Viel Arbeit: Einrichtung für 400 Flüchtlinge auf dem Diepholzer Fliegerhorst

96 Zimmer geräumt und den Zaun versetzt

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In einem der Zimmer, in denen je sechs Flüchtlinge untergebracht werden: Standortältester Oberst Olaf Stöcker und Standortfeldwebel Hauptfeldwebel Claudio Benedetti.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Soldaten, zivile Mitarbeiter von Bundeswehr und von privaten Firmen packen gemeinsam an: Auf dem Fliegerhorst Diepholz werden zurzeit vier Gebäude für die Unterbringung von 400 Flüchtlingen hergerichtet. Bereits in der nächsten Woche soll die Außenstelle einer Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Niedersachsen in Betrieb gehen. Doch bis gestern Nachmittag war noch nicht klar, welche Hilfsorganisation sie betreiben soll.

Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund oder Johanniter? Das konnte Dr. Alexander Götz aus dem Niedersächsischen Innenministerium noch nicht sagen. Der Referatsleiter für Kommunal- und Hoheitsangelegenheiten machte bei einer Pressekonferenz im Diepholzer Rathaus einen ebenso engagierten wie erschöpften Eindruck.

650 Flüchtlinge muss Niedersachsen Tag für Tag unterbringen, seit dem 5. September sind mehr als 16000 Menschen in das norddeutsche Bundesland gekommen. „Wir sind gezwungen, Einrichtungen in Windeseile zu errichten“, erklärte Götz. Ihm zur Seite saßen im Rathaus Bürgermeister Dr. Thomas Schulze, Landrat Cord Bockhop, Kreisrat Markus Pragal und Stadt-Fachdienstleiter Florian Marré, die alle für die Flüchtlingsunterbringung arbeiten. Genau so wie der Diepholzer Standortälteste Oberst Olaf Stöcker als Vertreter der Bundeswehr.

Diese hatte in den vergangen Tagen die Hauptlast der Entscheidung des Landes zu tragen, eine Unterkunft für Flüchtlinge auf dem Diepholzer Fliegerhorst einzurichten. Dafür kamen nur die vier Gebäude in Frage, die von dem militärischen Gelände abtrennbar sind. Bisher wohnten in diesen Wochenend-Pendler und junge, kasernenpflichtige Soldaten. Die etwa 80 Betroffenen mussten in andere, gleichwertige Unterkünfte innerhalb des Fliegerhorstes umziehen. Diese fehlen nun jedoch für Teilnehmer der Lehrgänge „Zivile Aus- und Weiterbildung“.

Am Montagmorgen hatten sich etwa 50 Soldaten und zivile Mitarbeiter mit großem persönlichen Einsatz ans Werk gemacht, räumten die Unterkünfte aus, kappten Telefonleitungen. Gestern waren die 96 Zimmer in der vier Gebäuden leer. Die Räume sind jeweils 25 bis 27 Quadratmeter groß und verfügen über ein Bad. Sechs Menschen sollen in den Zimmern in drei Hochbetten schlafen und in der Einrichtung leben, bis sie Städten und Gemeinden zugewiesen werden. Wie lange das dauert, ist angesichts der Menge von Asylbewerbern nicht absehbar. Auch nicht, wie lange die Einrichtung bestehen bleibt.

Das Grundstück rund um die vier in den 1960er Jahren errichteten und nach 2005 komplett renovierten Wohnblocks ist nächste Woche kein militärisches Gelände mehr. Eine Firma versetzt den Zaun, schafft am Fliegerhorst-Nebentor, das verschlossen und versiegelt wird, einen neuen Zugang. Ein zweites Tor wird zum Weg an der Hunte hin geschaffen. Pioniere des Objektschutzregiments bauen am neuen Eingang einen Wendeplatz für Busse. Der Zugang zu der Flüchtlingseinrichtung wird von einem Wachdienst kontrolliert werden. Bei einem Ortstermin haben sich Vertreter von Feuerwehr und Polizei ein Bild von den Gebäuden gemacht.

Die Flüchtlinge dürfen sich auch außerhalb des Geländes frei bewegen – aber aus Sicherheitsgründen nicht den militärischen Fliegerhorst betreten. Wann die ersten Menschen aus Krisenländern ankommen, ist nicht klar. Voraussichtlich nächste Woche, wenn das Innenministerium bis dahin für die Diepholzer Einrichtung eine Betreiber-Organisation gefunden hat, die sich auch noch um Möbel kümmern muss.

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