Dorfentwicklung: Aschener Projekt kann nicht wie geplant starten

Vorerst kein Geld

Der Friedhof Aschen und die Kapelle werden vorerst nicht neu gestaltetet beziehungsweise saniert: Es gab bislang keinen Zuschuss aus dem Dorfentwicklungsprogramm.
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Der Friedhof Aschen und die Kapelle werden vorerst nicht neu gestaltetet beziehungsweise saniert: Es gab bislang keinen Zuschuss aus dem Dorfentwicklungsprogramm.

Aschen/Heede/Sankt Hülfe – Arbeitskreise und politische Ausschüsse haben sich damit beschäftigt, Bürger sind an den Planungen beteiligt worden. Doch bei der Umsetzung des Dorfentwicklungsprogramms hakt es nun – zumindest bei einem Projekt in Aschen. Denn es gibt noch keine Zuschüsse.

Für die Umgestaltung des Aschener Friedhofes und die Sanierung der Friedhofskapelle hatte die Stadt Diepholz Zuschüsse aus dem Programm des Landes Niedersachsen (mit EU-Mitteln) für 2020 beantragt. Erfolglos. Der Antrag wird nun für nächstes Jahr neu gestellt. Ob es dann Zuschüsse geben wird, ist offen. Praktisch kann bis dahin nichts umgesetzt werden. Die Stadt hatte für das Vorhaben in Aschen mit einer Förderung von 43 Prozent der Gesamtkosten von 474 000 Euro gerechnet.

Auch die Umsetzung der weiteren kommunalen Dorfentwicklungsprojekte in Diepholzer Ortsteilen – Neugestaltung der Dorfmitte Sankt Hülfe (Schule/Maifeier/Bremer Straße), Schließung der Radwege-Lücke an der Heeder Dorfstraße und Umgestaltung des Spielplatzes an der Heeder Gartenstraße zu einem Treffpunkt – ist offen. Frühestens kann 2021 dafür Geld aus Hannover fließen.

Für den Aschener Ortsvorsteher Wilhelm Paradiek ist die vorläufige Absage des Zuschusses für Friedhof und Kapelle „ärgerlich“. Dass kein Geld fließt, liegt daran, dass viele niedersächsische Kommunen Zuschüsse für Dorferneuerungs-Projekte beantragen. Die Gesamtsumme ist für jedes Jahr im bis 2026 laufenden Programm begrenzt. Die Vorhaben werden von der zuständigen Behörde nach einem Punktesystem bewertet. Dabei spielt unter anderem die Finanzkraft beziehungsweise Finanzschwäche der beantragenden Städte und Gemeinden eine Rolle, ebenso die Bevölkerungsentwicklung. Die Stadt Diepholz ist nicht gerade arm und ihre Einwohnerzahl ist in den vergangenen Jahren gewachsen.

Laut Ortsvorsteher Wilhelm Paradiek hätte das Aschener Vorhaben 80 Punkte gebraucht, um in die Dorfentwicklungs-Förderung zu kommen, es sei aber nur mit 65 bewertet worden. Um zusätzliche Punkte zu bekommen, wird das Projekt für die erneute Zuschuss-Beantragung nachgebessert. So soll die Aschener Friedhofskapelle nach der Sanierung auch für öffentliche Veranstaltungen wie Konzerte genutzt werden können. „Das Klimaschutzprogramm der Stadt gibt weitere Punkte“, erklärte Paradiek. Es sei aber angesichts der vielen Anträge noch nicht sicher, ob der Zuschussantrag für 2021 anerkannt wird und dann mit den Maßnahmen begonnen werden kann.

Das gilt auch für die weiteren Dorferneuerungs-Projekte, für die die Stadt Zuschüsse beantragt hat.

In der öffentlichen Sitzung des städtischen Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt am Donnerstag im Rathaus wurden diese Vorhaben noch einmal erläutert. Ein Projekt ist ein 245 Meter langer und zwei Meter breiter Radweg entlang der Heeder Gartenstraße, der die Radwege-Lücke zwischen Einmündung Kesselhäuser Ort und Umgehungsstraßen-Überführung schließen soll. Größtes Projekt ist die neue Dorfmitte in Sankt Hülfe mit geschätzten Kosten von 1,2 Millionen Euro. Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, für alle vier Projekte Dorferneuerungs-Zuschüsse für 2021 zu beantragen.

Aschen hatte bereits vom Dorferneuerungsprogramm profitiert: Die Mittelinseln auf der K 30 an den Ortseingängen zur Verkehrberuhigung wurden bezuschusst.

Weitere geplante Vorhaben in Aschen sind die Umgestaltung der Kreuzung im Ortsmittelpunkt und ein Jugendtreffpunkt am Feuerwehrhaus. Diese könnten aber erst nach dem nun wieter offenen Projekt „Friedhof“ in Angriff genommen werden.

Private Projekte und Maßnahmen von Vereinen werden im Dorferneuerungsprogramm übrigens im Vergabeverfahren anderes bewertet als kommunale Vorhaben.

Die Heeder Dorfstraße soll zwischen Kesselhäuser Ort und Kirchweg einen Radweg-Lückenschluss bekommen. Ob es dafür Zuschüsse gibt, ist offen.

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