Einheimische und Flüchtlinge treffen sich unter der Linde an der St.-Nicolai-Kirche

Wohnungsprobleme ein Thema

Café International mal draußen: Einheimische und Flüchtlinge unter der Linde an der St.-Nicolai-Kirche im Gespräch. - Foto: Bredemeyer

Diepholz - Von Helge Bredemeyer. Das Café International ist auch zur Sommerferienzeit nicht „auf Eis gelegt“. Das zeigte sich jetzt beim Treffen unter der Linde neben der St.-Nicolai-Kirche. Eine Sommerferien-Crew zum Kaffee kochen, Kuchen backen und dem Eiseinkauf hatte Lutz Korn, Pastor in St. Nicolai und für das Café International verantwortlich, schnell gefunden.

Im Handumdrehen waren die Tische und Bänke unter der Linde und dem St.-NicolaiKirchturm aufgestellt. Blumenschmuck und der Tresen für die Bewirtung erfreuten die Besucher.

Sie kamen zahlreich. Und nicht nur aus Diepholz, sondern auch aus der näheren Umgebung – nach dem Motto „Mal sehn, wie die Diepholzer so in ihrem Café machen“.

Die Idee zum „Eiscafé“ lag jetzt im Sommer nahe und wurde sehr gerne angenommen. In den zwei Stunden trafen sich gut 15 Einheimische und ebenso viele Flüchtlinge.

Doch so süß das Eis war, so bitter fiel auch mancher Bericht in Gesprächen aus. Immer wieder geht es um Wohnungsprobleme. Mit viel Einsatz gelang jetzt die Anmietung einer Wohnung an der Langen Straße. Die Miete ist aufzubringen, Renovierung und Ausstattung laufen Hand in Hand, wobei auch die Verantwortlichen der Kleiderkammer mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Kopfschmerzen bereiten immer wieder Wohnungs- und Zimmersuchen unter den Flüchtlingen. Selbst gut bekannte Diepholzer stoßen auf Ablehnung, wenn sie als Mittler Flüchtlinge als Mietsuchende angeben, hieß es.

Oftmals würde auch schon ein Zimmer reichen, um aus der bedrückenden Enge von jetzigen Bleiben zu entkommen. Hier können individuelle Gespräche helfen und Verständnis aufbauen.

Ziel vieler Ratsuchender ist, Ruhe zu finden, Lernen zu können und sich neu zu orientieren. Unterstützende Ansprechpartner gibt es bei Nachbarn, in Institutionen, in den Ämtern und bei Flüchtlingshelfern. Auch untereinander kann sich mittlerweile schon sprachlich weitergeholfen werden. Hier soll die Eigeninitiative gefördert werden.

Wichtig sind auch Möglichkeiten der Begegnung, die Teilhabe an öffentlichen Veranstaltungen, in Musikgruppen und dem städtischen Leben.

Ein bisschen Klaviermusik begleitete jetzt das Café . Teilnehmer hoffen auf die Fortsetzung der Bekanntschaften beim nächsten Café International am Samstag, 6. August.

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