Hausgeschichte(n): Grafenstraße 9 in Diepholz

Vieles wieder im Originalzustand von 1924

Früher Büro- und Geschäftshaus, heute große Wohnung: Mario König hat das Haus Grafenstraße 9 in Diepholz komplett saniert. Wer es 1924 gebaut hat, weiß er nicht.
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Früher Büro- und Geschäftshaus, heute große Wohnung: Mario König hat das Haus Grafenstraße 9 in Diepholz komplett saniert. Wer es 1924 gebaut hat, weiß er nicht.

Diepholz – Wer von der Schömastraße auf die Grafenstraße in Diepholz fährt oder geht, dem fällt es sofort auf: Direkt gegenüber der Einmündung steht ein schmuckes Gebäude, das in den vergangenen Jahren zu einem Schmückstück geworden ist. Es gehört Mario König. Der selbstständige Fahrlehrer kaufte das Haus Grafenstraße 9 schon im Jahr 1994. Nachdem die Mieter ausgezogen waren, begann er 2014 mit der Komplettsanierung.

„Das Haus wurde 1924 gebaut“, erklärt Mario König. Wer es gebaut hat, weiß er nicht. ie untere Etage ist so konzipiert, dass sie für Büros beziehungsweise andere Geschäftsräume zu nutzen war. Hier war viele Jahre das Steuerberaterbüro Runge. Später zog dieses Büro, das inzwischen Runge junior übernommen hatte, in den nebenan erstellten Bungalow um.

Im ursprünglichen Zustand aus den 1920er Jahren: Türen und Wandvertäfelung sind von der Farbe befreit.

Das Erdgeschoss des Hauses Grafenstraße 9 erlebte dann mehrere unterschiedliche gewerbliche Mieter. Laut Mario König und dessen Nachbarin Bärbel Weerda, die sich in der jüngeren Diepholzer Geschichte gut auskennt, nutzten unter anderem die Vertriebsgesellschaft der Diepholzer Schallplattenfirma Pallas die Räume, danach das Fotostudio „Montevideo“ sowie schließlich ein Versicherungsbüro. In den oberen Räumen lebten nacheinander verschiedene Familien als Mieter.

Häuser mit Geschichte(n) gesucht

Private Häuser im südlichen Landkreis Diepholz: Deren Geschichte und auch Geschichten von Bewohnern stellen wir in der Serie Hausgeschichte(n) vor. Besitzen oder bewohnen Sie ein Gebäude, das etwa 100 Jahre alt ist und über das oder aus dem es Interessantes zu erzählen gibt? Dann lassen Sie es Teil der Serie werden. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff Hausgeschichte(n) an redaktion.diepholz@kreiszeitung.de beziehungsweise redaktion.sulingen@kreiszeitung.de und beschreiben Sie darin kurz und stichwortartig die Besonderheiten des Gebäudes. Bitte Anschrift und Telefonnummer nicht vergessen. Nach Prüfung und Absprache verfassen wir dann einen Bericht mit Fotos. Kosten entstehen Ihnen dadurch selbstverständlich nicht. 

Nach einiger Zeit des Leerstandes begann Mario König im Jahr 2014 mit der Sanierung des Hauses, in das er dann mit seiner Frau Sritorn einzog. König entfernte die alte, unpassende Farbe von Türen, Treppen und Holzvertäfelungen, sodass diese heute wieder im Originalzustand aus den 1920er Jahren sind. Alle Stromanschlüsse sowie sonstige Leitungen wurden erneuert – ebenso die Fenster. „Wir haben das Haus in den Rohbau zurückversetzt“, erklärt der 62-Jährige. Die Fassade, deren untere Hälfte in Klinkersteinen mit alter Schutzfarbe gestaltet war, ließ er komplett neu streichen. In den vergangenen Monaten wurde zudem der Eingangsbereich mit Sandsteinen neu gestaltet. „Ganz früher war der Eingang an anderer Stelle“, hat Mario König auf alten Fotos gesehen. Auch die Dachgaube zum Garten hin entstand später.Bevor er selbst mit seiner Frau in das Gebäude einzog, hatte König sein Haus in Wetschen verkauft. In Diepholz hat das Ehepaar nun sehr viel Platz. Auf den insgesamt etwa 200 Quadratmetern Wohnfläche kann es zehn Zimmer nutzen.

Einen kleinen besonderen Fund machte Mario König bei den Sanierungsarbeiten auf dem Dachboden: Dort entdeckte er in einer Ecke einen alten Steiff-Teddy. Wem das Stofftier mal gehörte und wie alt es ist, hat er bislang nicht herausbekommen.

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