Jens Nacke kommt beim Frühschoppen bestens an

Lob für die Rede beim Diepholzer Großmarkt: „Mich kennt hier ja keiner“

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Hervorragende Festrede: Jens Nacke (CDU).

Diepholz - Von Sven Reckmann. In aller Bescheidenheit: Dass die Rede zum Diepholzer Großmarkt-Frühschoppen gestern Morgen zündete, dafür lieferte diese Zeitung das Streichholz.

Als im Juni bekannt wurde, dass der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Jens Nacke, der Redner zum traditionellen Empfang der Stadt Diepholz sein würde, da war der 46- jährige Politiker an dieser Stelle mit der Formulierung „nicht übermäßig prominent“ beschrieben worden.

Dies griff Jacke gestern am Rednerpult genüsslich auf. Wie sollte er denn auch Prominenz erlangen, wenn er noch nie auf dem Diepholzer Großmarkt geredet hatte?, fragte er mit Blick auf seine mitunter recht prominenten Vorgänger am Rednerpult. Logisch. Jeder, der in Niedersachsen etwas werden wolle, müsse wenigstens einmal auf dem Großmarkt geredet haben. Also denn.

Die Festrede von Jens Nacke (CDU) gestern beim Frühschoppen des 637. Diepholzer Großmarktes im großen Festzelt kam bestens an und hatte auch ernste Passagen. - Foto: Husmann

Vieles gelte es bei einer solchen Rede zu beachten, referierte Nacke, so manche Anti-Diskriminierungsrichtlinie zum Beispiel. „Aber da steht nichts vom Landkreis Vechta drin. Also...“. Erstes Schmunzeln bei den Zuhören. Nacke kommt aus dem Kreis Ammerland. Und der habe einiges mit dem Kreis Diepholz gemeinsam, wusste Nacke zu berichten. „Beide Grenzen an das Oldenburger Münsterland und sind ein bisschen froh, dass sie nicht dazugehören.“

Weltweit in die Schlagzeilen sei seine Heimat durch einen Riesen-Wels im Zwischenahner Meer gekommen, der angeblich einen Hund verspeist habe. „Den haben sie aber nie gefunden“, und außerdem durch das Kentern des Niedersächsischen Ministerpräsidenten und seines Kabinetts mit einem Drachenboot an gleicher Stelle, auf das Nacke genüsslich einging. Kein Problem, man kennt ihn ja nicht.

Die ersten und einzigen Pfiffe handelte sich Nacke ein, als er berichtete, dass er sich bei der Vorbereitung mit der Großmarkt-Rede von Rebecca Harms (Grüne) vorbereitete habe – diese war vor zwei Jahren nicht so übermäßig gut angekommen. „aber mich kennt ja hier keiner.“

Angesichts von zwei laufenden Wahlkämpfen konnte man befürchten, dass der (Wahl-)Werbeblock in Nackes Rede groß ausfallen würde – falsch gedacht.

Stattdessen gab es ein eindringliches Plädoyer für das Ehrenamt und für die Vielen, die die Gesellschaft tragen und die nicht in den Schlagzeilen auftauchten.

„Teuflisch gute“ Stimmung am Großmarkt-Freitag herrschte auch in dieser Diepholzer Gruppe. - Foto: Husmann

Die Wahl werde nicht von Wahlplakaten entschieden, auf denen die politischen Ziele so formuliert sind, dass sie mit Tempo 50 auch noch zu erfassen sind, auch nicht so den Sozialen Medien oder von Umfragen und von den Erdogans und Putins dieser Welt, „sondern von vielen überlegten und abgewogenen Wahlentscheidungen der Wähler“.

Die Themen, mit denen sich die Familien auseinandersetzten, seien mitunter ganz andere als die, die in Politik und Medien gespielt würden.

„Diese Menschen haben noch nie einen Brief an einen Politiker geschrieben und doch haben sie einen Anspruch darauf, dass man ihre Dinge nicht aus dem Blick verliert.“

Nacke fand ein ausgewogenes Maß zwischen ernsthaften Themen und bierzelt-tauglichen Passagen. Eingestreute Witze sorgten immer wieder für Lacher.

Reichlich Applaus gab für die Rede und Nacke erhielt die obligatorische Diepholzer Gans, die ihm vor weihnachten bratfertig von einer „gutgelaunten Diepholzer Delegation überbracht“ werde, wie Bürgermeister Dr. Thomas Schulze sagte.

Auch anschließend waren die Reaktionen im Zelt und auch bei den Zuhörern auf die Rede des Gastes aus dem Ammerland positiv.

Steilvorlage genutzt, Herr Nacke. In Diepholz hat man Sie kennengelernt!

Der Freitag auf dem Diepholzer Großmarkt

Knapp 400 geladene Gäste waren zum Frühschoppen gekommen. Da das Zelt gegenüber den Vorjahren um einige Meter verkleinert war, hieß es „Zusammenrücken!“ Für nicht eingeladene Bürger war daher kein Platz im Zelt.

Nach den Worten „Großmarkt – es läuft“ hatte Bürgermeister Dr. Thomas Schulze Schulze eine ganze Reihe von Gästen namentlich begrüßt, darunter den Bundes tagsabgeordneten Axel Knoerig (CDU), den Landtags-Vizepräsidenten Karl-Heinz Klare (CDU), die Landtagsabgeordneten Luzia Moldenhauer (SPD), Volker Meyer (CDU), Dr. Marco Genthe (FDP) und Dr. Stephan Siemer (Vechta, CDU), dazu Landrat Cord Bockhop sowie zahlreiche Vertreter aus Räten und Verwaltungen der umliegenden Gemeinden, von Behörden, Schulen, Firmen, von der Feuerwehr, der Bundeswehr sowie dem öffentlichen Leben.

Ein besonderer Gruß galt wieder den Vertreten der Partnerstädte Thouars (Frankreich) und Starogard Gdanski (Polen), die beide mit Ständen auch im Zelt „Kulinarische Weltreise“ vertreten sind. Schulze freute sich, dass wieder viele Gäste aus dem Oldenburger Münsterland gekommen waren, „mit dem die Zusammenarbeit immer intensiver wird“. Und er legte Wert auf die Feststellung, dass die Sperrung der Bundesstraße 69 zu diesen Marktzeiten „weder in Vechta noch in Diepholz entschieden“ worden sei, sondern in Nienburg.

Dann gehörte die Bühne dem Festredner Jens Nacke.

Für die musikalische Untermalung des Frühschoppens sorgten die „Sülter Musikanten“.

Nach der Hymne „Wir sind Diepholz“ und dem Niedersachsenlied wurde die obligatorische Erbsensuppe aufgetischt, bevor die Frühschoppen-Teilnehmer sich größtenteils ins Marktgeschehen begaben, das bereits am Morgen gestartet war.

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