Verschnittene Grabbepflanzung

Friedhofswärter stinksauer: „Völlige Idioten, die so was machen!“

Heide Violka schaut auf das Grab.
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Unbekannte haben Äste mit frischen Trieben am Grab entfernt.

Unbekannte haben frische Triebe von sehr langsam wachsenden Bepflanzungen auf dem Vilser Friedhof abgeschnitten. Die Bruchhausen-Vilserin Heide Violka bemerkte den Vorfall und ärgert sich darüber: „Wer macht denn so was?“ Die Rentnerin hat bereits einen Verdacht.

Br.-Vilsen – Ärger auf dem Vilser Friedhof: Unbekannte haben sehr langsam wachsende Äste an zwei Gewächsen auf einer Grabanlage abgeschnitten. Heide Violka bemerkte dies, als sie das Grab ihres Onkels und ihrer Tante auf dem Friedhof besuchte. Die Tat macht ihr zu schaffen. Zunächst wollte sie schweigen, doch dann wendet sie sich doch an die Zeitung. Andere sollen erfahren, was dort geschehen ist.

Seit rund 23 Jahren pflegt die Bruchhausen-Vilserin das Verwandten-Grab auf einem Hügel zwischen dem historischen Ortskern und dem Bürgerpark. Liebevoll kümmere sich Heide Violka seitdem um das sichtbare Gedenken an die Verstorbenen. Dass nun jemand der Muschel-Zypresse und dem Edeltannen-Sämling zu Leibe rückte, macht sie noch immer sprachlos. Es ist das erste Mal, dass so etwas in der langen Zeit passiert ist, erzählt Violka. „Wer macht denn so was?“, fragt sie, und vor allem: „Warum?“

Jede Menge frische grüne Triebe sind abgeschnitten.

Heide Violka

Es fehlen etliche Zweige an den beiden Gewächsen, die sie vor 23 Jahren mit ihrem Ehemann an dem Grab eingepflanzt hatte. „Alles, was hier steht, das haben wir gepflanzt“, erzählt Violka. Der Jahreswuchs bei diesen Pflanzen beträgt nur wenige Zentimeter pro Jahr. „Jede Menge frische grüne Triebe sind abgeschnitten“, ärgert sich daher die Seniorin. „Um die tut es mir am meisten Leid“, sagt sie und zeigt auf die Triebe des Edeltannen-Sämlings. Die blau-silbrig gefärbten Nadeln des Bodengewächs seien unter Grün- und Gartenfreunden besonders beliebt.

Tatsächlich sind die frischen Schnittstellen gut erkennbar, jedoch nur, wenn der Betrachter direkt vor dem etwas abgelegenen Grab steht. Von dem nahen Hauptweg auf dem Friedhof sind die Schnitte nicht zu sehen. „Da hat jemand ganz gezielt die Äste abgeschnitten“, ist sich Heide Violka sicher.

Abgetrennte Äste für Adventsgestecke?

Einen Verdacht hat die Rentnerin: Möglicherweise hat jemand die Äste abgeschnitten, um sie als schmückendes Beiwerk für Adventsgestecke oder einen Adventskranz zu verwenden. Umso mehr, da gerade jetzt die Vorweihnachtszeit beginnt. „Das sei ist schon vorgekommen, dass in der Weihnachtszeit gern einzelne Zweige in Adventsgestecken auftauchen“, sagt sie.

Ausschließen könne Heide Violka, dass ein Mitarbeiter des Friedhofs für die Schnitte am Grab verantwortlich ist. Noch am Tag als sie die Untat bemerkte, traf sie auf einen Friedhofsgärtner, der ihr versicherte, sie hätten nicht ihre Finger im Spiel gehabt.

Das bestätigt auch Alfred Ravens, seines Zeichens der Friedhofwärter des Vilser Friedhofs. „Die Mitarbeiter wissen, was sie verschneiden dürfen und was nicht“, sagt er. Seine Gärtner seien es definitiv nicht gewesen, so der rüstige Mann. Insgesamt kümmern sich drei Personen um das Gelände der Vilser Grabanlage.

Das Thema macht ihn stinksauer: „Das kann doch wohl nicht angehen. Völlige Idioten, die so was machen!“ Gott sei dank, seien sie auf dem Friedhof ansonsten verschont von Vandalismus. Auf anderen Friedhöfen sehe das anders aus, weiß Alfred Ravens.

Erlebt habe Ravens schon eine Menge. Vor 15 Jahren hätten beispielsweise Unbekannte einige Grabsteine auf dem Areal umgestoßen. Die habe man umgehend repariert und versucht, den Vorfall nicht an die große Glocke zu hängen, um keine „schlafenden Hunde wecken“, so Ravens über mögliche Nachahmer. Dass nun irgendjemand frische Äste am Gräber-Bewuchs entfernt, womöglich gar als Zierde für Weihnachtsdeko, das habe es seines Wissens nach noch nicht gegeben. „Das ist auf keiner anderen Grabstelle vorgekommen“, so Ravens.

Edeltannen-Sämling

Nicht nur zur Weihnachtszeit, nein auch wenn es schneit, zählt die Edeltanne mit ihrem blau-silbrigen Nadelkleid als Schmuckstück, das häufig zudem als Adventsgesteck wiederzufinden ist. Die Blütezeit des Nadelholzes ist der Mai mit einer rot-gelben Farbe. Das winterharte Gewächs ist als langsam wachsender Bodendecker zu finden.

Muschel-Zypresse

Die sehr langsam wachsende Konifere hat einen unregelmäßigen, breiten Wuchs. Die Endhöhe von circa 1,5 Metern erreicht sie erst nach vielen Jahren. Die dunkel- bis frischgrünen Nadeln gelten als sehr dekorativ. Aufgrund des geringen Jahreszuwachses ist sie für kleine Gärten, als Kübelpflanze oder als Grabbepflanzung geeignet.

Eine Hinweistafel am Vilser Friedhof weist Besucher auf das richtige Benehmen hin.

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