Viele Farbtupfer beim Erntedankfest / Andacht zum Auftakt

„Wilde Weiber“ mischen den Aschener Umzug auf

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Welch ein Anblick: die „wilden Weiber“ von Aschen nahmen zum ersten Mal am Erntedankfest-Umzug teil. Sie dürfen gerne nächstes Jahr wiederkommen, meinten Zuschauer am Wegesrand.

Aschen - Von Reinhold Dufner. Auch sogenannte „Schnapsideen“ müssen nicht immer die schlechtesten sein. Beim letztjährigen Erntedankfest hatten einige Frauen aus der Gemeinde in fröhlicher Runde den Wunsch geäußert, auch einmal am Umzug beim Erntedankfest teilzunehmen. Der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins, Willi Sillmann, hatte davon Wind bekommen und fand die Idee spitzenmäßig. Ja, er war Feuer und Flamme. Natürlich bekamen die umtriebigen Damen „grünes Licht“.

Was Sillmann mit seinem Segen „angerichtet“ hatte, verschlug nicht nur ihm gestern, als zum Festumzug angetreten wurde, die Sprache. „Mit dem tollen Outfit könnt ihr beim Oktoberfest in München auftreten,“ geriet der sonst eher ruhige und besonnene zweite Vorsitzende schier aus dem Häuschen. „So etwas ist nur in Aschen möglich!“

Die betroffenen Damen indes, die (gerne) ein Blitzlichtgewitter über sich ergehen lassen mussten und fast noch öfter als die zu dem Zeitpunkt noch amtierende Erntekönigin Jasmin Köper mit ihren Ehrendamen Miriam Rietschel und Romina Burmester abgelichtet wurden, blieben auf dem Teppich. „Das ist eine einmalige Aktion!“

Willi Sillmann will nicht so recht daran glauben. „Ich bin gespannt, was ihr Euch nächstes Jahr einfallen lasst.“ Einer der männlichen Gäste wusste es schon und scherzte, nur für direkt neben ihm stehende Besucher zu hören: „Oben ohne!“

Mit dem Empfang der Erntekönigin nebst Gefolge auf dem Gelände des Heimatmuseums wurde das Fest mit langer Tradition eingeleitet. Ungeduldig warteten schon die Jungen und Mädchen aus der evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte in Aschen auf ihren Auftritt, den sie mit Hildegard Loesbrock sowie Jeannine Langhorst und Chira Thölke einstudiert hatten. Im Mittelpunkt stand dabei ein noch „nackter“ Bollerwagen, der für den bevorstehenden Umzug mit Obst, Blumen und Getreide geschmückt wurde, also „Mit allen guten Gaben, alles was wir haben...“

Erntefest beim Heimatverein Aschen

„Das habt ihr ganz prima gemacht,“ lobte Willi Sillmann den Auftritt der Kinderschar. „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand,“ sang die Gemeinde in der kurzen Andacht, in der Pastor Rainer Hoffmann auf die Bedeutung des Erntedankfestes hinwies. „Ohne Gott und seine Fürsorge würde Vieles nicht wachsen. Wir haben allen Grund, Danke zu sagen.“

Angeführt von den Albringhäuser Trompetenklängen unter Leitung von Lisa Wilms setzte sich dann der Festumzug in Bewegung. Ludwig Lamping hatte mit der Erntekönigin und ihren Ehrendamen besonders wertvolle Fracht an Bord. Toll ausstaffiert waren auch die Wagen von Freiwilliger Feuerwehr und Jugendfeuerwehr sowie des Heimatvereins. Und dann war da ja auch noch der Wagen mit den – wie es ein Besucher formulierte – „wilden Weibern von Aschen“.

Für weitere Farbtupfer sorgten die vielen Bollerwagen, Fahrräder und Kettcars der kleinen Erntefest-Teilnehmer. Der herrliche Sonnenschein tat ein Übriges und brachte Rosen, Astern, Lilien, Gladiolen, Kaiserkronen und Sonnenblumen erst so richtig zum Strahlen. Ein farbenprächtiges Bild.

Der zweite Teil des Erntedankfestes spielte sich dann vorwiegend in der Koopschen Scheune statt. Die neue Erntekönigin heißt Maleen Schaper. Darauf werden wir noch näher zurückkommen.

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