Wenig kantige Rede beim Neujahrsempfang der Stadt Diepholz

Bürgermeister als „optimistischer Realist“

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Ehrung von ehrenamtlich engagierten Bürgern beim Neujahrsempfang der Stadt Diepholz im Rathaus (von links): Henning Paradiek, Gisela Halfar, Ingrid Thasler, Ursula Brandt, Bürgermeister Dr. Thomas Schulze sowie die Nähgruppe des Heimatvereins Diepholz mit Renate Krüger, Dorit Lobin, Elke Buchwald, Helga Heidenreich und Magdalene Kemper.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Bürgermeister Dr. Thomas Schulze hat in früheren Jahren bei städtischen Neujahrsempfängen schon Reden gehalten, die sehr kritisch waren und mächtig Diskussionsstoff lieferten. Beim Neujahrsempfang 2016 am Sonnabend im Rathaus bot er den 190 geladenen Gästen eine wenig kantige Ansprache als „optimistischer Realist“.

„2015 war ein Jahr mit vielen emotionalen Höhen und Tiefen in der Stadt Diepholz“, sagte Schulze: „Zu dieser gefühlten Unruhe kam es auch, weil bei vielen Ereignissen nicht erkennbar war, wer beginnt jetzt und warum diese Diskussion, welche Interessen werden von wem verfolgt.“

Roter Faden der Bürgermeister-Neujahrsrede waren – neben der Frage nach dem Beginn von verschiedenen Diskussionen – die Begriffe „Freude“, „Mut“, „Risikobereitschaft“, „Tatkraft“ und „Ausdauer“.

Schulze zählte mehrere Anlässe zur Freude in Diepholz auf. Die vom Aufsichtsrat des Klinikverbundes getroffenen Entscheidungen, die viele Chancen für den Krankenhausstandort Diepholz bieten, standen an der Spitze – Schulze dankte in diesem Zusammenhang den Bürger für ihre Solidarität. Auch dass Diepholz noch mindestens fünf Jahre länger als geplant Luftwaffenstandort bleibt, sei ein Grund zu Freude – ebenso wie die leistungsstarke Stadtverwaltung, der solide städtische Haushalt, die aktiven Vereine, die Feuerwehr, die Bildungslandschaft, die intakte Infrastruktur, die wettbewerbsfähigen Unternehmen sowie Unternehmensansiedlungen, wachsende Wohngebiete, das kulturelle Angebot sowie die laufende Sanierung des Schlossturms.

Der Bürgermeister forderte den Mut, Entscheidungen zu treffen und Neues auszuprobieren: „Wir werden auch 2016, wenn es erforderlich und notwendig ist, praktisch, flexibel und unkonventionell handeln“, sagte Schulze: „Bei aller Unruhe, Hektik und Emotionalität brauchen wir alle gemeinsam Ausdauer. Für die meisten Herausforderungen gibt es keine schnellen Lösungen. Die Forderungen nach schnellen Lösungen sind häufig gar nicht an der Lösung des Problems interessiert, sondern sind auf der Suche nach Aufmerksamkeit.“

Es mache keinen Sinn, die Dinge schön zu reden. Es mache ebenso wenig Sinn, alles schlecht zu reden. Dr. Thomas Schulze: „Mit Freude, Mut, Risikobereitschaft, Tatkraft und Ausdauer werden wir gemeinsam hier bei uns im schönen Diepholz die uns sich stellenden Herausforderungen meistern, so gut wie wir es können. Ich lade Sie ein: Machen Sie mit!“

Einen breiten Raum beim Neujahrsempfang, zu dem Schulze Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Bundeswehr, Behörden, Bildungsstätten und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens in Diepholz begrüßte, nahm die Ehrung von ehrenamtlich tätigen Bürgern ein. Vier Einzelpersonen und einer Gruppe überreichte Schulze Blumen und eine Urkunde als Dank für ihr Engagement. Für ihr ehrenamtliches Engagement wurden beim Neujahrsempfang der Stadt Diepholz vier Bürger und eine Gruppe geehrt:

Gisela Halfar ist seit 1988 im Vorstand des Vereins „Anna Margareta – Diakonischer Verein Grafschaft Diepholz“ (Träger des Seniorenhauses Anna Margareta) aktiv, seit 2006 als stellvertretende Vorsitzende. Sie widmet sich engagiert den ehrenamtlichen Aufgaben des Vereins zum Wohle der Heimbewohner.

Henning Paradiek ist bei der Ortsfeuerwehr Aschen in vielen Gruppen und Organisationen engagiert – seit mehr als zehn Jahren als Jugendwart. Zudem ist er aktiver Fußballer des TSV Aschen, Betreuer von Jugendmannschaften und Schiedsrichter bei Jugendspielen.

Ingrid Thasler ist seit 1951 Mitglied der SG Diepholz und seit 1975 Mitglied des TuS Sankt Hülfe-Heede. Seit 1960 ist sie´Übungsleiterin der SG Diepholz in verschiedenen Abteilungen: Kinder und Jugendturnen, Jugendvolleyball, Gesundheitssport, Behinderten-Sport. Ingrid Thasler hat nach Fortbildungen Lizenzen für Sonderturnen, Herzsport, Seniorenturnen, orthopädisches Funktionsturnen, Präventionssport sowie Nordic-Walking und ist noch aktive Übungsleiterin.

Ursula Brandt setzt sich in verschiedenen Diepholzer Vereinen und Organisationen ein. Seit 2007 ist sie im Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Diepholz. Ihrem Engagement verdankt der Beirat die Einrichtung der monatlichen „Vorlesestunde“ in der Mediothek, die sich sehr großer Beliebtheit erfreut. Auch ist Ursula Brandt bei der Lebensmittelausgabe für Bedürftige „Diepholzer-Platte plus“ seit Beginn im Jahr 2007 aktiv.

Die Nähgruppe des Heimatvereins Diepholz erstellte 1985 für das „Diepholzer Grafenpaar“ die Kostüme. Seit 2004 werden von der Nähgruppe fortlaufend weitere Kostüme in wöchentlichen Nähstunden angefertigt – unter anderem für den „Grafensonntag“. Der Nähgruppe gehören an: Magdalene Kemper, Elke Buchwald, Helga Heidenreich, Renate Krüger und Dorit Lobin.

Für die musikalische Umrahmung der traditionellen Veranstaltung im Rathaus sorgte die Diepholzer Musikstudentin Ann Christin Bloch am Flügel – teils mit selbstkomponierten Stücken.

Bevor Mitarbeiter der Stadt den 190 Gästen beim anschließenden Smalltalk Sekt und Orangensaft servierten, wurden noch der Image-Film gezeigt, den die städtischen Auszubildenden in einem gemeinsamen Projekt erstellt hatten (dieser ist auch auf der Homepage der Stadt im Internet zu sehen).

www.stadt-diepholz.de

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