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Viel Zirkus in Diepholz

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Von: Eberhard Jansen

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Circus Belly auf dem Marktplatz in Diepholz: Juniorchef Aron Köhler am „Todesrad“, mit dem Artisten aus Kolumbien in der Manege zu sehen sind.
Circus Belly auf dem Marktplatz in Diepholz: Juniorchef Aron Köhler am „Todesrad“, mit dem Artisten aus Kolumbien in der Manege zu sehen sind. © Jansen

Zirkus in Diepholz: Nach der Corona-Zwangspause ist der Circus Belly wieder auf Tournee und macht derzeit Station auf dem Marktplatz in der Kreisstadt. Auf Tiere verzichtet das Unternehmen der Familie Köhler mit 40-jähriger Tradition nicht.

Diepholz – Die ganze Zirkusfamilie Köhler packt mit an – und natürlich ihre Mitarbeiter: 800 Sitze müssen auf den Zuschauer-Rängen im großen Zelt installiert werden, das derzeit auf dem Diepholzer Marktplatz steht. Der Circus Belly gastiert hier. Am Dienstag war Aufbau-Tag, Premiere ist am Donnerstag, 5. Mai.

Nach der Corona-Zwangspause ist das in Celle beheimatete Unternehmen wieder auf Tournee. Erste Station war Anfang März in Hannover. Die Pandemie hat der seit 40 Jahren bestehende Circus Belly überstanden. „Wir haben Coronahilfen bekommen“, erklärt Zirkus-Juniorchef Aron Köhler. Doch die hätten nicht gereicht: „Wir mussten kämpfen, haben Leute entlassen müssen und uns Jobs gesucht“, sagt der 41-Jährige: „Zum Beispiel sind wir Lkw für landwirtschaftliche Betriebe gefahren.“

 Ein Friesen-Hengst des Circus Belly grast am Rand des Diepholzer Marktplatzes.
Grasen auf dem Diepholzer Marktplatz: Ein Friesen-Hengst des Circus Belly. Insgesamt acht Pferde sind mit auf der Tournee. © Jansen

Seine Fahrzeuge hatte der Zirkus nicht abgemeldet. „Damit es sofort wieder losgehen konnte“, sagt Aron Köhler. Jetzt geht es mit dem Circus Belly wieder aufwärts. Bei den ersten Stationen der neuen Tournee unter dem Titel „Evolution“ sei der Besuch gut gewesen. Zu kämpfen habe das Unternehmen aber immer noch – insbesondere mit den stark gestiegenen Preisen, nicht nur für Dieselkraftstoff der Fahrzeuge.

Zum Team des Circus Belly – nach eigenen Angaben einer der zehn größten, schönsten und kreativsten Zirkusse in Deutschland – gehören 25 Mitarbeiter, so Aron Köhler. 15 davon treten in der Manege auf – darunter die kolumbianischen Artisten „The Gerlings“, das „Clowntrio Avantes“ aus Italien und Hula-Hoop-Künstlerin „Doreen“ aus Deutschland.

Vorstellungen

Nach der Premiere am Donnerstag, 5. Mai, um 17 Uhr (Familientag) sind weitere Vorstellungen des Circus Belly in Diepholz auf dem Marktplatz (Auf dem Esch) am Freitag und Samstag jeweils um 15 und 19 Uhr sowie am Sonntag um 11 Uhr.

Mit Pferden, Schlangen und Alligator

Ganz auf Tiere verzichtet der Circus Belly nicht. Ein Alligator und Schlangen gehören zur Show – und Pferde. Acht Andalusier- und Friesen-Hengste sowie Ponys hat der Circus Belly mitgebracht. Einige Pferde und die Kamele sind noch im Winterquartier. „Die Kamele haben Fohlen bekommen“, erklärt der Zirkus-Juniorchef. Deshalb sollen sie nicht mit auf Tour. Auch der etwa 50 Jahre alte Schimpanse „Robby“ – der letzte in einem deutschen Zirkus gehaltene Menschenaffe, mit dem der Circus Belly seit Jahren für Tierschutz-Diskussionen sorgt – ist im Winterquartier geblieben.

Am Dienstagmittag lagen die Zirkuspferde entspannt in ihren Boxen im Stall-Zelt. Zwei schwarze Hengste grasten auf einem umzäunten Bereich am Rand des Diepholzer Marktplatzes. Alle sind in offensichtlich gutem Zustand.

Beim Aufbau der Stuhlreihen im 800 Zuschauer fassenden Zelt packten am Dienstag alle Familienmitglieder und Mitarbeiter des Circus Belly mit an.
Beim Aufbau der Stuhlreihen im 800 Zuschauer fassenden Zelt packten am Dienstag alle Familienmitglieder und Mitarbeiter des Circus Belly mit an. © Jansen

Kritik von Peta

Dennoch forderte die Tierschutzorganisation Peta in einer Pressemitteilung das Zirkusunternehmen auf, sämtliche Tiernummern einzustellen: „Tiere gehören nicht in die Manege.“ Für die mitgeführten Reptilien sowie die Pferde und weitere Tiere seien die Zurschaustellung und der Zirkusalltag mit Leid und Stress verbunden.

Die Familie Köhler hält hingegen an ihrer 40-jährigen Tradition fest: „Ein Zirkus ohne Tiere ist kein Zirkus. Das ist Varieté.“

Vorstellungen

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