„Wir können erklären, was wir machen“

Abbau von Vorurteilen: Diepholzer Landwirte suchen das Gespräch mit Verbrauchern

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Sieben Diepholzer Landwirte suchten am Freitagnachmittag auf dem Parkplatz des Combi-Marktes an der Flöthestraße das Gepräch mit Verbrauchern - unterstützt von Sophie Mühlberger vom Landvolk Diepholz und dem Diepholzer Landtagsabgeordneten Marcel Scharrelmann (rechts).

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Sie trugen zwar gelbe Warnwesten, doch mit der Gelbwesten-Bewegung in Frankreich haben sie nichts zu tun. „Unser Motto ist ,Dialog statt Protest’“, betonte Mathis Langhorst.

Der gelernte Landwirt und Master-Student der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft aus dem Diepholzer Bruch stand am Freitagnachmittag zwei Stunden lang mit sechs Berufskollegen vor dem Diepholzer Combi-Markt an der Flöthestraße. Ziel der Aktion anlässlich der Grünen Woche in Berlin: Aufklärung und der Abbau von Vorteilen gegenüber der Landwirtschaft.

Die sieben Landwirte suchten mit Unterstützung des Landvolks das direkte Gespräch mit den Bürgern - und fanden es nicht immer. Viele Combi-Kunden nahmen nur den Flyer entgegen, auf denen das Landvolk Diepholz sechs Fake-News Fakten gegenüberstellt. Massentierhaltung, Einsatz von Antibiotika, Im- und Export, Klimawandel, Pflanzenschutz und Gülle sind Themen.

„Die Vorurteile entstehen teils durch Unwissenheit, teils werden sie bewusst von Gruppen und Organisationen geschürt, die ein Interesse daran haben, die moderne Landwirtschaft in ein schlechtes Licht zu rücken“, hatte der heimische Landvolk-Vorsitzende Theo Runge die Aktion, an der auch der Diepholzer Landtagsabgeordnete Marcel Scharrelmann teilnahm, im Vorfeld begründet. 

Ein Beispiel ist die Vorstellung, dass Antibiotika in der Tierhaltung prophylaktisch eingesetzt werden, was aber allein schon deshalb nicht geschehe, weil diese Praxis streng verboten ist und genau kontrolliert werde. Ein weiteres Vorurteil sei, dass moderne Landwirtschaft die Hauptschuld am Klimawandel trage. 

„Der Anteil an der Produktion von Klimagasen in Deutschland durch die Landwirtschaft beträgt 7,2 Prozent“, so Theo Runge in einer Landvolk-Mitteilung. „Wir Landwirte müssen uns bemühen, klimafreundlicher zu produzieren, aber die Hauptlast tragen wir nicht“, erklärte der Landwirt aus Drebber. Es sei deutlich mehr für den Klimaschutz getan, eine Flugreise weniger im Jahr zu machen, als zwölf Monate kein Fleisch zu essen.

„Wir haben größtenteils ein positives Feedback bekommen“, lautete die Bilanz von Mathis Langhorst nach der zweistündigen Aktion in winterlicher Kälte. Kritische Nachfragen habe es zu Tierhaltung und Düngung gegeben.

„Unsere Gesprächsbereitschaft gilt nicht nur heute“, betonte Langhorst: „Wir können erklären, was wir machen.“

Infos und Fragen

E-Mail an fragen@landvolk-diepholz.de

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