Was passiert mit dem Areal?

Ideen und Möglichkeiten für Nutzung des Diepholzer Klinik-Geländes

Die Klinik Diepholz von der Eschfeldstraße aus gesehen. .
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Die Klinik Diepholz: Wie wird das Areal genutzt, wenn das Krankenhaus in einigen Jahren zugunsten eines Landkreis-Zentralklinikums geschlossen wird? Dazu gibt es schon mehrere Ideen.

Diepholz – Was kommt nach dem Krankenhaus? Wie werden Gebäude und Gelände der Klinik Diepholz genutzt, wenn das Krankenhaus voraussichtlich in mehr als fünf Jahren zugunsten eines Zentralklinikums im Landkreis Diepholz geschlossen wird? Es gibt vielfältige Ideen und Möglichkeiten. Aber angesichts der vorhandenen Unwägbarkeiten beim Zentralklinik-Bau kann noch nichts konkret geplant werden.

Zu den Ideen gehören sozial orientierte Wohnformen mit Serviceangeboten, eine Teil-Nutzung der Fläche für die Ortsfeuerwehr Diepholz, eine medizinische Einrichtung durch ein Medizinisches Versorgungszentrum, ein Gesundheitszentrum oder Ärztehäuser.

Bürgermeister Florian Marré beantwortete Fragen der SPD-Fraktion zur Klinik- Nachnutzung und Sicherung einer hochwertigen medizinischen Versorgung in Diepholz am Beginn der jüngsten öffentlichen Sitzung des Diepholzer Rates sehr ausführlich.

Bürgermeister Florian Marré: „Fläche ist sehr attraktiv.“

„Es gab mehrere Gespräche zu Nachnutzungsoptionen für die Fläche“, sagte Marré: „Aufgrund der räumlichen Lage in der Stadt ist diese Fläche für unterschiedliche Nutzungen sehr attraktiv.“

Es wäre auch Platz für Bau eines neuen Feuerwehrhauses

Da es viele Überlegungen gibt, wolle die Verwaltung mit einem strukturierten Prozess an die Planungen herangehen. Im ersten Schritt sollen mit unterschiedlichen Akteuren Brainstormings und Bedarfsabfragen erfolgen. Im zweiten Schritt werde die städtebauliche Sicherung durch eine Veränderungssperre vorbereitet. „Im dritten Schritt wird vorgeschlagen, die Fläche einer thematisch offenen Detailuntersuchung im Rahmen der Überarbeitung des Stadtentwicklungsplanes zuzuführen“, so der Bürgermeister.

Gespräche mit Vertretern der Gesundheitsbranche

Zudem habe es Gespräche mit medizinischen Anbietern und einem Beratungsunternehmen aus der Gesundheitsbranche gegeben. Darin sei die derzeitige ärztliche Versorgung am Standort Diepholz beleuchtet worden. Zudem seien städtebauliche Bedarfe erörtert worden, um zu einer sinnvollen Grundlage für eine zukunftsfähige und realistische Überplanung des Areals zu gelangen.

Es gab laut Marré zu dem Thema Klinik-Nachnutzung bislang zwei Gespräche mit Landrat Cord Bockhop. „Als Ergebnisse kann ich mitteilen, dass der Landkreis Diepholz sehr offen für kooperative Maßnahmen auf dem Areal, aber auch für eine Veräußerung von Flächen ist. Auch einer bauplanungsrechtlichen Sicherung der Fläche durch die Stadt Diepholz steht der Landrat offen gegenüber“, so der Bürgermeister.

Landkreis Diepholz kann sich Verkauf der Fläche vorstellen

Der Landrat könne sich eine Veräußerung der Fläche an die Stadt Diepholz und auch an Dritte vorstellen, wenn die inhaltliche Ausgestaltung unterstützenswert sei. Mögliche Bedarfe an Flächen für den Landkreis Diepholz, für die Klinikgesellschaft oder für ein Medizinisches Versorgungszentrum seien besprochen worden.

Aufgrund des noch langfristigen Planungshorizonts könnten verbindliche Aussagen jedoch nicht getroffen werden. Der Landkreis Diepholz werde sich jedoch im Rahmen einer Planung der Standortkommune durch Teilnahme am Prozess partnerschaftlich einbringen.

