Landkreis kündigt Baufirma

Vier Monate Verzögerung bei Sanierung am  Berufsbildungszentrum Diepholz

Für die stockende Sanierung des Hauptgebäudes im Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup in Diepholz suchen Landkreis-Fachdienstleiter Mischa Flaspöhler und Bauleiter Rolf Wege derzeit eine neue Baufirma. Foto: Jansen
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Für die stockende Sanierung des Hauptgebäudes im Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup in Diepholz suchen Landkreis-Fachdienstleiter Mischa Flaspöhler und Bauleiter Rolf Wege derzeit eine neue Baufirma.

Die Sanierung des Hauptgebäudes des Berufsbildungszentrums in Diepholz war ins Stocken geraten. Der Landkreis zieht die Notbremse und kündigt der Baufirma.

Diepholz - Jetzt sind endlich die Fenster installiert und es kann geheizt werden. Das sollte eigentlich schon vor Herbstbeginn passieren. Doch es wurden dann kalte Wochen für die Lehrer am Berufsbildungszentrum (BBZ) Dr. Jürgen Ulderup in Diepholz. Weil der Bau-Zeitplan für die Sanierung des Hauptgebäudes aus dem Ruder lief, waren die Fensteröffnungen des Lehrer-Bereichs im Erdgeschoss über Wochen nur mit nicht isolierenden Planen verschlossen. Nach weiteren Verzögerungen bei den Arbeiten hat der Landkreis Diepholz jetzt die Notbremse gezogen und der Baufirma gekündigt.

4,6 Millionen Euro investiert der Landkreis Diepholz, um die Unterrichtsräume für das Berufliche Gymnasium und den Unterrichtsbereich „Wirtschaft und Verwaltung“ in den beiden Obergeschossen des BBZ-Hauptgebäudes zu zentralisieren und die Raumaufteilung neu zu gestalten.

Zu wenig Personal, zu wenig Material

Dazu wurde dieser Teil des 1976 in Betrieb gegangenen Gebäudekomplexes an der Schlesier Straße in Diepholz zunächst entkernt und in den Rohbau-Zustand versetzt.

Es sei mehrfach aufgefallen, dass an der Baustelle zu wenig Personal und Material war, kritisierten Landkreis-Fachdienstleiter Mischa Flaspöhler und Bauleiter Rolf Wege die Firma aus Vechta, die als billigster Anbieter im Ausschreibungsverfahren den Zuschlag bekommen hatte, im Gespräch mit unserer Zeitung. Da es keine Ausschlusskriterien gab, habe man dieses Unternehmen auswählen müssen.

Der Unterricht für etwa 270 Schüler des BBZ läuft derzeit in Containern – im Vordergrund Lagercontainer.

Doch offenbar hatte sich die Firma etwas übernommen und konnte die Termine nicht einhalten. Daher erfolgte nun am Jahresende die Kündigung. Das südoldenburger Unternehmen bringt einige Arbeiten noch zu Ende und zieht dann ab.

„Die Verzögerung beträgt etwa vier Monate“, erklärte Rolf Wege, dass die Sanierung eigentlich schon viel weiter fortgeschritten sein sollte. Nun sucht der Landkreis eine neue Baufirma, führt unter anderem Gespräche mit den Unternehmen, die im Ausschreibungsverfahren auf den Plätzen zwei und drei gelandet waren. Doch bekanntlich herrscht in der Baubranche immer noch eine gute Auslastung, so dass es fraglich ist, ob andere Firmen die Arbeiten am BBZ nahtlos fortsetzen können, weil sie erst andere Aufträge abwickeln müssen. Der Bauleiter: „Wenn wir den ersten Bauabschnitt im Herbst fertig haben, können wir uns glücklich schätzen.“ Danach wird ein weiterer Teil des BBZ-Gebäudes saniert. Das Hauptgebäude bekommt wie neuere Teile des BBZ ein Satteldach und eine neue Fassade. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, ist das BBZ durchsaniert. Dann ist der 2005 erstellte Hauswirtschafts-Anbau der älteste Teil.

Neugestaltung als Campus

Das Foyer wird noch nicht verändert. Hier will der Landkreis abwarten, welche Planungen die Stadt Diepholz und andere Beteiligte für die gesamte Neugestaltung des Schulzentrums als Campus vorsehen wird. Nach ersten Ideen solle das jetzige Foyer durchgängig werden – als Fußgänger-Verbindung zwischen Thouarsstraße und der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik (PHWT).

Seit einigen Monaten läuft der Unterricht von neun Klassen des Beruflichen Gymnasiums und anderer Schulformen – zusammen etwa 270 Schüler – in speziellen Containern, die hinter dem BBZ stehen. Der Landkreis Diepholz hatte diese für die Bauzeit angemietet. Die Container müssen nun wahrscheinlich länger genutzt werden als geplant. Zum Glück sind sie recht komfortabel.

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