74 Fahrräder haben neue Eigentümer

Fundsachen in Diepholz versteigert: Versehentlich mitgeboten

Zur Fundsachenversteigerung der Stadt Diepholz in der Fußgängerzone kamen am Dienstagnachmittag mehr als 100 Menschen. Etwa 60 holten sich eine rote Bieterkarte.
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Zur Fundsachenversteigerung der Stadt Diepholz in der Fußgängerzone kamen am Dienstagnachmittag mehr als 100 Menschen. Etwa 60 holten sich eine rote Bieterkarte.

Diepholz – Von Schnäppchen bis Schrott: 74 Fahrräder, die in Diepholz gefunden, bei der Stadt abgegeben, aber von den rechtmäßigen Eigentümern nicht abgeholt worden waren, kamen am Dienstagnachmittag unter den Hammer. Die Stadt Diepholz hatte ihre in der Regel jährliche Fundsachenversteigerung vom hinteren Bereich des Rathauses in die Fußgängerzone zum Durchgang am Alten Rathaus verlegt.

Das Ziel, die Innenstadt dadurch zu beleben, wurde erreicht: Mehr als 100 Menschen drängten sich vor dem Anhänger, von dem aus Jörg Schröder vom Diepholzer Ordnungsamt die zweirädrigen Fundstücke an den Mann beziehungsweise die Frau brachte.

Gut erhaltene Räder brachten mehr als 80 Euro in die Stadtkasse, andere in weit weniger gutem Zustand nur ein paar Cent. Aber nach knapp zwei Stunden waren alle 74 Fund-Fahrräder weg.

Nun wieder Platz im Keller des Rathauses

„Jetzt haben wir wieder Platz im Rathauskeller“, freute sich Günter Stallmann, der bei der Stadtverwaltung für das Fundbüro zuständig ist. Im vergangenen Jahr hatte wegen der Corona-Pandemie keine Versteigerung stattfinden können. So war die Zahl der eingelagerten Fahrräder sehr groß geworden.

Wer ein Fahrrad ersteigern wollte, musste sich bei Mitarbeitern der Stadtverwaltung eine rote Bieterkarten holen. Etwa 60 gab Sabine Gatzemeier vor Ort aus. Eine Frau hielt ihre Karte bei der Versteigerung versehentlich in die Höhe, berichtete ein Mitarbeiter der Stadt. Sie bekam den Zuschlag für ein Fahrrad, obwohl sie für dieses gar nicht mitbieten wollte.

Als Auktionator in Aktion: Jörg Schröder (rechts) vom Diepholzer Ordnungsamt.

Vor Beginn der Versteigerung hatten alle Interessenten die Möglichkeit, sich die Fahrräder genau anzusehen. Diese Gelegenheit nutzte eine Frau offenbar nicht. Sie erkannte aus der Ferne nach eigenen Aussagen ihr Fahrrad, das ihr schon vor Langem gestohlen worden sei. Jetzt war das Rad gerade versteigert worden, als sie Anspruch darauf erhob. Es gab eine Diskussion und Klärungsbedarf.

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Die Stadt beschränkte sich bei der Fundsachenversteigerung dieses Mal auf Fahrräder. Bis auf eine Ausnahme: Zu Beginn ging ein im Februar 2019 gefundener Kinderwagen für sieben Euro weg.

Fundunterschlagung ist strafbar

Grundsätzlich gilt: Wer einen Gegenstand findet, der einen höheren Wert als zehn Euro hat, muss diesen beim Fundbüro abgeben. Sonst ist das Fundunterschlagung und strafbar. Die Verwaltung ist verpflichtet, Fundsachen mindestens sechs Monate lang aufzubewahren. Meldet sich der Eigentümer in dieser Zeit nicht, hat der Finder Anspruch auf den Gegenstand. Wird dieses Recht nicht wahrgenommen oder handelt es sich bei den Sachen um in öffentlichen Gebäuden oder Verkehrsmitteln gefundene Gegenstände, wird die Stadt Diepholz selbst Eigentümerin. Diese Fundsachen werden dann öffentlich versteigert. Die Einnahmen fließen in den Haushalt der Stadt Diepholz.

Suche nach Fundsachen auch online

Wer Schlüssel, Geldbörse oder andere Gegenstände verloren hat, kann bei der Suche in Diepholz zwei Wege wählen: über einen Besuch im Fundbüro im Rathaus (Tel. 05441/9090) oder online. Über das Online-Fundbüro können Bürger nicht nur verlorene Gegenstände suchen, sondern auch Funde melden – bequem von zu Hause aus und unabhängig von den Öffnungszeiten des Rathauses. Vorteile: Bei Such-Recherchen profitieren Nutzer von Fundmeldungen anderer Bürger. Bürger können auf Daten aller Fundbüros des Verbundes zugreifen. Suchanfragen können somit beispielsweise auch in Barnstorf, Vechta oder Osnabrück gestellt werden.

fundsuche02.kivbf.de

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