Hof Siemer zum dritten Mal betroffen

Weitere neun Tiere in Aschen gerissen

Aschen/Vechta - Knapp einen Monat ist es her, dass zwei Stücke Damwild in einem Gehege in Aschen-Apwisch gerissen wurden, vermutlich von einem Wolf. Nun musste wieder ein Wolfsberater zum Anwesen Siemer anrücken, mit dem Anblick ist er vertraut: Gerissene Tiere liegen verstreut auf der Weide. Einige sind angefressen, andere weisen wolfstypische Kehlbisse auf.

Auf dem Hof der Familie aus Vechta sind jetzt bereits zum insgesamt dritten Mal Damwildtiere gerissen worden. Sechs Tiere fand Wolfsberater Dr. Torsten Schumacher aus Bakum tot vor, drei weitere schleppten sich schwer verletzt über das Gelände und mussten durch den Tierarzt von ihren Schmerzen erlöst werden. Schumacher, der seinen Diepholzer Wolfsberaterkollegen vertrat, fühlt sich bei dem Fall an einen Riss in Telbrake bei Vechta vom September erinnert.

In Apwisch ist der Zaun über 1,85 Meter hoch und verfügt über einen Untergrabschutz. Deutlich erkennbar ist, an welcher Stelle offensichtlich die beiden Elterntiere des Goldenstedter/Barnstorfer Rudels den Drahtzaun überklettert haben. Blutige Stellen im unteren Bereich zeigen an, wo die Elterntiere offensichtlich dem jetzt sechs Monate alten Welpen Fleisch durchgeschoben haben. Im Gatter entdeckt der Wolfsberater Spuren, sogenannte Trittsiegel, beider Wolfseltern.

Goldenstedter Wölfin hat im September gerissen

Ein fast gleiches Bild bot sich im September in Vechta. Hier war der Zaun sogar zwei Meter hoch. Gerissen wurden damals Wildschafe. Jetzt erhielten der Tierhalter und auch der Wolfsberater Torsten Schumacher das DNA-Ergebnis. Als Verursacher des Risses wurde jetzt die Goldenstedter Wölfin genetisch identifiziert.

Belegt ist zudem, dass die Wölfe verstärkt auch Rinder angreifen. DNA-Ergebnisse von Rissen in Lutten und im Kreis Diepholz bestätigen das. Zusammen mit dem Galloway-Riss von Dezember letzten Jahres in Vogelsang sind somit die Voraussetzungen erfüllt, die eine Herdenschutzförderung bei Rindern ermöglichen. Wenn laut Richtlinie die Raubtiere innerhalb eines Jahres dreimal in einem Radius von 30 Kilometern Rinder gerissen haben, werden Präventionsmaßnahmen durch das Land gefördert. Das Wolfsbüro bestätigt auf Anfrage, dass die Maßnahmen jetzt umgesetzt werden sollen. „Derzeit wird noch bearbeitet, auf welche Gemeinden sich das konkret beziehen wird“, erklärt dazu Sprecherin Bettina Dörr.

Unterdessen häufen sich Meldungen von Personen, die den Wölfen im Moor begegnet sind.

Die Naturfreunde Goldenstedt befürchten, dass die Wölfe möglicherweise die Scheu vor Menschen verlieren, weil sie illegal angefüttert werden. Sie zeigten Tierfilmer aus den Niederlanden an, die eingeräumt hatten, die Wölfe mit Makrelen angelockt zu haben. - ov/mn

Weitere Artikel zum Thema "Wölfe in Niedersachsen":

www.kreiszeitung.de/welt/debatte-ueber-woelfe-umweltschuetzer-mahnen-zur-sachlichkeit-zr-9370747.html


www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/kirchdorf-ort120456/freistatt-wolf-reisst-beisein-mensch-schaf-9374793.html

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa-avis

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