„Wirtschaftlich nicht mehr tragbar“ 

Sporthaus Hadeler schließt zum Jahresende

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Werner Zerhusen zieht die wirtschaftliche Reißleine: Er schließt sein Diepholzer Fachgeschäft Sporthaus Hadeler zum Jahresende.

Etwa 50 Einzelhandelsgeschäfte gibt es laut Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann in der Diepholzer Innenstadt. Bald wird es eins weniger sein: Das Sporthaus Hadeler an der Ecke Lange Straße/Mühlenstraße schließt zum Jahresende.

Diepholz - Werner Zerhusen, seit 16 Jahren Inhaber des vor 33 Jahren von Herbert Hadeler gegründeten Fachgeschäftes, begründete die Schließung gegenüber unserer Zeitung mit gesunkenen Kundenzahlen: „Etwa 20 bis 30 Prozent in den letzten Jahren.“

Insgesamt sei der Einzelhandel in der Innenstadt eingebrochen. Sein für die Sportartikelbranche relativ kleines Geschäft – 260 Quadratmeter auf zwei Ebenen – sei wirtschaftlich nicht mehr tragbar gewesen.

Sporthaus: Räumungsverkauf über mehrere Monate

So zog Zerhusen jetzt die Reißleine und startet am nächsten Mittwoch den mehrmonatigen Räumungsverkauf. Seine vier Teilzeit-Mitarbeiterinnen verlieren zum 31. Dezember ihren jetzigen Job.

Was Werner Zerhusen, der aus Mühlen kommt, nach der Schließung seines Geschäftes beruflich macht, wisse er noch nicht. Der 58-Jährige ist Diplom-Sportlehrer, begann bei Hadeler 1987 als angestellter Geschäftsführer. Seine beiden erwachsenen Kinder hätten kein Interesse, das Geschäft zu übernehmen.

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Bernd Öhlmann, Wirtschaftsförderer der Stadt Diepholz, sieht die Schließung des Sporthauses Hadeler nüchtern: „Das ist ein normaler Prozess. Wenn die Kunden nicht mehr kommen, ist das so.“ Er spricht von einer „Bereinigung des Marktes.“ Die Diepholzer Wirtschaftsförderung habe die Einzelhändler in der Innenstadt durch zahlreiche Aktionen unterstützt, erinnert Öhlmann beispielsweise an die Verleihung des Titels „Diepholzer Grafenhändler“.

In Zukunft weniger Handelsflächen in Innenstädten

Gerade der Sportartikel- und Textilhandel sei aber sehr schwierig geworden. Auch große Händler in dieser Branche hätten wirtschaftliche Probleme. „Die Stadt und die Wirtschaftsförderung können zwar unterstützen, aber keine unternehmerischen Entscheidungen treffen“, so der Wirtschaftförderer.

Für Bernd Öhlmann, der kürzlich an einem Treffen mit 100 anderen Wirtschaftsförderern in Hannover teilnahm, die ähnliche Erfahrungen machen, ist klar: „In der Innenstadt wird es in Zukunft nicht mehr so viele Handelsflächen geben.“

Zwölf Millionen Euro für Diepholzer Innenstadt

Die Stadt Diepholz gestaltet derzeit gemeinsam mit den Bürgern die Sanierung der Innenstadt. Dafür stehen in den nächsten 15 Jahren zwölf Millionen Euro an Fördermitteln aus dem Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ zur Verfügung.

Zur Auftaktveranstaltung der Innenstadtsanierung im Juni kamen 160 interessierte Bürger ins Diepholzer Rathaus. Weitere öffentliche Veranstaltungen folgen.

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