Bei Kontrolle löst sich ein Schuss

Landkreis-Mitarbeiter stellen oft unsachgemäße Aufbewahrung von Waffen fest

Landkreis  Diepholz - Wer Waffen oder Munition besitzt, muss verantwortungsvoll für Sicherheit sorgen – das kontrollieren Mitarbeiter des Landkreis-Fachdienstes Sicherheit und Ordnung. Eine nicht ungefährliche Aufgabe, wie Fachdienstleiter Alfred Domroese berichtet: „Leider ist über die Zeit festgestellt worden, dass einige Waffenbesitzer sich nicht an den geforderten ordnungsgemäßen Umgang und die Verwahrung von Waffen und Munition halten.

Insbesondere bei älteren Menschen fällt zunehmend eine unvorsichtige Handhabung der Waffen und der Munition sowie eine unzureichende Verwahrung auf.“ Bei einer Kontrolle hatten die Mitarbeiter eine nicht korrekt verwahrte und dazu noch geladene Waffe gefunden. „Beim Entladeversuch des Besitzers löste sich aufgrund unvorsichtiger Handhabung sogar ein Schuss, der zum Glück einen gegenüberliegenden Holzschrank mit Glasfront traf“, berichtet Domroese. Leider sei das kein Einzelfall: „Bereits in der Vergangenheit ist es zu einem ähnlichen Vorfall während einer Kontrolle gekommen.“

Erst kürzlich sei ein Waffenbesitzer mit einer geladenen Schusswaffe in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen: „Bei der Bergung des Fahrzeuges haben Feuerwehrleute die Waffe im Fahrzeug bemerkt. Auch hier löste sich ein Schuss, was aber glücklicherweise zu keinem Personenschaden führte.“

Häufig unangekündigte Kontrollen

Der Landkreis Diepholz führt pro Jahr stichprobenweise etwa 150, häufig unangekündigte Waffenkontrollen durch. „Es werden immer wieder Verstöße gegen das geltende Waffenrecht gefunden“, bilanziert Domroese. „Diese reichen von Zugriffen unbefugter Personen – in der Regel Ehe- oder Lebenspartner – auf den Waffenschrank, das Auffinden geladener Waffen bis hin zum Verwahren der Waffen und Munition in Kleiderschränken oder ähnlichen nicht dafür vorgesehenen Verstecken.“

Wer so handelt, macht sich strafbar. Bei solchen Verstößen ermittelt in der Regel die Staatsanwaltschaft, die waffenrechtliche Erlaubnis wird widerrufen. Der Landkreis appelliert an alle Waffenbesitzer – Altbesitzer, Erben, Sportschützen, Jäger und Bootseigner für Signalpistolen – selbstkritisch zu hinterfragen, ob ihre Waffen tatsächlich notwendig sind. Waffen und Munition können jederzeit beim Landkreis und der Polizei zur Vernichtung abgegeben werden.

„Gerade hat ein verantwortungsbewusster Bürger seine Schreckschusswaffe zur Vernichtung beim Landkreis Diepholz zusammen mit dem Kleinen Waffenschein abgegeben“, berichtet Domroese. „Er hat im Laufe der Zeit festgestellt, diese gar nicht zu benötigen und über Erfahrungen eines Bekannten berichtet, der durch eine eigene Schreckschusswaffe in eine gefährliche Situation gekommen war.“ 

sdl

Rubriklistenbild: © dpa

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