Abschiedstag der Tschernobyl-Gastkinder in der St.-Michaelis-Kirchengemeinde

„Wachsen wie ein Baum“

Abschiedsfoto der 24. Tschernobyl-Ferienaktion im Kirchenkreis unter dem Turm der St.-Michaelis-Kirche.  Foto: Bredemeyer

Diepholz - Ein Vierwochenprogramm zum Erholen, Erleben und Erfreuen liegt hinter 23 Schulkindern zwischen sieben und 16 Jahren, einer Mutter mit Kleinkind und zwei weißrussischen Betreuerinnen. Zum 24. Mal haben Wilhelm Reessing als Ehrenamtlicher und Hans-Jürgen Waschke aus dem Diakonischen Werk die Erholungsaktion für Kinder aus der Tschernobyl-Region vorbereitet und durchgeführt.

„Ich verbeuge mich vor Dankbarkeit vor ihnen“, steht im Brief vom Olga Guzewa an Wilhelm Reessing. Eine wunderbare Rückmeldung mit vielen Details über die Zuwendung der Gastgeber, die liebevolle Aufnahme trotz der Hürden verschiedener Kulturen, Sprachen und mancher Eigenheiten: „Danke für alle Arbeit und Mühe!“

Vor 25 Jahren bildete sich die Arbeitsgemeinschaft Hilfe für Tschernobyl-Kinder in der Evangelischen-lutherischen Landeskirche Hannovers. Sie ist also von Grund auf eine kirchliche Aktion, die vor allen Dingen von ihren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern lebt. Im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz ist diese Anbindung deutlich zu spüren. Das nehmen auch die weißrussischen Gäste wahr, die aus der Region des Atomkraftwerkes Tschernobyl kommen, in dem es 1986 zu Nuklearkatastrophe kam, deren Folgen noch immer spürbar sind. In ihrer vor allen Dingen orthodox geprägten Kirche gibt es kein vergleichbares Gemeindeleben. Danach gefragt, verweisen sie auf die lange Zeit, in der kirchliches Leben von Staats wegen im Abseits stand.

Umso schöner war es für Kirchenbesucher in Diepholz, dass die Kinder auf Russisch das Vater Unser mitbeteten und fröhlich in das „Halleluja!“ miteinstimmten.

Das Miteinander hier erlebten sie insgesamt als Überraschung. Sie sind dankbar für die vielseitige Unterstützung aus Vereinen, von Privatpersonen und Institutionen, die mit der Kirche seit nun schon seit 24 Jahren zuverlässig zusammenarbeiten.

Die Fäden laufen beim „Stützpunkt“ Kirche zusammen. Darum war es jetzt auch wieder selbstverständlich, hier das große Abschiedsfest zu feiern. Zum zweiten Mal war die Kirchengemeinde St. Michaelis Gastgeberin. „Wachsen wie ein Baum“ war das Thema des Gottesdienstes mit Pastorin Julia Dietz und ihrem Team. Sehr anschaulich dargestellt mit einem erst blätterlosen Baum, der wächst, stark wird, ein Blätterdach entfaltet und dafür steht, wie Gott seine Hände über die Menschen hält.

Die Kinder und die große Gemeinde schmückten den Baum selbst mit beschrifteten Blättern. So wurde es ein Wunschbaum mit der Hoffnung auf weitere Völkerfreundschaft, Frieden und Gesundheit.

Beim sich anschließenden Abschiedsfest im Gemeindesaal schenkten die Kinder den Gasteltern und Organisatoren als Dankeschön ein buntes Programm mit Liedern, Vorträgen und Sketchen. Das hatten sie mit ihren Betreuerinnen Shanna Hein aus Diepholz und Olga Karpowitsch, russische Lehrerin, und Mascha Romanjuk, Studentin aus Gomel/Weißrussland, morgens bei ihren Treffen in den Gemeindehäusern Schwaförden und Diepholz eingeübt.

Alle Familien hatten dazu beigetragen, auch kulinarische Köstlichkeiten beizusteuern. Zum Erinnerungsfoto stellten sich Kinder, Gasteltern, Busfahrer, Betreuer und Verantwortlichen an der St.-Michaelis-Kirche auf.

Nächstes Jahr wollen viele von ihnen wieder dabei sein und das 25-jährige Jubiläum der Ferienaktion im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz feiern. - hb

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