Abweichungen bei Corona-Meldungen

Welche Zahlen zählen

Landkreis Diepholz – Wie ernst ist die Corona-Lage im Landkreis Diepholz tatsächlich? Aufmerksame Leser werden es festgestellt haben: Die gemeldeten Infektionszahlen des Landkreises Diepholz, des Landes Niedersachsen und des Robert-Koch-Instituts (RKI) stimmen nicht immer überein. Beispiel Donnerstag, 18. Februar: Während der Landkreis in seiner täglichen Pressemitteilung am Vorabend von insgesamt 4 370 Coronafällen schreibt, ist auf der Homepage des RKI am frühen Donnerstagmorgen von 4 332 Fällen die Rede (38 weniger).

Und das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) informiert kurz darauf über 4 363 Infektionen im Landkreis Diepholz (7 weniger). Drei verschiedene Zahlen, aber welche ist nun richtig?

Mareike Rein, Pressesprecherin der Kreisverwaltung, informiert: „Aufgrund eines Zeitversatzes in der Meldekette weichen der NLGA-Wert und der Wert des Robert-Koch-Instituts von den tagesaktuellen Werten des Gesundheitsamtes des Landkreises Diepholz ab.“

Konkret sieht die Meldekette wie folgt aus: Das Gesundheitsamt im Landkreis erhält den ganzen Tag über Corona-Meldungen von den Laboren. Am frühen Abend gibt der Landkreis deren Gesamtzahl in einer Pressemitteilung bekannt. Weil nicht alle Fälle immer gleich erfasst werden, können in Einzelfällen Infektionen erst am Folgetag mitgezählt werden.

Sobald das Gesundheitsamt die Coronafälle erfasst, gehen sie auch an das NLGA. Dort wird eine Plausibilitätsprüfung gemacht. Passen die angegebenen Informationen zusammen? Ein Pressesprecher des NLGA gibt ein Beispiel: Wenn ein Positivfall gemeldet wird, unter „Labornachweis“ aber „negativ“ steht, dann könne etwas nicht stimmen. Diese Fälle zählt das NLGA bei seiner Meldung am nächsten Tag erst einmal nicht mit, bis der Fall geklärt ist. Bei Bedarf werden die Zahlen des Landkreises nachträglich korrigiert. „Es kann sich auch immer rückwirkend noch was ändern“, gibt der NLGA-Sprecher zu bedenken.

Erst ganz zum Schluss werden die Zahlen dann an das RKI gemeldet – teils mit Verzögerungen von bis zu drei Tagen. Das erklärt auch den niedrigen Wert am Beispieltag 18. Februar. Auch das RKI prüfe die Zahlen noch einmal auf Plausibilität, stelle jedoch selten noch Fehler fest, heißt es vom NLGA.

Wichtig ist: Für die Corona-Maßnahmen gelten ausschließlich die Zahlen und Inzidenzwerte des NLGA. Die Zahlen des Landkreises sind die aktuellsten, haben jedoch eine möglicherweise erhöhte Fehlerquote. Das RKI hat die ältesten Zahlen, dafür aber den besten Überblick über die Gesamtlage in Deutschland. LUKA SPAHR

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