Wege für den Rothirsch

Konzept soll Lebensraum von Tieren verbinden und besser schützen

Grafik über Verbundräume.
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Lebensräume verbinden: Um Arten zu retten, müssen sich die nördlichen Gemeinden an den stetigen Klimawandel anpassen.

Weyhe – Natürliche Korridore zwischen den Lebensräumen schaffen, um dem Artensterben entgegenzuwirken. Das ist ein erklärtes Ziel der sogenannten Biotopverbundkonzeption der fünf „W.i.N.“-Gemeinden (Wir im Norden). Stuhr, Weyhe, Syke, Bassum und Twistringen haben die Ausarbeitung eines solchen Konzepts für ihr Verwaltungsgebiet bei der Planungsgesellschaft NWP aus Oldenburg in Auftrag gegeben.

Das Land Niedersachsen fördert das Gesamtvorhaben mit 80 Prozent.

Elisabeth Ferus, NWP Planungsgesellschaft, informierte den Umweltausschuss der Gemeinde Weyhe am Mittwoch über den aktuellen Stand des Verbundkonzepts. Vor dem Hintergrund eines voranschreitenden Artensterbens sowie einer Abnahme der Insektenmasse, wolle die „W.i.N.“-Region einen Beitrag leisten, um die Biodiversität zu stärken. Zugrunde liegt dem Konzept also die Idee einer Anpassung an den stetigen Klimawandel.

Das Konzept ist kein verbindliches Planungsinstrument, sondern ein naturschutzfachliches Gutachten auf freiwilliger Basis. Nach seiner Fertigstellung bedürfe es weiterer Beschlüsse und der Übernahme in kommunale Planungen, um eine bindende Wirkung zu entfalten. Momentan liegt ein Entwurf vor, der zunächst in den jeweiligen Kommunen beraten werden soll, um anschließend ein abgestimmtes Konzept für alle Gemeinden der „W.i.N.“-Region zu erhalten. Erstmals wurden Biotopverbundflächen 2017 im Landesraumordnungsprogramm vorgestellt.

Geschützt werden sollen laut Vorlage Kern- und Vernetzungsflächen. Wobei das Hauptaugenmerk auf den Vernetzungsflächen liegt, da dort die größten Potenziale für eine Aufwertung durch kommunale und private Maßnahmen liegen. Als sogenannte Vernetzungskorridore bezeichnet Fergus Räume, die die Funktion als Wandergebiete entfalten, beispielsweise für den Rothirsch oder den Feldhasen. Die Verbindungsräume sollen keine vollflächig entwickelten Biotopverbundachsen werden.

Das Konzept zum Biotopverbund greift die drei Lebensraumtypen Gewässer, Offenland und naturnahe Wälder auf. Die unterschiedlichen Korridore könnten sich durchaus überlagern, und es gebe Übergänge, so Fergus. Das alles gehe mit einer Schwerpunktsetzung für die lokale Ebene einher. Das heißt beispielsweise durch Prioritätensetzung innerhalb einer Fläche. Auch könnten Siedlungsflächen in die Vernetzungskorridore eingebunden werden.

Größte Schwierigkeit auf lokaler Ebene ist laut Fergus die Flächenverfügbarkeit. „In Stuhr und Weyhe gibt es einen relativ hohen Siedlungsdruck.“ Zudem sollen Menschen zum Mitmachen angeregt werden, beispielsweise mit insektenfreundlichen Pflanzen im eigenen Garten.

Der Landkreis müsse Vernetzungskorridore schaffen, hieß es einhellig im Ausschuss. Als nächster Schritt soll das Planungsbüro Vorschläge erarbeiten und Maßnahmen priorisieren. Auch Flächenmaßnahmen könnten laut Fergus noch nicht benannt werden, daher seien nur exemplarische Beschreibungen von dem möglich, was getan werden könnte.

Annika Bruck (Bündnis 90/ Die Grünen) wünscht sich konkrete Projekte. „Pläne verschwinden in der Schublade, wenn man sie nicht konkret auf Flächen benennt.“ Fergus: Das Vorhaben sei als Gesamtkonzept zu sehen. „Die Biotopverbundkonzeption ist eine langfristige Orientierung und geht über vier bis fünf konkrete Maßnahmen hinaus.“ Rainer Zottmann (SPD) wünscht sich ebenfalls Hinweise, welche Aktion nun besonders wichtig ist.

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