Vier Helferinnen aus dem Ruhestand zurück in die Klinik Diepholz

Fast 1000 Flüchtlinge medizinisch untersucht

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Aus dem Ruhestand in die Flüchtlings-Untersuchung: An der Alexianer-Klinik Diepholz helfen dabei (stehend von links) Ilona Benker, Ursula Schypior, Elke Breustedt und Erna Szubin – hier mit dem diensthabenden Arzt Christian Gruhn.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Der Medizin-Check ist laut Asylverfahrensgesetz vorgeschrieben: Alle Flüchtlinge, die in den Erstaufnahme-Einrichtungen in Diepholz am Fliegerhorst und in Twistringen ankommen, müssen untersucht werden. Seit Oktober machen das die Alexianer in einem Nebengebäude der Klinik Diepholz. Heute wird dort voraussichtlich der 1000. Flüchtling untersucht.

In dem Gebäude an der Stüvenstraße, in dem zuvor ein Betriebsarzt Räume hatte, hat die Klinik Untersuchungszimmer, Verwaltungsräume und Wartebereiche (mit Spielzeug für die Kinder) eingerichtet. Die Untersuchungen nehmen Ärzte vor, die aus den Alexianer-Kliniken Diepholz, Sulingen und Bassum abgestellt werden. Von Vorteil ist auch die direkt benachbarte Radiologie, denn alle Asylbewerber ab 15 Jahre müssen sich einer Röntgenuntersuchung unterziehen.

„Nahezu alle Flüchtlinge, die wir seit Oktober untersucht haben, waren gesund“, berichtet Rolf Meyer, Geschäftsführungs-Assistent bei den Alexianern Landkreis Diepholz. Es habe lediglich einmal Tuberkulose-Verdachtsfälle gegeben, wie sie aber auch unter Deutschen vorkommen.

Die Kosten für die Untersuchungen übernimmt letztendlich das Land Niedersachsen. Ob diese Zahlungen für die Alexianer kostendeckend sind, kann Meyer noch nicht sagen.

Anfangs wurden für die Untersuchungen Pflegekräfte aus der Klinik abgestellt. Das überlastete jedoch auf Dauer das Personal. So haben die Alexianer nun vier Damen eingestellt, die früher schon in der Klinik Diepholz in verschiedenen Funktionen – Pflege, Verwaltung und Labor – gearbeitet hatten und im Ruhestand sind. Als geringfügig Beschäftigte übernehmen Erna Szubin aus Wetschen, Ilona Benker aus Holdorf, Ursula Schypior aus Diepholz und Elke Breustedt aus Lembruch Verwaltungsaufgaben beziehungsweise helfen dem jeweils aus den Kliniken Diepholz, Bassum oder Sulingen abgeordneten Arzt bei der medizinischen Untersuchung der Asylbewerber.

Die Zusammenarbeit mit den Maltesern, die die Flüchtlings-Einrichtung in Diepholz am Fliegerhorst betreiben, und mit dem Deutschen Roten Kreuz, das für den Betrieb der Einrichtung in Twistringen zuständig ist, laufe sehr gut, berichten die vier Damen. Die Flüchtlinge werden nach Absprache in die Klinik Diepholz gefahren. Dienstags und donnerstags sind dort im Nebengebäude Untersuchungstermine. „Die Verständigung läuft meist mit Händen und Füßen“, berichten die Helferinnen. Nicht immer können die Flüchtlinge Englisch.

Während nahezu alle der bisher fast 1000 untersuchten Asylbewerber trotz ihrer langen Flucht nach Europa in gutem Gesundheitszustand sind, tauchte ein Fall auf, der schnell wieder bewusst machte, warum die Menschen geflohen sind. Bei einem Mann entdeckte der seinerzeit diensthabende Arzt eine verheilte große Bauchwunde. Auf die Frage nach der Ursache antwortete der Flüchting nur „Bumm!“

Es war eine Bombe gewesen.

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