Jugendrat will noch einen Namen suchen

Jugend- und Studentencafé in der Münte startet vielversprechend

+
Im neuen Jugend- und Studentencafé in der Münte gibt es auch die Möglichkeit, Dart und Kicker zu spielen.

Diepholz - Oben musikalische Erziehung und Bildung der Kreismusikschule, im Erdgeschoss das neue Jugend- und Studentencafé der Stadt Diepholz: Die Münte wird nun – nach dem endgültigen Aus der Gastronomie dort – wieder vollständig genutzt.

Wie die Zielgruppe – junge Leute zwischen zehn bis über zwanzig, aber auch Interessierte die generationsübergreifend in Diepholz unterwegs sind – das neue Jugend-Angebot auf Dauer annimmt, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Der Start des Jugend- und Studentencafés in den Erdgeschossräumen der Münte am Sonntagnachmittag war vielversprechend. Viele Gäste kamen bei herrlichstem Frühlingswetter zum Informationstag der neuen Einrichtung für Jugendliche, nutzten die Freizeiteinrichtungen und ließen sich von den Sozialarbeitern Danilo Sodogé und André Pfennig über die Ziele informieren.

Im Obergeschoss lud die Kreismusikschule des Landkreises Diepholz zum Info-Tag ein und somit war die Münte so voll wie zu ihren besten Zeiten der Münzprägung und Falschmünzerei im Auftrag des Grafen vor vielen Jahrhunderten. Die Stadt Diepholz fand ab 1956 keinen geeigneten Verwendungszweck für das Gebäude. Es war dem Verantwortungsbewusstsein einer Bürgerinitiative zu verdanken, dass die Abbruchpläne der Stadt 1975 nicht griffen und das verfallene Gebäude 1977 mit alten Balken neu aufgebaut wurde.

Mit für einen Jugendtreff passenden Möbeln ist die Münte als Jugend- und Studentencafé ausgestattet.

Am Sonntag trafen sich in dem Kleinod in der Nähe des Schlosses viele Menschen mit Ideen, den neuen Treffpunkt mit Leben zu füllen. Die Umbauarbeiten waren abgeschlossen, die Einrichtung um für die Nutzung als Treffpunkt relevante Möbel und Freizeit-Utensilien wie ein Kicker ergänzt.

Niklas Richter und Johannes Luber vom Diepholzer Jugendrat informierten Interessierte aller Altersgruppen und führten durch die Räume.

Interesse und Präsenz zeigten die drei Bürgermeisterkandidaten für Diepholz, Ruken Aytas, Detlef Tänzer und Florian Marré.

„Die Entscheidung zum Verkauf der Gastronomieküche und der Bau einer barrierefreien Toilette wird innerhalb der nächsten 14 Tage politisch entschieden“, teilte Marré in seiner Funktion als zuständiger Fachdienstleiter in der Diepholzer Stadtverwaltung mit: „Die Idee ist ein Haus für alle, mit der Zielgruppe Schüler und Studenten.“ Es sei geplant, die Schüler- und Studentenvertretungen einzuladen.

Geöffnet an vier Tagen pro Woche

Die derzeit geplanten Öffnungszeiten sind Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 14.30 bis 20 Uhr. Marré: „Wir werden aber die Bedarfe prüfen und gegebenenfalls korrigieren.“

In der Münte gibt es einen Wlan-HotSpot mit Voucher-Gutscheinen. Mit der in Diepholz ansässigen Bio-Firma Lebensbaum hat der Jugendtreff eine Kooperation bezüglich der angebotenen Getränke. „Die Preise sind für Schüler und Studenten erschwinglich, wir wollen aber den Cafés in Diepholz keine Konkurrenz machen“, so Fachdienstleiter Marré.

Für den Bürgermeisterkandidaten Detlef Tänzer war wichtig, den Jugendlichen die weitere Fortentwicklung zu überlassen. „Ich bin offen für konstruktive Anregungen. Allerdings darf der Campusgedanke rund um Schul- und Fachhochschulzentrum und Mediothek nicht vernachlässigt werden“. Er wolle sich dafür parallel einsetzen. „Ein schneller Verkauf der Küche ist notwendig, damit ein weiterer Raum frei wird für Aktivitäten in der Münte“, so Tänzer.

Ruken Aytas vermisst Konzept

Zu Besuch war auch Bürgermeisterkandidatin Ruken Aytas in der Münte. Sie kommt aus der Jugendarbeit und kommentierte den neuen Treffpunkt: „Ich bin nicht gegen die Münte als Jugendtreff im Allgemeinen, hätte mir aber im Vorfeld eine Planung mit Konzept gewünscht“. Offene Jugendarbeit sei für sie Geschlechter gerechte und spezifische Angebote, eine Zukunftswerkstatt, Internationalismus beispielsweise. Es sei gut, dass der Leerstand behoben sei, aber jetzt müssten solche Konzepte folgen.

Der Name der neuen Einrichtung – Jugend- und Studentencafé – ist übrigens nur ein Arbeitstitel: Der Diepholzer Jugendrat will zeitnah einen Namenswettbewerb ausloben.

Die Zwillinge Leonie und Lennard Krec (14) meinten als Besucher: „So ein Ort fehlte. Immer nur an der Schule oder auf dem Parkplatz treffen, ist doof.“

Sie bezogen den Außenbereich in ihre spontanen Überlegungen ein: „Kann man in der Lohne eigentlich baden?“ Eine Kletterausrüstung oder Balancierseil waren zwei weitere Vorschläge. Dass zusätzliche Möbel für die Terrasse noch fehlen, zeigte der Besucherandrang. 

sbb

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Ranking: Diese acht Berufe machen depressiv

Ranking: Diese acht Berufe machen depressiv

Bayern trotz 1:2 gegen Real: "Geben nicht auf"

Bayern trotz 1:2 gegen Real: "Geben nicht auf"

Lange Haftstrafen für führende "Cumhuriyet"-Mitarbeiter

Lange Haftstrafen für führende "Cumhuriyet"-Mitarbeiter

Lange Haftstrafen für führende "Cumhuriyet"-Mitarbeiter

Lange Haftstrafen für führende "Cumhuriyet"-Mitarbeiter

Meistgelesene Artikel

Förderverein Treffpunkt der Grundschule Lemförde feiert 25-jähriges Bestehen

Förderverein Treffpunkt der Grundschule Lemförde feiert 25-jähriges Bestehen

Aktiba 2018: Aussteller und Organisatoren ziehen positives Fazit

Aktiba 2018: Aussteller und Organisatoren ziehen positives Fazit

Schutz vor dem Wolf: Herdenschutz im Landkreis Diepholz wird gefördert

Schutz vor dem Wolf: Herdenschutz im Landkreis Diepholz wird gefördert

Kommentare