Im Visier der Kunsttouristen

„Unendliche Weisheit“ schlägt Wellen

+
Zu einem Workshop mit dem Künstler Kang Muxiang kamen am Samstagmorgen Schüler der Fachoberschule Gestaltung des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup in den Vorgarten der Superintendentur.

Diepholz - Der Besuch des Künstlers Kang Muxiang aus Taiwan, dem ständigen Vertreter Taiwans und einer Gruppe befreundeter Taiwaner in Diepholz schlägt Wellen. Ähnlich der Wellenstrukturen, die Muxiangs am Freitag feierlich enthüllte Skulptur neben der St. Nicolai-Kirche zeigt. Es scheint: Diepholz mausert sich zum Kunst-Ort, denn bereits am Samstagmorgen pilgerten die ersten Kunsttouristen vor das Objekt „Die unendliche Weisheit“ des Künstlers.

Die Stahlskulptur von Muxiang, die sich in sein Projekt „Ein Stahlkabel verbindet die Welt („One steel cable connecting the world“) und den Weg direkt vom Potsdamer Platz aus Berlin nach Diepholz fand, soll ihre Reise im nächsten Sommer weiter nach New York antreten.

Eines von sieben Fahrstuhl-Kunstwerken

Es sei denn, die Stadt Diepholz oder eine Gruppe Stifter kauft die Skulptur für die Reputation der Kreisstadt. Die Kunst aus einem Ex-Service-Kabel des Express-Aufzuges aus dem Wolkenkratzer Taipei 101 ist für ein Jahr in der Diepholzer Innenstadt zu sehen. Es ist eines der insgesamt sieben aus Fahrstuhl-Stahlseilen entstandenen Kunstwerke.

Muxiang, eigentlich Holzbildhauer, verfolgt mit der Wiederverwendung von ausrangiertem Material die fernöstliche „humility“ (Demut) Philosophie und verneigt sich vor der Natur. Er verbaute rund 480 Kilometer ausgedienten, gedrehten Stahl. Vier Skulpturen standen bis vor kurzem auf Berlins Potsdamer Platz, eine davon jetzt aktuell in Diepholz. Vier Skulpturen befinden sich in Deutschland, die Stadt Karlsruhe kaufte eine fest. Zwei Skulpturen stehen in der Schweiz. Eine der Größten steht vor dem „Skyscraper“ Taipei 101. Das Embryo aus Stahl mit weichen Formen, starr, aber voller Elastizität, soll bis Mitte 2018 in Diepholz verbleiben.

Der Enthüllung folgte ein Abend mit 80 Gästen im Alten Rathaussaal, Film und Gesprächen in der Münte. Über Diepholz sagt der Künstler: „Ich habe hier eine sehr große Gastfreundschaft erfahren. Das ist längst nicht überall so“. Die am Freitagabend gesägte Holzskulptur, auch in Embryoform, bleibt in Diepholz und soll vermutlich einen Ehrenplatz am Skulpturenpfad erhalten.

Unter Anleitung des Künstlers entsteht eine Ratte

Der Besuch war auf drei Tage mit Rahmenprogramm ausgelegt. 12 von 14 Schülern der Fachoberschule Gestaltung mit ihren Lehrerinnen trafen sich am Samstagvormittag vor der Superintendentur zu einem Workshop mit Muxiang, während für die weiteren Taiwaner eine Stadtführung mit Richard Wilhelm Bitter lief.

„Das ist der Startschuss für unsere Ausbildung in Sachen Bildhauerei“, erläutert Lehrerin Monika Windels. Denn unlängst wurde das Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup für den Zweck mit einem Satz Bildhauerhammern aus Holz und Beitel jeder Größe für die Arbeit mit Holz ausgestattet. Am Ende des Workshops war eine hölzerne Ratte unter den Händen der Schüler und Ratschlägen des Künstlers entstanden, die Holzhammer trugen seinen signierten Namen mit Datum.

„Die unendliche Weisheit“ in Diepholz enthüllt

Auf dem Programm für Muxiang stand außerdem ein Besuch bei der Diepholzer Firma Malz Polytec, die sich einen Namen in Sachen Recycling von Spezialpolymeren macht.

Wie es mit der Stahl-Skulptur in Diepholz weitergeht, wird sich bis nächsten Sommer zeigen, ihre Wellen zeigte und schlug sie zum Start bereits eindrucksvoll ein gesamtes Wochenende.

sbb

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Tag der offenen Tür im Kindergarten Haendorf

Tag der offenen Tür im Kindergarten Haendorf

Erntefest im Kindergarten Scholen

Erntefest im Kindergarten Scholen

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Meistgelesene Artikel

„goraSon“ brennt ein Feuerwerk der osteuropäischen Musikkunst ab

„goraSon“ brennt ein Feuerwerk der osteuropäischen Musikkunst ab

Premiere bei der „Barnstorfer Speeldeel“: Volles Haus und viel Vergnügen

Premiere bei der „Barnstorfer Speeldeel“: Volles Haus und viel Vergnügen

Drittes Forum für das Ehrenamt in Stuhr

Drittes Forum für das Ehrenamt in Stuhr

Förderschule Freistatt: Bald mit Außenstelle in Sudweyhe

Förderschule Freistatt: Bald mit Außenstelle in Sudweyhe

Kommentare