Weihnachtsfeier in der Flüchtlings-Einrichtung am Fliegerhorst Diepholz

Mit Posaunenchor und gefüllten Schuhkartons

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Einrichtungsleiter Rainer Scherer mit gespendeten Schoko-Weihnachtsmännern: In der Flüchtlingsunterkunft „Haus Malta“ am Diepholzer Fliegerhorst gibt es an Heiligabend eine Weihnachtsfeier.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Am Rande des großen Zeltes, das als Aufenthaltsraum und Speisesaal für die Flüchtlinge dient, steht schon seit Tagen ein Weihnachtsbaum – samt Schmuck gespendet von einer Lohner Firma. Aber was ist Weihnachten? Die Menschen aus Syrien und Afghanistan können mit diesem Fest kulturbedingt wenig anfangen. Deshalb bekamen sie in der Flüchtlingsunterkunft „Haus Malta“ am Fliegerhorst Diepholz grundlegende Informationen – auch darüber, dass es traditionell Geschenke gibt und Geschäfte an den Weihnachtstagen geschlossen sind.

Den Flüchtlingen möchte Einrichtungsleiter Rainer Scherer keinesfalls den christlichen Glauben aufzwingen. Aber ihm ist wichtig, den Menschen in der Diepholzer Erstaufnahmeeinrichtung am Fliegerhorst zu zeigen, dass Weihnachten zur Kultur in Deutschland gehört und wie es gefeiert wird.

Deswegen gibt es heute auch ein Weihnachtsfeier in der Unterkunft, die von den Maltesern betrieben wird und deshalb „Haus Malta“ heißt. Um 13 Uhr macht der Diepholzer Posaunenchor im Aufenthaltszelt Station. Nach einer Ansprache von Einrichtungsleiter Rainer Scherer und einer Überraschung sorgt dann eine Familie aus Osnabrück für weihnachtliche Musik.

Als Essen für den heutigen Heiligen Abend steht Gyros-Auflauf mit Reis und Salat auf dem Speiseplan. „Das ist sehr beliebt“, sagt Rainer Scherer. Am ersten Weihnachtstag gibt es im Zelt Rindfleisch-Frikadellen in Rahmsoße mit Kartoffeln und Gemüse.

180 Menschen leben zurzeit in der Diepholzer Einrichtung des Landes Niedersachsen, die ursprünglich für 400 Flüchtlinge konzipiert war. Doch nach einer Brandschutz-Begehung durch den Landkreis Diepholz wurde die Maximal-Zahl auf 288 Betten reduziert. Es fehlten zusätzliche Fluchtwege. Die Entscheidung des Landes, Außentreppen an den ehemaligen Bundeswehr-Gebäuden zu installieren, steht noch aus. Mit diesen Rettungswegen könnte die Zahl wieder auf 400 steigen.

Die Flüchtlinge bleiben etwa fünf bis sechs Wochen in der Diepholzer Erstaufnahme-Einrichtung, dann werden sie in niedersächsische Kommunen verteilt. Etwa sieben Tage vor dem Umzug erfahren die Familien und Einzel-Flüchtlinge von ihrem vorgesehenen Aufenthaltsort im Asylverfahren.

Die zurzeit 66 Kinder in der Einrichtung bekommen heute Geschenke. Dazu hat der Kreativkreis der Missionsgemeinde in Diepholz – Renate Höfemann, Annemarie Schroeder und Renate Quetschke – liebevoll Schuhkartons gefüllt und verpackt. Die Frauen übergaben die Päckchen der pädagogischen Mitarbeiterin des „Haus Malta“, Sabrina Schmedes, die die Verteilung im Rahmen der Weihnachtsfeier organisiert.

Für Januar planen die Malteser gemeinsam mit dem Diakonischen Werk eine Informationsveranstaltung in Diepholz, in der alle Bürger ihre Fragen zu der Flüchtlingseinrichtung stellen können.

Die Hilfsbereitschaft der Diepholzer ist laut Rainer Scherer nach wie vor groß. Gebraucht werden noch Männerbekleidung der Größen S und M, Stricknadeln und Wolle sowie Taschen und Koffer. Die Sachspenden können beim Sicherheitsdienst am Tor abgegeben werden.

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