Volkstrauertag-Gedenkfeier in Diepholz / Pfarrer fordert mehr politischen Willen

Werte zurück übermitteln

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Der Diepholzer Bürgermeister Dr. Thomas Schulze und Standortältester Oberst Olaf Stöcker (rechts) legten gestern Mittag bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Ehrenmal „Am Heldenhain“ Kränze nieder.

Diepholz - Im aktuellen Schatten der Terroranschläge vom Freitag in Paris gedachten gestern anlässlich des Volkstrauertages am Heldenhain in Diepholz Vertreter von Bundeswehr, von Vereinen und Organisationen sowie einige Bürger den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft. Äußerlich litt die Veranstaltung unter starkem Dauerregen.

Pfarrer Michael Lier von der katholischen Kirchengemeinde Christus König erklärte zu Beginn seiner Rede, diese aufgrund der Ereignisse in Paris noch einmal überdacht zu haben. Sie sei jedoch im Kern unverändert geblieben. „Aus Gedenken muss Nachdenken werden“, forderte er: „Wir müssen in Deutschland wieder über das Wesen des Krieges notgedrungen nachdenken.“

Lier forderte mehr politischen Willen zum Frieden und politische Phantasie. „Soldaten haben ein Anrecht auf politische Kreativität“, meinte er.

Die folgende Ansprache des Diepholzer Standtortältesten Oberst Olaf Stöcker war akustisch nur teilweise zu verstehen, da das Mikrophon versehentlich abgeschaltet worden war.

Stöcker nahm Bezug auf die Flüchtlingssituation und sagte: „Mehr als 400 Flüchtlinge finden hier in unserer Stadt Zuflucht vor Gewalt, Krieg, Terror und Vernichtung und werden mit dem Nötigsten versorgt. Unsere Bereitschaft zur persönlichen Hilfe, unser Mitgefühl für das Leid und die Not macht diese Menschen zu zukünftigen Verbündeten im Ringen gegen den völlig hassgesteuerten Terror – zum Beispiel der verbrecherischen Attentäter von Paris –, indem sie unsere Zuwendung spüren können und die Botschaft der Europäischen Werte zu Frieden und gegenseitigem Verständnis an ihre Heimat zurück übermitteln sollen.“

In der Zukunft werde es weiterhin darauf ankommen, die richtigen Lehren aus der Geschichte zu ziehen, sagte der Oberst: „Vielleicht ist seit den neuesten Ereignissen von Paris jetzt endlich der richtige Zeitpunkt gekommen, den schon erprobten und bewährten Brückenschlag innerhalb Europas auch auf andere angrenzende Kontinente auszudehnen, um im Sinne eines dauerhaften Friedens auch diesen Menschen die Möglichkeit einzuräumen, am gemeinsamen europäischen Wertekanon teilzuhaben.“

Als Vertreter des Fliegerhorstes zitierte Leutnant Björn Meßink das Gedicht „Die jungen Soldaten“ von Archibald MacLeish.

Gemeinsam mit dem Diepholzer Bürgermeister Dr. Thomas Schulze legte der Standortälteste Oberst Olaf Stöcker abschließend Kränze am Ehrenmal „Am Heldenhain“ nieder.

Für den Posaunenchor Diepholz, der die Veranstaltung musikalisch umrahmte, hatte die Stadt kurzfristig einen Pavillon aufgestellt, der etwas Schutz vor dem Regen bot.

Das Trompetensolo „Ich hat‘ einen Kameraden“ spielte wieder Jonas Meinecke aus Barver.

ej

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