Weitere Sachspenden werden heute an der Hinterstraße 10 angenommen

Welle der Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge in Diepholz

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Inge Kock und Ingrid Schilling (rechts) sortierten gestern in den Räumen an der Hinterstraße 10 für Flüchtlinge gespendete Kleidung, Spielzeug und viele andere Dinge.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Nach dem Bericht in unserer Zeitung über die private Diepholzer Flüchtlingshilfe von Ingrid Schilling gibt es eine Welle der Hilfsbereitschaft in der Kreisstadt. In den bislang vom Diakonischen Werk an der Hinterstraße 10 genutzten Räumen sind bereits viele Sachspenden sortiert und eingelagert worden. Wer dort noch Spenden abgeben möchte, kann das am heutigen Freitag zwischen 16 und 18 Uhr tun.

Die Räume hatten Diakonie und die evangelische Kirchengemeinde St. Nicolai nach dem Aufruf in unserer Zeitung vorübergehend zur Verfügung gestellt.

Gestern brachte Hilfsaktions-Initiatorin Ingrid Schilling mit Unterstützung der ehrenamtlichen Flüchtlingshelferin Inge Kock Sachspenden aus ihrem privaten Zwischenlager in die neuen Räume. Dort lagern nun – in Zimmern sortiert – Kleidung für Männer und Frauen, Babysachen, Spielzeug, Kinderkleidung und Haushaltswaren.

Ingrid Schilling: „Wir danken herzlich für die große Spendenbereitschaft und die Unterstützung der Diepholzer.“ Sie rechnet damit, dass heute Nachmittag bei der ersten Annahme von Spenden in den neuen Räumen noch viele hilfsbereite Bürger kommen und Dinge abgeben werden.

Die schnelle Kommunikation von Spendenwilligen und Initiatoren der Flüchtlingshilfe in Diepholz läuft auch über Facebook. Die Gruppe „In Diepholz haben Fremde Freunde“, die Beate Sitzen in dem sozialen Netzwerk erst am Montag gegründet hatte, umfasste bis gestern Abend schon mehr als 400 Mitglieder.

Wie gut die Kommunikation über diesen Weg im Internet funktioniert, zeigt ein Beispiel: Eine Frau aus Syrien, die seit sechs Jahren in Diepholz lebt, hatte im Februar ihre Eltern und ihre Schwester aus dem Bürgerkriegsland nachgeholt. Gemeinsam lebt die Flüchtlingsfamilie in einer Zwei-Zimmer-Wohnung im Süden von Diepholz. Die nachgezogene junge Frau ist schwanger, ihr Mann war in Syrien zurück geblieben. Als ihre Schwester nun nach einer Baby-Erstausstattung suchte, dauerte es keine zwei Tage und alles – von Kinderwagen bis Kleidung – war zusammen. Ingrid Schilling konnte die Spenden gestern bei der jungen Frau vorbeibringen, beziehungsweise lagert die großen Gegenstände ein, weil in der Zwei-Zimmer-Wohnung mit vier Personen kein Platz ist. Für Mitte Oktober haben diese syrischen Flüchtlinge eine größere Wohnung in Aussicht. Möglicherweise kommt das Baby aber schon früher. Gesucht w ird für die Familie nun noch ein Kühlschrank.

Die zukünftigen Annahmezeiten für Spender und Ausgabezeiten für Flüchtlinge in den Räumen an der Hinterstraße 10 muss die private Diepholzer Initiative noch organisieren. Die freiwilligen Helfer wollen ihre erst vor kurzem aufgenommene Arbeit in den nächsten Tagen optimieren. Mit Ingrid Arendt von „Akzeptanz“ – der Anlaufstelle des Diakonischen Werkes für Menschen mit Migrationshintergrund an der Moorstraße – arbeitet die Initiative schon bei der Spendenvermittlung zusammen.

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