INach 43 Jahren bei der heimischen Volksbank geht Heinrich Gödke in den Ruhestand

Vom Lehrling zum Vorstandsmitglied

Vom Lehrling zum Vorstandsmitglied: Heinrich Gödke verlässt nach 43 Jahren die Volksbank und geht in den Ruhestand.
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Vom Lehrling zum Vorstandsmitglied: Heinrich Gödke verlässt nach 43 Jahren die Volksbank und geht in den Ruhestand.
  • Eberhard Jansen
    vonEberhard Jansen
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Diepholz – Er wäre fast Landwirt geworden – damals Anfang der 1980er Jahre, als er mit seiner Frau auf den Hof der Schwiegereltern in Dönsel zog. Doch Heinrich Gödke verwarf diese Überlegung. Er blieb Banker und hat es nie bereut. Vom Lehrling bis zum Vorstand hat es der heute 61-Jährige bei der heimischen Volksbank gebracht. So eine Karriere ist selten. Nach 43 Jahren geht Gödke, der auch durch sei ehrenamtliches Engagement in der Region bekannt ist, nun in die passive Phase der Altersteilzeit. Heute (Freitag) ist sein letzter Tag im Büro der Volksbank in Diepholz an der Wellestraße. Anlass für einen Rückblick auf viele Veränderungen in der Bankenwelt und ein spannendes Berufsleben.

Herr Gödke, sicherlich war vieles anders gegenüber heute, als sie vor 43 Jahren als Lehrling bei der Volksbank in Diepholz begannen.

Auf jeden Fall. Die erste Ausbildungsvergütung gab es noch in bar.

Und wenn Sie an die technische Entwicklung denken?

Anfang der 1980er Jahre habe in der Organisations-Abteilung gearbeitet. 1984 habe ich unter anderem den ersten PC für die Volksbank Diepholz angeschafft. Er kostete damals etwa 15 000 Mark. Im Aufsichtsrat gab es danach die Frage, ob das notwendig sei. Dieser eine PC war natürlich nur der Anfang. In kürzester Zeit hatten wir dann schon über zehn Computer in der Volksbank.

Was waren einschneidende Erlebnisse in den 43 Jahren Ihres Berufslebens bei der Volksbank?

Das waren der große Umbau des alten Volksbank-Gebäudes an der Wellestraße 6 in Diepholz – während der Bauphase war unser Bankbetrieb zeitweilige in der früheren Post gegenüber, die Fusion mit der Volksbank Barnstorf 1999, der Neubau der Volksbank an der Wellstraße 3 und die Fusion mit der Volksbank Sulingen. Global waren die Pleite der Lehman-Bank und die Finanzkrise 2008 sehr einschneidend. Das hat die Welt verändert und alle Banken getroffen. Es war der Start einer immer noch steigenden Regulatorik. Der bürokratische Aufwand für die Banken ist seitdem stark gestiegen, wobei die Vorgaben für Großbanken dieselben wie für Volksbanken sind. Auch die Niedrigzinsphase begann damals, die immer noch eine Belastung für die gesamte Finanzgruppe und für die Kunden ist.

Für Kreditnehmer ist die Niedrigzinsphase von Vorteil ...

Die Baufinanzierungszinsen lagen in den 1980er Jahren noch bei etwa zehn Prozent, heute liegen die Zinsen, je nach der jeweiligen Zinsbindungsfrist, bei ein bis zwei Prozent. Für Sparer und Anleger ist diese schon lang anhaltende Niedrigzinsphase natürlich weiter herausfordernd beziehungsweise belastend.

Wie ist die Wirtschaftslage aktuell?

Sie ist, wie alle Branchen, von der Coronakrise geprägt, die eine Belastung für die ganze Weltwirtschaft ist. Ich rechne mit starken Auswirkungen im Jahr 2021. Positiv an der Krise ist, dass wir enger zusammenrücken und gemeinsam die Probleme angehen werden – natürlich auch hausintern in unserer Volksbank.

Was werden Sie im Ruhestand vermissen?

Die vielen täglichen Kontakte mit den Kunden – und natürlich die mit den Kollegen und Mitarbeitern. Den Input aus diesen Gesprächen, die nicht nur auf fachlicher, sondern auch auf menschlicher Ebene abliefen.

Und auf was freuen Sie sich?

Darauf, dass mein Tagesablauf nunmehr in der Zukunft ganz anders sein wird. Langeweile werde ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht haben. Ich wechsele gut vorbereitet in den Ruhestand. Und ich freue mich natürlich sehr darauf, dass ich mehr Zeit für meine Familie und meine vier Enkelkinder haben werde.

Gödkes Karriere

Heinrich Gödke, der in Diepholz geboren wurde und in Rehden-Lohaus aufwuchs, begann 1977 seine Lehre zum Bankkaufmann bei der damaligen Volksbank Diepholz. Nach Abschluss der Lehre war er Servicekundenberater, in der Organisation der Bank tätig und Kreditsachbearbeiter in Diepholz, danach vier Jahre Leiter der Volksbank-Zweigstelle in Rehden. Anschließend wurde er Firmenkundenberater, Leiter der Firmenkundenabteilung und Prokurist. Am 1. November 2013 kam Gödke in den Vorstand der Volksbank Diepholz-Barnstorf, blieb nach der Fusion mit der Volksbank Sulingen Vorstandsmitglied. Da blieb ihm nur noch wenig Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten. Vorher war Heinrich Gödke unter anderem Kassierer in der Dickeler Feuerwehr und im Schützenverein gewesen. Auch politisch war Gödke ehrenamtlich aktiv: Er war Bürgermeister der Gemeinde Dickel. Heinrich Gödke ist verheiratet, hat zwei Kinder und vier Enkelkinder.

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