Wirt Djoko Eric hat Pachtvertrag des Soldatenheims zu Ende April gekündigt

„Haus Herrenweide“ vor dem Aus?

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Die Zukunft des Diepholzer Soldatenheims „Haus Herrenweide“ ist ungewiss. Inhaber Djoko Eric (rechts) hat seinen Pachtvertrag zu Ende April 2016 gekündigt. Standortältester Oberst Olaf Stöcker setzt sich dafür ein, dass das Haus auch darüber hinaus geöffnet bleibt.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Die Zukunft des Diepholzer Soldatenheims „Haus Herrenweide“ ist ungewiss. Inhaber Djoko Eric hat seinen Pachtvertrag zu Ende April 2016 gekündigt. Ob die für Feiern und Veranstaltungen in Diepholz sehr wichtige Gastronomie mit großem Saal danach weiter betrieben wird, ist offen.

Eric und seine Familie hatten das „Haus Herrenweide“ vor knapp zehn Jahren übernommen.

Ab Oktober 2013 hatte Eric zudem das Soldatenheim „Oase“ in Munster gepachtet, da die Zukunft des Diepholzer Betriebes angesichts des 2011 verkündeten Abzugs der Luftwaffe vom Fliegerhorst für ihn zu unsicher war.

Wie Djoko Eric unserer Zeitung weiter erläuterte, habe er nun das Angebot bekommen, das Soldatenheim in Flensburg zu übernehmen. Dieser Bundeswehrstandort (Marine) ist ebenso struktursicher wie der in Munster in der Nähe des großen Truppenübungsplatzes. Drei Heime wollte der 60-Jährige aber nicht leiten.

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS), die in Deutschland im Auftrag des Verteidigungsministeriums an zehn Standorten Soldatenheime als Begegnungs- und Freizeitzentren für die Truppe betreibt, äußerte Verständnis für die unternehmerische Entscheidung des Ehepaars Duskana und Djoko Eric: „Das ,Haus Herrenweide‘ bietet unter den aktuellen Rahmenbedingungen für die Gastronomen keine verlässliche Zukunftsperspektive“, erklärte EAS-Hauptgeschäftsführer Rolf Hartmann.

Das sieht der Diepholzer Standortälteste Oberst Olaf Stöcker anders. Er verwies gestern darauf, dass der Abzug der zurzeit noch 1100 Soldaten und Zivilangestellten der Luftwaffe nach aktuellem Stand für 2020/ 2021 vorgesehen ist. Für diese mindestens fünf Jahre könne sicherlich noch ein Pächter gefunden werden.

Stöcker kündigte an, bei der EAS einen Antrag zu stellen, dass diese das „Haus Herrenweide“ weiter betreibt und einen neuen Pächter sucht. Der Standortälteste geht dabei auch von der Unterstützung durch die Stadt Diepholz aus. Er sei von der Nachricht des Pachtvertrags-Endes geschockt gewesen und werde alles tun, damit das Soldatenheim geöffnet bleibt, erklärte Stöcker.

Die EAS ließ verlauten, auch unabhängig von einer gastronomischen Betreuung über April 2016 hinaus für die Bundeswehrangehörigen in Diepholz Angebote aus den Bereichen Freizeit, Sport und Kultur zu machen.

Für den Fall, dass sich kein Pächter findet – oder die EAS kein Interesse an einer Weiterführung des „Haus Herrenweide“ hat – würde das vor 36 Jahren eröffnete Soldatenheim vermutlich über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zum Kauf angeboten. Die Immobilie gehört dem Bund.

Nach Aussagen von Djoko Eric müssten für einen privatwirtschaftlichen Betrieb die Anzahl der Betten im Hotelbereich des Hauses auf etwa 50 erhöht werden.

Die Kosten für diese Erweiterung sowie für notwendige Sanierungen – unter anderem zur Wärmedämmung – schätzte Eric auf etwa 4,5 Millionen Euro.

Er betont, dass alle Reservierungen für Feiern und andere Veranstaltungen bis Ende April 2016 gültig sind. So lange laufe der Gastronomiebetrieb mit dem Saal, der bis zu 300 Personen fasst.

Das 1978 eröffnete „Haus Herrenweide“ an der von- Braun-Straße verfügt zudem über zwei kleinere Veranstaltungsräume (bis 25 beziehungsweise 60 Personen), die von Diepholzer Parteien und Vereinen regelmäßig für Versammlungen genutzt werden. Auch finden dort viele Familienfeiern statt. Der Saal ist Veranstaltungsort mehrerer traditioneller Bälle. Neben dem Restaurantbereich hat das Haus noch eine Kegelbahn, ein Internet-Café und einen Freizeitbereich.

Die Wichtigkeit des „Haus Herrenweide“ als Begegnungsstätte und als Veranstaltungsort in Diepholz betonte gestern auch Bürgermeister Dr. Thomas Schulze im Gespräch mit unserer Zeitung. Djoko Eric sagte, er habe die Öffentlichkeit frühzeitig über sein Pachtvertrags-Ende informieren wollen, damit auch die Stadt Diepholz Zeit habe, Ideen für die Zukunft des Soldatenheims zu entwickeln und die Suche nach einem neuen Pächter zu unterstützen.

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