern ihre Kinder nicht in die Schulen begleiten. Und: „Wir können am Telefon auch keine Auskünfte geben.“ Die Schüler würden aber ein Nachsorge-Papier erhalten mit Informationen für die Eltern. Ein fehlender Impfpass sei kein Problem: „Wer keinen hat, bekommt einen vor Ort.“

Das DRK hat mit den Schulen Zeitfenster, Timeslots, für die Impfungen vereinbart. Die mobilen Teams starten in Brinkum – und gehen nach einem mit dem Landkreis vereinbarten Plan vor.

„Kreis und Quer“ zu Herausforderungen für Weihnachtsmarktbetreiber

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