Weihnachtsgeschäft leidet

Wechselnde Verordnungen sorgen für Stornierungen in der Gastronomie

90 Prozent abgesagte Weihnachtsfeiern hat Cathleen Schorling im Bassumer Hotelrestaurant Brokate hinnehmen müssen.
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90 Prozent abgesagte Weihnachtsfeiern hat Cathleen Schorling im Bassumer Hotelrestaurant Brokate hinnehmen müssen.

Die 2Gplus-Regelung hat in den letzten Wochen bei den Gastronomen in der Region zu einer Welle an Absagen von Weihnachtsfeiern gesorgt. Die Wirte beklagen die fehlende Kontinuität der Corona-Maßnahmen, auch wenn die jüngste Entwicklung ihnen wieder 2G ermöglicht.

Landkreis Diepholz – Wenn im Dezember im Landkreis noch mal Schnee fallen sollte, würde man ihn in den Gastro-Betrieben in der Region gewiss leise rieseln hören. Denn still und starr ruht nicht nur der See – sondern derzeit auch das Geschäft. Schuld ist das Corona-Virus.

Heiner Puvogel etwa, Inhaber des Gasthauses Puvogel in Bruchhausen-Vilsen, findet, dass „mittlerweile nicht mehr nur an einem, sondern an drei Stuhlbeinen gesägt wird“. Nur zwei kleinere Veranstaltungen seien ihm nach der Absage-Welle bis Ende des Jahres geblieben.

90 Prozent Absagen

„Für uns ist es ein harter Schlag“, stellt auch Cathleen Schorling klar. Die Inhaberin des Bassumer Hotelrestaurants Brokate hadert mit der Situation, die nach ihren Aussagen zu Absagen von 90 Prozent der ursprünglich gebuchten Weihnachtsfeiern gesorgt habe. Sonst seien es zwei bis drei Feiern pro Woche gewesen, die im Gasthaus Brokate gefeiert wurden.

90 Prozent an Absagen, das sind auch die Schätzungen weiterer Gastronomen aus der Region. Im Barnstorfer Gasthaus Schröder klagt Inhaberin Kerstin Schröder: „Die Absagen der Firmen kamen bereits, als die 2G-Regel kam.“ Seit vergangenem Mittwoch hat sich die Situation durch die Erhöhung der Corona-Warnstufe im Landkreis und der damit verbundenen 2Gplus-Regelung noch einmal verschärft. Das sei „der letzte Hieb“ für Kerstin Schröder gewesen, da auch die privaten Feiern danach storniert worden seien.

Ab Samstag nur noch 2G

Doch seit Dienstag heißt es: Kommando zurück! Denn ab Samstag, 11. Dezember, können Gastronomen laut neuer Landesverordnung ihre Gäste bei einer Auslastung von 70 Prozent wieder unter der 2G-Regel empfangen. Der Schaden allerdings, der ist bereits angerichtet und lässt sich beispielsweise bei Dirk Wolters vom Bioland-Hofrestaurant in Syke nicht so schnell korrigieren: „Wir haben bereits alle Gäste angerufen und gesagt, dass wir geschlossen haben. Für uns ist die neue Verordnung keine Hilfe, weil wir den ganzen Dezember auf Außer-Haus-Verkauf umgestellt haben“, beklagt er. Und gerade im Bio-Bereich sei es nicht so einfach, Waren zu besorgen, so Wolters. „Und auch die Gäste müssen sich auf etwas einstellen können.“

Die gute Nachricht: Die Gastronomen halten tapfer durch. Der Verpächter von Dirk Wolters sei ihm entgegengekommen. Doch er und seine Kollegen geben zu bedenken, dass es nicht leichter werde, Personal zu halten, das ebenfalls unter Kurzarbeit, Zwangsurlaub und den wechselnden Entwicklungen zu leiden habe.

Wunsch nach konstanten Regelungen

Und die Gastronomen haben Forderungen – zunächst formuliert in einem offenen Brief an die politischen Entscheider im Landkreis. Auch im Gespräch mit der Kreiszeitung bekräftigten die Betroffenen ihre Wünsche. „Im Oktober war schon klar, was passieren wird“, sagt Kerstin Schröder, die sich wünscht, dass man wieder mehr „auf die Warnungen der Wissenschaftler“ hören sollte. Sie spricht sich für „konstante Regeln, die mal für acht Wochen feststehen“, aus, damit sie und ihre Kollegen planen können.

Cathleen Schorling indes würde sich freuen, wenn die Politiker keine „praxisfernen Schnellschüsse“ mehr anordnen. Nach der neuen Verordnung sagt sie: „Wer abgesagt hat, wird nicht einfach wieder zurückrudern.“ Auch einen großen Zulauf an Tagesgästen sieht sie nicht: „Die Leute sind verunsichert.“ Für sie sei die Sprunghaftigkeit der Situation „nur noch Kokolores.“

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