Im Rahmen eines Brainstormings (Sammlung von spontanen Einfällen) im Vorstand der Stadtverwaltung seien auch bislang nicht beachtete Ideen aufgekommen – wie die Ansiedlung eines Feuerwehrgerätehauses.

Mit dem neuen Geschäftsführer des Klinikverbundes beleuchtete Marré laut seiner Antwort in einem Gespräch am 1. Februar die derzeitige Situation und sprach über zeitliche Perspektiven. Auch die Frage zum Erhalt einer medizinischen Versorgung am Standort über ein MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) oder ein Gesundheitszentrum wurden beraten. Konkretere Ergebnisse oder Planungsschritte seien aufgrund des zeitlichen Ablaufes nach Aussage des Geschäftsführers erst mittelfristig möglich, da derzeit die Planungen für die Zentralklinik erarbeitet und konkrete Beschlüsse abgewartet werden müssten.

Auch Wohnbau Diepholz in Gespräche mit einbezogen

Zudem sei laut Florian Marré sowohl mit medizinischen Dienstleistern, die bereits am Standort Diepholz aktiv sind, gesprochen worden, als auch mit Anbietern, die derzeit noch nicht am Standort Diepholz aktiv sind. Die Gespräche sind jedoch in keinem Stadium, das „von Konkretheit mit Zeit- oder Kostenplänen gezeichnet ist“.

In die Gespräche zur Nutzung des bisherigen Klinikareals sei auch der Geschäftsführer der Wohnbau Diepholz einbezogen worden. Denn denkbar sei selbstverständlich auch das Thema Wohnen mit Generationenbezug oder mit Servicedienstleistungen für Senioren.

Zudem habe ein Gespräch mit einem privaten Anbieter für Senioreneinrichtungen stattgefunden, in dem über Flächenpotenziale in der Stadt Diepholz gesprochen wurde. Hier wäre auch das Klinikareal denkbar.

Der Bürgermeister: „Durch die Größe und die Lage wird diese Fläche mit großer Sorgfalt zu beplanen sein. Sie wird eine Strahlwirkung über die Grundstücksgrenzen hinaus haben.“

Die Stadt habe laut Marré ergänzend eine digitale Beratung durch ein anerkanntes Beratungsunternehmen aus der Gesundheitsbranche in Anspruch genommen, die sich mit allgemeinen Entwicklungen der Gesundheitsbranche, Kennzahlen zu medizinischen Versorgungssituationen und konkreten Zahlen des Versorgungsstandortes Diepholz befasst habe.

Drei Arten von medizinischer Versorgung

Zum Aspekt des Erhalts der hochwertigen medizinischen Versorgung in Diepholz führte Florian Marré in der Ratssitzung aus: „Grundsätzlich gibt es drei Arten von medizinischer Versorgung. Die ,medizinische Grundversorgung’ wird von Arztpraxen, allgemeinen Krankenhausambulanzen und anderen öffentlichen ambulanten Einrichtungen getragen. Die ,sekundäre Versorgung’ als Schwerpunktversorgung – auch ,Facharztmedizin’ genannt – bilden niedergelassene und angestellte Fachärzte aller Richtungen sowie andere Spezialisten, die auf Überweisung der Primärärzte tätig werden. Die Facharztbehandlung findet ambulant oder stationär (nach Aufnahme in einem Krankenhaus) statt. Die ,tertiäre Versorgung’, auch ,Maximalversorgung’ genannt, beruht auf spezialisierten Kliniken und Zentren, die größere Regionen oder mehrere Städte mit besonders teuren und aufwendigen Leistungen versorgen, etwa Unfall- und Verbrennungskliniken, Krebszentren, Transplantationskliniken.“

Als realistisch schätzte Bürgermeister Marré die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Angeboten aus der ersten und teilweise der zweiten Kategorie am Standort Diepholz ein: „Dies muss unser aller Ziel sein.“

Da davon auszugehen sei, dass der derzeitige Klinikstandort Diepholz noch mehr als fünf Jahre genutzt wird, sei eine konkrete Behandlung von Nachnutzungsoptionen derzeit weder sinnvoll noch möglich, ohne falsche Erwartungshaltungen zu schüren beziehungsweise Fehlplanungen zu machen, schloss Marré.

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