Diepholzer Gespräche: Offizier berichtet über seine UN-Einsätze in Afrika

Nur wenige Besucher trotz des spannenden Themas

Berichtete bei den Diepholzer Gesprächen von seinen UN-Einsätzen in Afrika: Hauptmann a.D. Andreas Dell. - Foto: Jansen

Diepholz - Das Thema war spannend: Wann können Zuhörer schon aus erster Hand erfahren, wie ein Offizier Blauhelm-Einsätze der UN in Afrika erlebt hat? Doch das Interesse war gering. Nur zwölf Teilnehmer kamen am frühen Dienstagabend zu den „Diepholzer Gesprächen“ ins „Haus Herrenweide“.

Bislang waren zu der monatlichen Gemeinschafts-Veranstaltung der städtischen Diepholzer Wirtschaftsförderungsgesellschaft und der Bundeswehr stets durchschnittlich etwa 50 Besucher aus Wirtschaft und Institutionen gekommen.

Einen spannenden Vortrag mit vielen Bildern, persönlichen Eindrücken und Einschätzungen hielt Hauptmann a.D. Andreas Dell. Der in Barnstorf lebende, seit Ende 2015 pensionierte Bundeswehroffizier war für die Vereinten Nationen (United Nations – UN) in mehreren Blauhelm-Einsätzen in Afrika – im Sudan und in Uganda.

Diese Einsätze sind anders als die Missionen beispielsweise in Afghanistan oder im Kosovo, wo Bundeswehr-Soldaten im Rahmen größerer Kontingente eingesetzt sind. In den UN-Einsätzen sind die Offiziere eigenständig, eigenverantwortlich und unbewaffnet. Sie arbeiten vor Ort unter teils sehr unwirtlichen Bedingungen mit Soldaten aus aller Welt.

„Multikulturell“: Diesen Ausdruck verwendete Andreas Dell mehrfach: Bei Patrouillen, die im Rahmen der friedenserhaltenden Missionen beispielsweise Dörfer besuchen und Truppenbewegungen kontrollieren, sind immer mindestens vier Nationen vertreten – mit höchst unterschiedlichem Ausbildungsstand und kulturellem Hintergrund.

Auch Kräfte der Bundespolizei sind bei UN-Missionen dabei.

Hauptmann a.D. Andreas Dell erlebte im Südsudan Gefechte, Chaos und Traditionen, die sich einem Europäer oft verschließen. „Afrika ist eine ganz andere Welt“, ist Dells Erfahrung völlig abseits der touristischen Pfade.

Aus der Bundeswehr sind zurzeit 192 Soldaten für UN oder EU im Einsatz. - ej

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