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Bäume pflanzen in Diepholz: Vom „Hochzeitswald“ zum „Bürgerwald“

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Von: Eberhard Jansen

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Die Bürgerwald-Anfänge in Diepholz: Diese Bäume an der Strothestraße wurden Anfang der 1990er Jahre als „Hochzeitswald“ gepflanzt.
Die Bürgerwald-Anfänge in Diepholz: Diese Bäume an der Strothestraße wurden Anfang der 1990er Jahre als „Hochzeitswald“ gepflanzt. © Jansen

Ein Wald steht an der Strothestraße. Das Besondere daran ist auf den zweiten Blick zu erkennen: Die Bäume stehen in Reih und Glied. Diepholzer Bürger haben sie Anfang der 1990er Jahre gepflanzt – in einer damals neuen Aktion der Stadt Diepholz, die „Hochzeitswald“ hieß. Heute werden in Diepholz immer noch mit Unterstützung der Stadt Bäume gepflanzt. Da längst nicht nur Eheschließungen Anlass dazu sind, ist aus dem „Hochzeitswald“ der „Bürgerwald“ geworden.

Diepholz – Die Fläche an der Strothestraße war schneller gefüllt als gedacht: Die Aktion war und ist ein großer Erfolg. So entstanden in Diepholz weitere „Bürgerwälder“ auf Flächen an der Moorstraße (Pumpwerk und Ecke Junkernhäuser Weg), an der Dieselstraße, am Groweg und am Baggersee.

Zur Bürgerwald-Pflanzaktion hatte die Stadt Diepholz auch in diesem Jahr eingeladen. Dieses Jahr kamen die Baumbesitzer auf einer Fläche an der Moorstraße zusammen, um symbolisch letzte Hand anzulegen. 47 neue Bäume stehen hier nun. Bürgermeister Florian Marré (links) überreichte allen Pflanzern eine Urkunde.
Zur Bürgerwald-Pflanzaktion hatte die Stadt Diepholz auch in diesem Jahr eingeladen. Dieses Jahr kamen die Baumbesitzer auf einer Fläche an der Moorstraße zusammen, um symbolisch letzte Hand anzulegen. 47 neue Bäume stehen hier nun. Bürgermeister Florian Marré (links) überreichte allen Pflanzern eine Urkunde. © Stadt Diepholz

Für dieses Jahr hatte die Stadt eine weitere Fläche an der Moorstraße ausgesucht. Dort trafen sich jetzt Bürgerinnen und Bürger, um insgesamt 47 Bäume – Esskastanie, Feldahorn, Hainbuche und Traubeneiche – zu pflanzen. Für alle Pflanzer gab es von Bürgermeister Florian Marré eine Urkunde und Stärkungen vom Grill.

Bei der traditionellen jährlichen Aktion ist das Pflanzen mehr symbolisch. Der städtische Bauhof hat die jungen Bäume mit Stammumfängen zwischen 12 und 14 Zentimetern stets schon fachgerecht in die Erde gesetzt. Die Besitzer können noch ein paar Schaufeln Erde beisteuern.

Für 35 Euro kann jeder einen Baum bestimmter Sorten im Rathaus bestellen (Näheres unter www.stadt-diepholz.de/buergerwald oder Tel. 05441/9090). Ein Antrag kann jeweils bis zum 15. März des Pflanzjahres eingereicht werden.

Sie haben im Jahr 2022 junge Bäume gepflanzt

Anlässe waren Hochzeiten, Jubiläen Geburtstage, Schulabschlüsse und anderes: 47 Bäume wurden an der Moorstraße bei der Bürgerwald-Aktion 2022 gepflanzt. Hier die Namen der Pflanzer laut Liste der Stadt Diepholz: Niels Cordes, Familie W. Borchering, Walter Klingenberg, Olga Ernst und Henning Skubowius, Sandra Kirchhoff-Trimpe und Claus Trimpe, Sigrid und Wilhelm Henking, Jäger aus Diepholz und umzu, Hannelore und Udo Hausmeier, Kindertagesstätte Sankt Hülfe/Heede, Daniela und Claus Plümer, Gisela und Gerhard Albers, Hildegard Diers, Margret und Harald Gross-Klussmann, Barbara und Uwe Marré, Gabi Poppenborg, Maike Ulbricht, Christopher Paul, Alica Christen, Dana und Manuel Pauli, Nadine und Cord Buck, Manfred Albers, Paula Gaede, Pascal Strümpler, Gerda und Hans-Joachim Jacke, Rimma und Jakob Hooge und Lotti Hampel.

Jäger aus Diepholz und Umgebung, die selbst 17 Bäume pflanzten, sorgten bei der gemeinsamen Bürgerwald-Pflanzaktion an der Moorstraße mit ihren Jagdhörnern für Musik.
Jäger aus Diepholz und Umgebung, die selbst 17 Bäume pflanzten, sorgten bei der gemeinsamen Bürgerwald-Pflanzaktion an der Moorstraße mit ihren Jagdhörnern für Musik. © Stadt Diepholz

1988 hatte der Rat der Stadt Diepholz den Beschluss gefasst, einen Hochzeitswald zu errichten, da nicht jeder einen Garten hat, um dort einen Baum aus besonderem Anlass zu pflanzen. Die Stadt ließ so einen alten Brauch wieder aufleben. Früher machten die „Landherren“ in manchen Gegenden Nordwestdeutschlands ihre Einwilligung zu einer Eheschließung von der Pflanzung eines Hochzeitsbaumes abhängig. Bäume beziehungsweise Wälder waren in den Gesamtbetrieb der bäuerlichen Wirtschaft eingegliedert. Durch das Pflanzen junger Bäume sicherte der Bräutigam den nächstfolgenden Generationen Holz zum Bauen, verhinderte Bodenerosion und trug zur Versorgung von Mensch und Vieh mit Baumfrüchten bei. Heute stehen andere Aspekte im Vordergrund: Bäume spenden Schatten und Kühle, binden Staub und produzieren Sauerstoff. Sie sind Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleintiere.

Am 3. Oktober 1990 pflanzte die CDU zum Tag der Deutschen Einheit den ersten Baum im damals neuen Hochzeitswald an der Strothestraße. Anlässe für die Pflanzungen danach waren zunächst nur Eheschließungen. Mit den Jahren kamen weitere Anlässe hinzu – wie Geburtstage, Jubiläen und Geburten. Daher benannte die Stadt den „Hochzeitswald“ 2001 in „Bürgerwald“ um. Die Aktion blieb erfolgreich: 2020 wurde der 1 000. Baum gepflanzt. Sie werden mit Namen der Pflanzer versehen und von der Stadt Diepholz gepflegt.

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