Politische Gremien nicht beteiligt

Abberufung des Stadtwerke-Geschäftsführers Opalla wirft Fragen auf

Diepholz - Für Gesprächsstoff nicht nur in Diepholz sorgt die plötzliche Ablösung von Waldemar Opalla als Geschäftsführer der Stadtwerke EVB Huntetal. Immer noch ist unklar, was dem 59-Jährigen, der den kommunalen Energie- und Wasserversorger seit 18 Jahren augenscheinlich sehr erfolgreich geleitet hat, vorgeworfen wird.

Nach inoffiziellen Informationen unserer Zeitung soll das sogar Opalla selbst nicht erklärt worden sein, als er am Mittwochmorgen um 10 Uhr im Diepholzer Rathaus aus heiterem Himmel durch Vertreter der Gesellschafterversammlung von seiner Abberufung erfuhr.

Politische Gremien der Stadt Diepholz hatte Bürgermeister beziehungsweise Gesellschafterversammlungs-Vorsitzender Florian Marré im Vorfeld nicht an der Abberufungs-Entscheidung beteiligt. „Nach Rechtsauffassung der Gesellschafter und des begleitenden Juristen waren der Rat und der Verwaltungsausschuss vor der Entscheidung nicht zu beteiligen, da anderenfalls die Gefährdung von Persönlichkeitsrechten des Betroffenen und von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen der Stadtwerke zu befürchten gewesen wären“, so Marré gegenüber unserer Zeitung.

Abberufung des Stadtwerke-Geschäftsführers: Hintergründe bleiben offen

Florian Marré antwortete in Abstimmung mit den Bürgermeistern der anderen an dem Energieversorger beteiligten Kommunen – Barnstorf, Rehden und Wagenfeld – nicht auf alle Fragen, die unsere Zeitung ihm am Donnerstag stellte. Er begründete das mit „laufendem Verfahren“, erklärte jedoch, dass gegen Waldemar Opalla keine rechtlichen Schritte eingeleitet werden.

Auch Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Horst Glockzin wollte sich nicht zu Hintergründen äußern. Er sagte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass der Aufsichtsrat von Bürgermeister Florian Marré in dessen Eigenschaft als Vorsitzender der Stadtwerke-Gesellschafterversammlung am Mittwochnachmittag über die Entscheidung informiert worden sei. Der Aufsichtsrat habe das zur Kenntnis genommen und keinen Beschluss darüber zu fassen gehabt. Auch die Diepholzer Ratsmitglieder seien von Marré am Mittwochnachmittag unterrichtet worden. Für viele der Kommunalpolitiker kam die Abberufung völlig überraschend.

Die Gesellschafterversammlung, der die Bürgermeister der vier Stadtwerke-Mitgliedskommunen angehören, habe den Abberufungs-Beschluss einstimmig gefasst, sagte Glockzin.

Am Mittwochnachmittag wurden die etwa 130 Mitarbeiter der Stadtwerke Huntetal über den Wechsel an der Spitze des kommunalen Unternehmens informiert, den wohl kaum jemand von ihnen erwartet hatte.

Stadtwerke Huntetal: Dr. Janning folgt auf Opalla

Gleichzeitig wurde ihnen der neue Interimsgeschäftsführer Dr. Hermann Janning vorgestellt. Diesen hatten die Stadtwerke-Gesellschafter offenbar schon in den Wochen zuvor engagiert, als Waldemar Opalla in einer Reha-Maßnahme war. Er gehe von einer Amtszeit von vier bis sechs Monaten aus, sagte Janning unserer Zeitung. Dann soll die Geschäftsführer-Stelle nach einer Ausschreibung wieder besetzt sein.

Der Jurist und Volkswirt Dr. Hermann Janning war unter anderem Oberkreisdirektor in Soest sowie Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Wuppertal und danach der Stadtwerke Duisburg. Nach „Querelen im eigenen Haus“ soll Janning 2012 die Stadtwerke Duisburg verlassen haben, berichtet das Fachmagazin energate (www.energate.de). Danach arbeitete der in der Samtgemeinde Bersenbrück geborene Janning als freiberuflicher Unternehmensberater. Seine Consultingfirma ist in Soest ansässig.

Waldemar Opalla wollte sich zu seiner plötzlichen Abberufung gegenüber unserer Zeitung aktuell noch nicht äußern.

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