Studierende stellen „Corporate Volunteering“ vor 

Gemeinnütziges Engagement ist Thema beim Diepholzer Business-Frühstück

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Studierende der Leibniz-Universität Hannover aus dem Masterstudiengang Umweltplanung stellten ihre Untersuchung im Ratssaal vor.

Diepholz - Von Sven Reckmann. Feiertag und Ferien hatten der jüngsten Ausgabe des Business-Frühstücks der Diepholzer Wirtschaftsförderung offenbar etwas „zugesetzt“: etwa 25 Zuhörer kamen zu der Veranstaltung ins Rathaus, die unter der Überschrift „Corporate Volunteering“ stand, und bei der es also darum ging, etwas Gutes zu tun, für die Gesellschaft, für Andere, für die Umwelt und für die Firma.

Beim „Corporate Volunteering“ ermöglichen Unternehmen ihren Beschäftigten, während der Arbeitszeit gemeinnützige Arbeiten durchzuführen. Gleich in Kleinbus-Besetzung waren die Referenten aus Hannover angereist. Im vergangenen Semester hatten sich neun Studierende der Leibniz-Universität aus dem Masterstudiengang Umweltplanung mit dem Thema „Corporate Volunteering im Landkreis Diepholz” beschäftigt. Sie wollten herauszufinden, wie Freiwilligenarbeit durch ortsansässige Unternehmen in den Bereichen Umwelt und Naturschutz zukünftig gestärkt und organisiert werden kann.

Hierzu wurden unter anderem Interviews mit Unternehmen, Verbänden und Vereinen aus der Region sowie mit der Landkreisverwaltung geführt. Was sie herausgefunden haben, stellten sie den Business-Frühstücksteilnehmern im Ratssaal vor. Vereine und Betriebe haben gute Erfahrungen damit gemacht, fassten die Studenten zusammen, es gebe großes Interesse, sowohl von Geschäftsführern als auch von Mitarbeitern, Arbeiten außerhalb des Unternehmens durchzuführen, sei es, um einen Umweltaspekt zu verfolgen oder um soziale Verantwortung zu übernehmen, um der Region etwas Gutes zu tun oder um Motivation in der Mitarbeiterschaft zu steigern. Getreu dem Motto: „Helfen tut gut“.

Der Landkreis biete durch seine naturräumlichen Gegebenheiten gute Möglichkeiten, Freiwilligenarbeit umzusetzen, beispielsweise in Moorlandschaften oder der Dümmerniederung, in der Umweltbildung und Pflege von Obstplantagen sowie Hecken.

Für die Beteiligten bringe dies viele Vorteile: Der Landkreis gewinne als Wirtschaftsstandort und Wohnort an Attraktivität, für Unternehmen biete sich die Möglichkeit, sich durch aktiven Einsatz gesellschaftlich zu engagieren, Motivation und Teamgeist bei den Mitarbeitern zu stärken und die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern. Vereine und Verbände könnten von „Corporate Volunteering“ bei Projekten profitieren, bei denen kurzfristig viele helfende Hände gebraucht werden.

Aber die Vortragenden malten mitnichten alles „in Rosarot“. Herausforderungen gebe es vor allem mit dem Zeitaufwand, mit der Organisationsarbeit im Vorfeld. „Das wird oft unterschätzt.“ Dennoch sahen die Stundenten nach ihrer Untersuchung viel Potenzial für „Corporate Volunteering“ im Landkreis Diepholz. Sie schlugen vor, ein Marketingkonzept zu entwickeln, Kooperationen zu erarbeiten und eine Koordinationsstelle zu schaffen.

„Insgesamt eine klasse Idee“, fand Hans-Werner Schwarz in der anschließenden Diskussion. „Aber die Unternehmen müssen ja auch über die Runden kommen, das ist die Schwierigkeit.“ „Der Impuls muss aus der Geschäftsführung kommen“, meinte Carsten Brendler von der Schöma. „Da geht es ja auch um richtig Geld.“

Wie es aber funktionieren kann, das haben Firmen aus Diepholz durchaus schon gezeigt, wenn sie mit ihren Mitarbeitern zum Entkusseln ins Moor gehen oder anstelle des Betriebsfestes einen Ausflug mit Senioren machen. Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann dankte den jungen Referenten, „dass Sie uns interessante Gedankenansätze mit auf den Weg gegeben haben“.

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