Wirtschaftsminister Olaf Lies zu Besuch beim Automobilzulieferers ZF in Diepholz

In 20 Jahren tausend Arbeitsplätze geschaffen

Besuch am ZF-Standort Diepholz, der nächstes Jahr 20-jähriges Bestehen feiern kann: Wirtschaftsminister Olaf Lies (Mitte) mit Uwe Cossmann (links), Leiter Division Pkw-Fahrwerktechnik der ZF Friedrichshafen, und Johannes Tabor, Werkleiter Fahrwerkkomponenten.
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Besuch am ZF-Standort Diepholz, der nächstes Jahr 20-jähriges Bestehen feiern kann: Wirtschaftsminister Olaf Lies (Mitte) mit Uwe Cossmann (links), Leiter Division Pkw-Fahrwerktechnik der ZF Friedrichshafen, und Johannes Tabor, Werkleiter Fahrwerkkomponenten.

Diepholz - Ein VW T5 Multivan ist für einen Minister ein eher untypischer Dienstwagen. Olaf Lies (SPD), Wirtschaftsminister des Landes Niedersachsen, fährt einen solchen. Gestern erfuhr er, dass für das in Hannover-Stöcken gebaute Fahrzeug Fahrwerkteile aus Diepholz kommen. Lies war bei ZF zu Gast – am Standort Diepholz, wo vor 20 Jahren die Erfolgsgeschichte eines damals neuen Werkes des weltweit agierenden Automobilzulieferers begann. Die Zahl der Diepholzer ZF-Arbeitsplätze stieg von 134 kurz nach Produktionsbeginn im Jahr 1995 auf heute mehr als tausend.

Im Rahmen seiner Sommerreise durch Niedersachsen machte Olaf Lies in Diepholz zwei Stunden lang Station. Anlass hier: Der 20. Jahrestag der Unterzeichnung von Verträgen, die zur Gründung des ZF-Standortes 1995 führten.

Die Stadt Diepholz und das Land Niedersachsen unterstützten seinerzeit die Ansiedlung des Automobilzulieferers (damals Lemförder Fahrwerktechnik). Die seinerzeitige Maßgabe für Landes-Zuschüsse, 103 Arbeitsplätze zu schaffen, wurde um mehr als das Zehnfache überschritten. Insgesamt etwa 1030 Menschen arbeiten heute bei ZF in Diepholz in der Nähe des Fliegerhorstes – aufgeteilt in die Produktion von Fahrwerk-Komponenten (427 Mitarbeiter), Elektronische Systeme/Schaltungen (508) und Lemförder Logistik (102).

Nach einem internen Gespräch zwischen Minister Lies, Uwe Cossmann, Leiter Division Pkw-Fahrwerktechnik der ZF Friedrichshafen, und Jürgen Bunge für die Betriebsräte von ZF am Dümmer erläuterten Johannes Tabor (Diepholzer Werkleiter Fahrwerkkomponenten) und der Leiter Produktion Elektronische Systeme, Gisbert Paul, die ZF-Situation in Diepholz. Fast alle großen Automobilhersteller beziehen Fahrwerkteile wie Querlenker und elektronische Getriebeschaltungen aus Diepholz.

„In den vergangenen 20 Jahren wurden hier 180 Millionen Euro investiert“, erklärte Johannes Tabor dem Wirtschaftsminister. Der Umsatz stieg am Standort Diepholz von 32 Millionen Euro 1995, als der damalige niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder das erste Werk einweihte, auf 422 Millionen Euro im Jahr 2013.

Laut einer von ZF vorgelegten Statistik wohnen 60 Prozent der Diepholzer ZF-Mitarbeiter im Landkreis Diepholz, 19 Prozent kommen aus Vechta und neun Prozent aus Osnabrück.

Die Verantwortlichen sehen trotz global wachsender Konkurrenz gute Chancen für die Zukunft. In Zeiten des Klimaschutzes ist Leichtbau ein Entwicklungsthema. So wiegt beispielsweise ein aus Stahl hergestellter Querlenker 9,6 Kilo, ein solches Fahrwerkteil aus Aluminium nur 5,2 Kilo. Die Gewichtsersparnis von knapp zehn Kilo pro Achse wirkt sich positiv auf den Kraftstoffverbrauch aus. Zudem entwickelt ZF neue Komponenten für E-Fahrzeuge.

Für den i3, das neue Elektro-Auto von BMW, hat ZF in Diepholz die Wahlschaltung entwickelt und produziert sie im Werk Elektronische Systeme, wo jeden Tag 24000 Getriebeschaltungen für viele Automobilbauer hergestellt werden – unter anderem für den VW-Konzern und Peugeot/Citroen.

Fachkräftemangel war bei dem Ministerbesuch ein weiteres Gesprächsthema. Noch kann ZF alle Ausbildungsplätze besetzen. „Wir haben 500 Bewerbungen auf 50 Stellen“, berichtete Alexander Hesselbarth, Pressesprecher von ZF in der Dümmerregion. Mit Blick auf in der Zukunft zu erwartenden Kräftemangel engagiert sich ZF in Diepholz in der Einrichtung der „Wissenswerkstatt“, in der junge Leute an Technik herangeführt werden sollen (wir berichteten).

Für Wirtschaftminsiter Lies ist wichtig, Diepholz als Ausbildungsstandort zu stärken – auch mit Blick auf die Private Fachhochschule für Wirtschaft und Technik (FHWT).

ej

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