Wert teilweise überschritten

Legionellen im Wasser

Landkreis - Die Meldung schockte viele Norderney-Urlauber: Ein Vier-Sterne-Strandhotel musste wegen Legionellen vorübergehend geschlossen werden. Im Landkreis Diepholz ist keine öffentliche Einrichtung von dieser drastischen Maßnahme betroffen. Dies sagte Kreisrat Markus Pragal auf Nachfrage.

Legionellen sind Bakterien, die im Wasser leben. „Die Frage ist, wie viele sind es?“, so Dr. Egbert Steffen vom Gesundheitsamt des Landkreises. Weiterhin bestätigte er: „Einen Grenzwert gibt es nicht.“ Zur Orientierung gibt es einen Maßnahmenwert. Dieser liegt bei 100. Wird dieser überschritten, müssen Maßnahmen zur Senkung ergriffen werden. Welche das sind, hängt von der Fehlerquelle im Wassersystem und von der öffentlichen Einrichtung ab.

Gefahr ab dem Wert 10000

Die Experten schauen wo und an welchen Stellen welcher Wert auftritt. Zwischen zehn und 14 Prozent aller der über 1000 öffentlichen Einrichtungen im Landkreis haben einen erhöhten Wert. „Die meisten davon haben einen Maßnahmenwert zwischen 100 und 1000“, sagte der Mitarbeiter vom Gesundheitsamt. Gefährlich wird es erst ab einem Wert von 10000 oder mehr. Dem Gesundheitsamt-Mitarbeiter des Landkreises liegen keine Erkenntnisse vor, dass es Erkrankungen im Zusammenhang mit Legionellen gibt.

Auf den Menschen übertragen sich Legionellen durch Wassertropfen. Klassisches Beispiel ist das Duschen. Steffen: „Legionellen vermehren sich optimal bei einer Temperatur zwischen 30 und 45 Grad sowie in stehenden Gewässern. Ab 60 Grad sterben sie ab.“ Ein perfekter Lebensraum können große Warmwassertanks sein. Oder ein Leitungssystem, bei dem die Kalt- und Warmwasserleitung zu dicht nebeneinander liegen und es Stellen ohne Durchfluss gibt. In einem solchen Fall müssten vermutlich bauliche Maßnahmen ergriffen werden. Desinfizieren oder, wie im Fall auf Norderney, Rückschlagventile in die Leitungen einzubauen können andere Möglichkeiten sein, den Maßnahmenwert zu senken. Das Untersuchungsprogramm richtet sich auch nach der Anzahl der Besucher. Ziel ist es, laut Dr. Egbert Steffen, die Legionellen am Wachstum zu hindern, denn den Maßnahmenwert null gibt es so nicht.

Die öffentlichen Einrichtungen wie Hotels, Gaststätten oder Schwimmbäder untersucht das Institut IWW-Nord. Der Landkreis Diepholz ist an dem Institut beteiligt.

Auch Vermieter von sogenannten Großanlagen wie Mietshäuser mit vier oder mehr Wohnungen müssen, laut Dr. Egbert Steffen Legionellen-Untersuchungen durchführen lassen. Diese Aufgabe übernehmen beispielsweise zugelassene Trinkwasserlabore.

awt

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Wie werde ich Verkehrsingenieur/in?

Wie werde ich Verkehrsingenieur/in?

Tageslicht und Ausblick – Welches Dachfenster sich eignet

Tageslicht und Ausblick – Welches Dachfenster sich eignet

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

US-Golfstar Jordan Spieth gewinnt 146. British Open

US-Golfstar Jordan Spieth gewinnt 146. British Open

Meistgelesene Artikel

„Summer in the City“: Besucher wünschen sich Fortsetzung

„Summer in the City“: Besucher wünschen sich Fortsetzung

Philip Sander löst Simon Hammann als Schützenkönig von Twistringen ab

Philip Sander löst Simon Hammann als Schützenkönig von Twistringen ab

Unwetter erreicht den Bremer Süden mit Hagel, Starkregen und Sturmböen

Unwetter erreicht den Bremer Süden mit Hagel, Starkregen und Sturmböen

Norwegischer Urlauber will Benzin holen und "tankt" beim Schützenfest in Stuhr

Norwegischer Urlauber will Benzin holen und "tankt" beim Schützenfest in Stuhr

Kommentare