Polizei klärt rund 63 Prozent der Fälle auf

Weniger Straftaten im Landkreis Diepholz

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Bernd Kittelmann (r.), Leiter der Polizeiinspektion Diepholz, und Falk Barthel, Leiter der Analystestelle, freuen sich, dass die Aufklärungsquote immer weiter steigt.

Landkreis  Diepholz - Von Katharina Schmidt. Die Zahl der Einbrüche, bei denen die Täter Türen und Fenster aufhebeln, geht im Landkreis Diepholz zurück. Dafür klingeln Kriminelle häufiger direkt bei ihren Opfern. Sie geben sich gegenüber Senioren als Enkel oder Polizisten aus, um an Geld, Schmuck und andere Wertsachen zu gelangen.

Diese Entwicklung geht aus der Kriminalstatistik für das Jahr 2017 hervor, die Bernd Kittelmann, Leiter der Polizeiinspektion Diepholz, Freitag vorgestellt hat.

Alles in allem lässt es sich allerdings im Landkreis Diepholz derzeit verhältnismäßig sicher leben. „Wir haben die niedrigsten Fallzahlen und die höchste Aufklärungsquote seit mehr als 15 Jahren“, berichtete Kittelmann. Er schließt nicht aus, dass es sogar die besten Werte seit Beginn der Aufzeichnungen in den 60er-Jahren sind.

Die Zahl der Straftaten ist 2017 gegenüber dem Vorjahr um rund 11,5 Prozent auf 10 572 gesunken. In benachbarten Gebieten, zum Beispiel im Landkreis Nienburg oder in Bremen, schlagen die Kriminellen deutlich öfter zu. Die Polizeiinspektion Diepholz hat 62,8 Prozent ihrer Fälle aufgeklärt (2016: 60,58).

Im Südkreis weniger Straftaten

Wer im Südkreis lebt, läuft statistisch gesehen weniger Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, als jemand aus dem Nordkreis. „Je ländlicher man wohnt, desto weniger Straftaten gibt es“, erklärt Kittelmann das Nord-Süd-Gefälle. Am meisten Verbrechen gab es im Einsatzbereich des Kommissariats Syke. Weyhe folgt auf Platz zwei. Am wenigsten Delikte registrierten die Polizisten im Sulinger Land. Dort gab es nicht einmal halb so viele Straftaten wie in Syke und umzu.

Auch wenn die Polizei sowohl bei den Wohnungseinbrüchen einen Rückgang registriert hat (-15,17 Prozent), als auch bei den schweren Diebstählen aus Firmen (-36,75 Prozent): Bei den meisten Straftaten im Landkreis handelt es sich immer noch um Diebstahl. 

Mehr als jedes dritte Verbrechen fällt laut Kriminalstatistik in diese Kategorie. Die Polizei hat mit Projekten wie der „Ermittlungsgruppe dunkle Jahreszeit“ ein Augenmerk auf diesen Bereich gelegt. Zudem scheitern zunehmend Einbruchsversuche an gesicherten Häusern und Überwachungstechnik.

Neun Fälle von Mord und Totschlag

Am seltensten kamen Mord und Totschlag vor. Aber auch davon gab es im Landkreis im Jahr 2017 neun Fälle.

Einen Anstieg gab es bei den angezeigten Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen. Dies hängt laut Kittelmann mit einer Änderung im Strafrecht zusammen. „Nach den Ereignissen in Köln wurde vieles aus einer Grauzone geholt.“

Zugenommen hat auch die Gewalt gegen Vollzugsbeamte „Der Respekt gegenüber polizeilichen Maßnahmen hat erheblich abgenommen“, bedauert der Inspektionsleiter. 2017 mussten die Beamten mehr als 30 Rohheitsdelikte – im Wesentlichen Körperverletzungen – einstecken. Hinzu kamen Widerstandshandlungen. Oft geschahen die Taten in Verbindung mit Alkohol.

Mehr als 660 Fälle von Internetkriminalität

Apropos Alkohol: Es kommt selten vor, dass Jugendliche betrunken straffällig werden. 2017 wurden die Beamten 36 Mal damit konfrontiert. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren gab es 198 solcher Fälle.

Nicht zu vergessen: Cybercrime. Mehr als 660 Fälle von Internetkriminalität beschäftigten eine Expertengruppe. Die Dunkelziffer ist hoch.

Die Zahl der Straftaten, die auf die Kappe von Asylbewerbern und Geduldeten geht, ist rückläufig. Es waren 382. „Wenn ich das im Verhältnis zu der Gesamtzahl der Straftaten setze, ist das sehr gering“, so Kittelmann.

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